Acker-Vergissmeinnicht

Das Acker-Vergissmeinnicht ist nicht nur ein dezenter Hingucker in der Blumenwiese, sondern eine kaum beachtete Heilpflanze. Hier erfährst du, was sie kann.

Sowohl in der mittelalterlichen Medizin als auch in der modernen Homöopathie werden alle Teile des Krautes traditionell wegen ihrer antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften verwendet. Dabei ist die medizinische Wirkung des Acker-Vergissmeinnichts kaum untersucht, sodass die Anwendungen lediglich auf den Erfahrungswerten der Pflanzenheilkunde basieren.

Heilende Anwendungen

Das Kraut findet volksheilkundlich bei Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Tuberkulose Anwendung. Aber auch mit Verdauungsbeschwerden, Wundinfektionen und Entzündungen soll es fertig werden. In der Homöopathie kommt es bei Lymphknotenschwellungen zum Einsatz und soll das Immunsystem stärken.

Wie der Beinwell oder der Borretsch enthält das Acker-Vergissmeinnicht je nach Standort schwankende Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden, die auf Dauer leberschädigend sein können. Ein gelegentlicher Konsum kleiner Mengen des Krautes gilt aber als unbedenklich.

Acker-Vergissmeinnicht-Tee

Zur Tee-Herstellung werden zwei bis drei Teelöffel des Krautes (Blätter, Stängel, Wurzel und Blüten) mit kochendem Wasser übergossen, circa zehn Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht.

Der Acker-Vergissmeinnicht-Tee kann innerlich dreimal täglich getrunken oder äußerlich für Umschläge oder Bäder/Waschungen verwendet werden.

Tinktur aus Acker-Vergissmeinnicht

Neben Tee lässt sich auch eine Tinktur aus der Heilpflanze herstellen. Diese eignet sich dann ebenso wie ein Tee für einen Umschlag zur Behandlung von Hautentzündungen und Quetschungen.

Anwendungen im Garten

Die für das Acker-Vergissmeinnicht typische lange Blühdauer macht es zu einer beliebten Blume in Bauern- und Wildgärten. Die Pflanze ist aber nicht nur dezent attraktiv, sondern für  Bienen und andere nützliche Insekten auch Nahrungsquelle, Lebensraum und Baumaterial  zugleich.

Erkennung und Sammeltipps

Das Acker-Vergissmeinnicht ist nicht nur ein dezenter Hingucker in der Blumenwiese, sondern eine kaum beachtete Heilpflanze. Hier erfährst du, was sie kann.

Bist du auf der Suche nach dem Acker-Vergissmeinnicht, dann erkennst du es an folgenden Merkmalen:

  • Das Acker-Vergissmeinnicht wächst als aufrechte Pflanze mit dicht behaarten, grauen Stängeln, die sich ab der Basis stark verzweigen.
  • Die Grundblätter des Krautes bilden eine Rosette, die den Winter überdauert und im Frühjahr austreibt.
  • Seine wechselständig angeordneten Blätter sind eiförmig-lanzettlich mit einer Länge von bis zu acht Zentimetern.
  • Das Kraut erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 40 Zentimetern.
  • Die Blütezeit reicht von Anfang April bis Ende Oktober.
  • Die Blüten stehen dicht in Blütenständen zusammen und haben einen Durchmesser von circa drei Millimetern.
  • Die Kronblätter sind blau mit feinen gelben Schlundschuppen.
  • Nach Verblühen bilden sich vierteilige Spaltfrüchte, die während der Reifung aufbrechen und ihre Samen abgeben. Dank derer Klettenhärchen haften sie am Fell von Tieren, die so die Verbreitung übernehmen.

Das Acker-Vergissmeinnicht kann mit dem Sumpf- und Wald-Vergissmeinnicht verwechselt werden.

Anbautipps

Das Acker-Vergissmeinnicht ist sehr pflegeleicht und ein ziemlich aktiver Selbstaussäer. Willst du die Pflanze gezielt aussäen, dann bringe die Samen von März bis September aus und sorge dafür, dass sie nur ganz leicht bedeckt sind – das Acker-Vergissmeinnicht ist ein Lichtkeimer, der bis zum Keimen feucht gehalten werden will!

Lehmige Böden mag die ausgewachsene Pflanze am liebsten und Düngung ist nicht notwendig. Zu viel Stickstoff kann sogar dazu führen, dass die Pflanze den Winter nicht übersteht.

Als idealer Lückenfüller macht sich das Acker-Vergissmeinnicht in Staudenbeeten und Rabatten. Willst du die Bildung neuer Knospen fördern und die Selbstaussaat eindämmen, lohnt es sich, verwelkte Blüten abzuzupfen.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Das Acker-Vergissmeinnicht gehört zu den mehr als 100 Arten der Gattung Vergissmeinnicht und ordnet sich in die Familie der Raublattgewächse ein. Es ist in Europa und Westasien beheimatet und wächst meist ein- bis zweijährig. Sein lateinischer Name Myosotis bedeutet Mauseohr, was sich auf die Blattform einiger Myosotis-Arten bezieht und auch die regionalen Trivialnamen (z.B. Mäuseohr, Mauseohr oder Mausöhrlein) der Pflanze geprägt hat. Die verträumt dreinschauenden Blüten stehen symbolisch seit jeher für Treue, Sehnsucht und Erinnerung.
Lateinischer Name
Myosotis arvensis
Andere Namen
Mäuseohr, Mauseohr, Mausöhrlein
Familie
Boraginaceae (Raublattgewächse)
Erntemonate
Apr - Okt
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Blüten, Triebe, Wurzeln
Blattform
eilanzettlich
Blütenfarbe
blau
Fundorte
feuchte Wiesen, Äcker, Waldlichtungen in Europa und Westasien
Giftigkeit
teilweise giftig
Hinweise zur Giftigkeit
Enthält geringe Mengen an leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloiden.
Warnungen
Wegen der Pyrrolizidinalkalloide sollte Acker-Vergissmeinnicht von Kindern und Schwangeren Frauen nur äußerlich verwendet werden.
Inhaltsstoffe
Alkaloide, Flavonoide, Gerbstoffe, Pyrrolizidinalkaloide, Rosmarinsäure
Eigenschaften
antiviral, beruhigend, entzündungs­­hemmend, zusammenziehend
Hilft bei
Durchfall, Entzündungen, Immunschwäche, Nervosität, Quetschungen, Verdauungsbeschwerden, Wundheilungsstörung

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