Espe (Zitterpappel)
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Espen gehören zu den sehr schnell wachsenden Bäumen, unter guten Bedingungen recken sie sich bis zu zweieinhalb Meter im Jahr in die Höhe. Deswegen wird die Zitterpappel auch gern zur Holzgewinnung genutzt, besonders für leichte, preiswerte Holzprodukte wie Streichhölzer, Sperrholzplatten und Papier. Bei den Indianern galt sie als Nahrungs- und Heilmittel und auch in Europa wurde sie schon in der Antike als Heilpflanze geschätzt.

Steckbrief

Lateinischer NamePopulus tremula
Andere NamenZitter, Zitterasp, Aspe, Flitterbarke, Flauderespe
FamilieWeidengewächse (Salicaceae)
ErntemonateFeb-Apr
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten, Rinde
Blattformrundlich
Blütenfarbebraun, rot, weiß
Fundortelichte Wälder, Hecken, Weg- und Waldränder, entlang von Flussufern
Verwechslungs­gefahrkeine bekannt
Giftigkeitungiftig
Besondere Inhaltsstoffeätherische Öle, Benzoesäure, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Mineralsalze, Salicin
Eigenschaftenantibakteriell, entzündungs­­hemmend, schmerzstillend
Hilft beiBlasenentzündungen, Bronchitis, Erkältungen, Fieber, Gicht, Hämorrhoiden, Harnwegs­­entzündungen, Harnzwang, Hautentzündungen, Juckreiz, Prostatabeschwerden, Rheuma, Verbrennungen, Wunden

Anwendungen

Ihren Namen “Zitterpappel” hat die Espe von den feinen Blättern, welche selbst bei leisestem Windhauch zittern. Auch der Spruch “Du zitterst ja wie Espenlaub” kommt daher.

Für ca. 35 heimische Schmetterlingsarten ist die Zitterpappel eine wichtige Futterpflanze. Vögeln und Insekten bietet ihr weiches Holz einen beliebten Unterschlupf und die Blätter dienten schon den Römern als Viehfutter.

In der Ernährung

Die jungen, runden Blätter der Espe eignen sich zur Sauerkrautherstellung. Ältere Blätter werden getrocknet und anschließend vermahlen, so dass ein mehlartiges Pulver entsteht, welches mit anderem Mehl gemischt zum Backen oder zum Andicken von Soßen verwendet werden kann.

In feine, dünne Streifen geschnitten kann das Rindenkambium, also das Innere der Rinde, wie Nudeln gekocht und verzehrt werden. Sammle aber nur Rinde von gefallenen Bäumen, da ansonsten der Baum zu sehr beschädigt würde.

Ganz frische, junge Blüten können mit anderem Gemüse gekocht werden. Sie schmecken allerdings recht bitter.

Heilende Anwendungen

Als Heilmittel haben Espen eine lange Tradition und werden in vielen Ländern auch heute noch verwendet. Die Hauptanwendung erfolgt äußerlich und ihre gute Wirkung auf die Haut ist mittlerweile sogar medizinisch anerkannt. So kannst du Pappelsalbe auch als Fertigprodukt in Apotheken oder online erwerben.

Für eine Heilanwendung werden vor allem Pappelknospen, aber auch Blätter und Rinde verwendet.

Salbe und Öl

Bei Rheuma, Gicht, Hämorrhoiden, Entzündungen der Haut, zur Narbenpflege, bei Juckreiz und Verbrennungen, auch Sonnenbrand, kann Pappelsalbe oder Öl helfen.

Für den Ölauszug werden noch verschlossene Pappelknospen verwendet. Sie werden in ein Schraubglas gegeben und mit Öl, zum Beispiel Bio-Olivenöl, übergossen, bis alle Knospen gut bedeckt sind. Das Glas verschließen, gelegentlich schütteln und zwei Wochen ziehen lassen. Anschließend abseihen und das Öl dunkel und kühl lagern.

Zur Herstellung einer einfachen Salbe brauchst du lediglich ein paar kleingeschnittene Knospen und die doppelte Menge Kokosöl. Kokosöl in einem Töpfchen erhitzen, zerkleinerte Pappelknospen hinzugeben und etwa 45 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Abseihen und in ein Schraubglas füllen.

Tee

Bei Prostataleiden, Blasenproblemen wie Blasenschwäche oder -reizung sowie Harnzwang kann ein Tee mit Pappelknospen, -rinde und -blättern Linderung verschaffen. Dieser ist ebenso hilfreich bei Bronchitis und Erkältungskrankheiten. In Ungarn wird er gegen Nierensteine sowie Weißfluss getrunken und in Norwegen als Abführmittel und bei Würmern.

Äußerlich können in Tee getränkte Umschläge ebenso wie die Salbe angewendet werden.

Für die Zubereitung des Pappeltees ein Esslöffel Knospen, Blätter oder Rinde mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Maximal zwei Tassen pro Tag trinken.

Pappelmilch

Aus den Knospen lässt sich auch eine heilsame Milch herstellen, darin werden die ätherischen Öle besonders gut gelöst. Einen Teelöffel frische Knospen in Milch auf etwa 60°C erwärmen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und leicht süßen.

Erkennung und Sammeltipps

Die Zitterpappel kann bei vielen Haut- und Harnwegserkrankungen Linderung verschaffen. Teile ihrer Rinde können sogar wie Nudeln zubereitet werden.
Zitterpappeln können bis zu 35 Meter hoch wachsen, meist werden sie jedoch nur etwa 20 Meter groß. Sie sind in lichten Wäldern, in Hecken, an Wegrändern und entlang von Flussufern zu finden.

  • Der Stamm ist hell und glatt
  • Die Krone ist licht und nimmt mit zunehmendem Alter oft eine Kegelform an
  • Die Blätter sind im Frühjahr zunächst rot-braun und werden erst dann grün
  • Sie sind rundlich mit einem gewellten Rand und stehen an einem langen Stiel
  • Im Herbst färbt sich das Laub gelb
  • Männliche Blütenkätzchen sind grau-braun
  • Weibliche Blütenkätzchen sind rot-weiß, dünner als die männlichen Blüten und werden etwa 4 cm lang

Andere Pappelarten (Populus) können ähnlich verwendet werden.

Achtung:
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