Acker-Schachtelhalm
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Der Ackerschachtelhalm gehört zu den wenigen noch verbliebenen pflanzlichen Relikten aus der Eiszeit. Er ist am leichtesten daran zu erkennen, dass das unterste Glied der Seitenäste länger ist als die Scheide des Hauptsprosses. Durch seine eigenwillige Form besteht Verwechslungsgefahr lediglich mit anderen Schachtelhalmen, wovon es allerdings auch einige giftige Arten gibt. Beim Ackerschachtelhalm erscheinen im Frühjahr zunächst hellbraune Triebe mit Sporenähren. Erst wenn diese verwelkt sind, wachsen separate grüne Triebe nach, die sich für heilende Anwendungen verwenden lassen.

Steckbrief

Lateinischer Name Equisetum arvense
Andere Namen Zinnkraut, Katzenschwanz, Fegekraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schaftheu, Pfannenputzer, Scheuerkraut
Familie Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
Erntemonate Mai-Sep
Verwendbare Pflanzenteile Triebe
Blütenfarbe braun
Fundorte Wiesenränder, Böschungen
Verwechslungs­gefahr mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm, siehe Kommentar unten
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Carbonsäure, Flavonoide, Glykoside, Kalium, Kieselsäure
Eigenschaften adstringierend, blutstillend, gewebefestigend, kräftigend, schleimlösend, wassertreibend
Hilft bei Bindegewebeschwäche, Blasenprobleme, Blutungen, Husten, Nierenprobleme

Anwendungen

Ackerschachtelhalm gilt als gewebestärkend und blutstillend. Bei Nieren- und Blasenleiden, brüchigem Haar und Nägeln, Entzündungen, Wunden sowie zur Blutreinigung wird er ebenso verwendet.

Wegen seines hohen Kieselsäuregehalts wurde Ackerschachtelhalm früher zum Putzen von Zinngefäßen verwendet. In diesem Zusammenhang erhielt er auch den Namen Zinnkraut.

In der Ernährung

Ackerschachtelhalm wird in der Ernährung kaum beachtet, da er durch seinen hohen Gehalt an Kieselsäure recht holzig schmeckt.
Junge Sprosse lassen sich als Presssaft oder in einem Smoothie verzehren.

Fein gehackt oder noch besser gemahlen kann man Ackerschachtelhalm in Saucen, Gemüsesuppen oder Püree verwenden.

Heilende Anwendungen

Bei Bindegewebsschwäche gibt man einen starken Aufguss zum Badewasser, trinkt Ackerschachtelhalm-Tee oder verwendet die Tinktur.

Ackerschachtelhalm-Tee

Schon Pfarrer Kneipp lobte den Ackerschachtelhalm wegen seiner zusammenziehenden Kraft bei Entzündungen und Wunden. Pfarrer Künzle wiederum verwendete den Tee bei Blutbrechen aufgrund von Magengeschwüren. Der Tee soll das Blutbrechen fast augenblicklich stoppen.

Ackerschachtelhalm gilt als klassische Einschleuserpflanze, sie unterstützt die Aufnahme von Natrium und Magnesium im Körper.

Bei Husten wirkt der Tee zudem festigend auf das Lungengewebe.

Äußerlich wird Ackerschachtelhalm-Tee bei Nasenbluten und schlecht heilenden Wunden verwendet.

Für einen Tee wird das gesamte Kraut einer Pflanze geerntet und getrocknet. Alternativ lässt es sich auch frisch verwenden. Zur Herstellung des Tees übergieße einen Teelöffel des Krautes mit einem Viertelliter kaltem Wasser und lasse das Gemisch mehrere Stunden, am besten über Nacht, stehen. Am nächsten Tag den Aufguss kurz aufkochen und abseihen.

Solltest du vergessen haben, den Tee rechtzeitig anzusetzen, kannst du alternativ einen Teelöffel vom Ackerschachtelhalm mit einem Viertelliter Wasser aufkochen und 30 Minuten ziehen lassen.

Für eine Teekur werden fünf Tassen täglich für die Dauer von drei Wochen empfohlen.

Tinktur

Die Ackerschachtelhalm-Tinktur kannst du wie folgt selbst herstellen:

  1. Ackerschachtelhalm klein schneiden und in ein verschließbares Gefäß füllen.
  2. Mit mindestens 38-prozentigem Alkohol (Wodka, Korn etc.) übergießen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind und gut verschließen.
  3. Vier Wochen ziehen lassen.
  4. Immer wieder eventuell entstandenes Kondenswasser im Deckel abwischen, danach schütteln.
  5. Nach einem Monat durch einen Kaffeefilter oder ein feines Leinentuch filtern.
  6. In dunkle Flaschen füllen und beschriften.

Die Tinktur kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden.  Mehr Informationen dazu findest du hier.

Das vermeintliche Unkraut Ackerschachtelhalm hat viele heilende Eigenschaften und kann z.B. bei Cellulite, Blasenentzündung und Akne helfen.

Salben und Lotionen für straffe Haut

Die im Ackerschachtelhalm enthaltene Kieselsäure kannst du auch in einer Salbe oder Creme für straffe Haut einsetzen.

Hier erfährst du, wie du eine Ackerschachtelhalm-Salbe zubereitest. Das Rezept für Zinncraut-Creme findest du hier.

Orangenhaut ist nicht gerade schön, aber mit Hilfe von Zinnkraut und anderen Zutaten, kannst du sie auf natürliche Weise lindern.

Voll- und Teilbad

Zur äußerlichen Anwendung gib zwei Teelöffel Ackerschachtelhalm auf einen Viertelliter Wasser und stelle daraus einen Aufguss her.

Ein Vollbad mit Ackerschachtelhalm kann bei Bindegewebsschwäche unterstützen, dafür wird ein starker Teeaufguss zum Badewasser gegeben.

Teilbäder helfen bei Entzündungen des Nagelbetts und bei offenen Wunden.

Ackerschachtelhalm im Garten

Viele Gärtner betrachten das Zinnkraut als unliebsames Unkraut. Wenn es einmal den Weg in den Garten gefunden hat, ist es fast unmöglich wieder zu beseitigen. Dabei kann der Ackerschachtelhalm auch sehr nützlich sein, zum Beispiel als Zutat für selbst hergestelltes Pflanzenschutzmittel.

Ein Wasserauszug mit Ackerschachtelhalm stärkt Pflanzenzellen und beugt gegen den Befall von Milben und Pilzen wie Schorf, Mehltau, Grauschimmel und Krautfäule vor.

Schütze deine Pflanzen gegen Milben und Pilze durch diesen selbstgemachten Kaltauszug mit Acker-Schachtelhalm.

Erkennung und

Der Ackerschachtelhalm ist ein wunderbares Heilkraut, welches du unter anderem bei Nieren- und Blasenleiden, brüchigem Haar und Nägeln, Entzündungen und Wunden nutzen kannst.

Ackerschachtelhalm ist eine mehrjährige Pflanze. Im Frühjahr erscheinen erste hellbraune, astlose Sprosse, die in ihrem Aussehen eher an Pilze erinnern. Diese Sprosse verwelken, erst danach sprießen die für Heilzwecke verwendbaren grünen Sprosse. Sie sind bis in den Herbst hinein zu finden.

  • Ackerschachtelhalm erreicht eine Höhe von 10 bis 50 Zentimetern
  • Die Pflanze besteht aus einem grünen, quirlig verästelten Spross
  • Der Stiel ist gefurcht, die Äste drei- bis fünfkantig
  • Das unterste Glied ist länger als die Scheide
  • Die Pflanze ist geruchlos

Verwechslungsgefahr besteht mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm, der an feuchteren Stellen wächst. Beim Ackerschachtelhalm ist das unterste Glied der Seitenäste länger als die Scheide des Hauptsprosses. Lass dir den Unterschied am besten im Rahmen einer Kräuterwanderung erklären, wenn du dir nicht ganz sicher bist.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!