Pechsalbe – Universelles Heilmittel bei vielen Beschwerden

Nutze das Harz der Fichte für die Herstellung eines alten Heilmittels gegen Wunden und Muskelschmerzen: Die Pechsalbe!

Die Fichte (Picea) hält viele gesunde Wirkstoffe, die du zum Beispiel in Form eines Fichtensirups gegen Husten oder als Badezusatz verwenden kannst.

Als Salbe verarbeitet hilft das Harz der Fichte gegen viele Beschwerden wie Wunden, Muskelschmerzen und Gelenkentzündungen wie Rheuma oder Gicht. Die sogenannte Pechsalbe erhält Ihren Namen dank der Substantivierung des Adjektivs “piceus”, was “pech-, bzw. harzhaltig” bedeutet. Dieses altbekannte Hausmittel wird insbesondere im Alpenraum schon seit vielen Generationen hergestellt und angewandt. Die Salbe ist im Handel selten zu finden aber umso leichter selbst herzustellen. In diesem Beitrag stelle ich dir ein Rezept für eine selbstgemachte Pechsalbe vor.

Pechsalbe einfach selber herstellen

Für die Salbe benötigst du:

Die Fichte ist im Alpenraum und im Mittelgebirge natürlich verbreitet und kommt auch im Tiefland vereinzelt vor. Wenn du keine Fichten in der Nähe findest, kannst du auch das Harz der Tanne, Lärche oder Kiefer nutzen. Das Harz tritt bei Bäumen aus, deren Äußeres verletzt ist. Der Baum sondert es ab, um die Wunde wieder zu schließen. Sammle behutsam und in Maßen nur das harte Harz, welches sich leicht mit den Händen oder einem Messer abbrechen lässt. Flüssiges Harz ist wegen der hohen Feuchtigkeit für die Salbe ungeeignet. Falls du beim Sammeln Harzflecken an den Händen bekommst, kannst du sie leicht mit Speiseöl entfernen. Weitere Tipps zum Sammeln von Harzen findest du in diesem Beitrag.

So stellst du die Pechsalbe her:

  1. Olivenöl ins Glas füllen, im Wasserbad erwärmen und das Baumharz darin schmelzen.
  2. Mit einem Schaschlikspieß oder Holzlöffel umrühren, bis sich das Harz löst.
  3. Rückstände absieben und das Öl-Harz-Gemisch in ein anderes Glas füllen.
  4. Das Glas ins Wasserbad stellen, Bienenwachs hinzugeben und unter Rühren schmelzen, bis es sich aufgelöst hat.
  5. In desinfizierte Tiegel abfüllen, abkühlen lassen, verschließen und beschriften.

Nutze das Harz der Fichte für die Herstellung eines alten Heilmittels gegen Wunden und Muskelschmerzen: Die Pechsalbe!

Die Pechsalbe wirkt entzündungshemmend, zusammenziehend sowie antibakteriell, antiviral und fungizid. Somit kann sie bei offenen und entzündeten Wunden, Hautirritationen, kalten Füßen und Entzündungen wie Gicht oder Rheuma eingesetzt werden. Sie kann auch als Zugsalbe Splitter aus der Haut ziehen. Haltbar ist die Salbe mindestens zwei Jahre.

Hinweis: Prüfe vor der großflächigen Anwendung, ob du diese Salbe verträgst, indem du ein bisschen auf eine kleine Hautpartie streichst.

Je nach Anwendungsgebiet wird die Salbe noch wirkungsvoller, wenn du mit dem Olivenöl vorher einen Ölauszug mit Heilkräutern herstellst oder ätherische Öle hinzufügst.

Dafür eignen sich besonders:

Falls du mehr über die Medizin der Bäume als Heilmittel wissen möchtest, ist dieses Buch eventuell interessant für dich:

Weitere Rezepte für Pflegeprodukte zum Selbermachen findest du auch in unserem Buchtipp:

Hast du schon einmal eine Pechsalbe hergestellt? Teile deine Erfahrung mit anderen unter diesem Kommentar!

Nutze das Harz der Fichte für die Herstellung eines alten Heilmittels gegen Wunden und Muskelschmerzen: Die Pechsalbe!

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7 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Diese Salbe würde mich sehr interessieren, nur die Frage: Weiß jemand, ob es auch irgendwie ohne Bienenwachs geht? Soweit ich es verstehe ist dieses ja mehr um eine festere Konsistenz zu bekommen, oder?
    Vielen Dank im voraus.
    Ingrid

    Antworten
    • Genau, der Wachs ist nur Konsistenzgebend. Das heißt du kannst auch weniger verwenden. Es gibt auch Wachsalternativen wie Carnaubawachs oder Rapswachs. Alternativ kannst du auch Shea- oder Kakaobutter verwenden.

  2. Peter Wieser

    Es sollten viel mehr diese alten Rezepte nutzen und sich darauf besinnen, denn früher was es nicht so einfach
    Medizin zu beziehen und da war diese Salbe wirklich ein kleines Allheilmittel mit den Wirkstoffen aus der Natur. Tradition und liebe zur Natur machen uns zu dem was wir sind, und wenn wir spüren was für uns gut ist dann kann es schon nicht falsch sein.

    Antworten
  3. Elseunterwegs

    Ich habe das Problem, dass sich das Harz auch nach stundenlangem Erhitzen im Öl nicht vollständig auflösen möchte. Es bleibt immer eine größere Menge eines Kagummi-artigen Klumpen übrig. Kann mir jemand eine Erklärung oder Rat geben?

    Antworten
  4. Rosi Haar

    Ich verwende gereinigtes Lärchenpech, zu bestellen bei der Kärntner Firma SCHUSSER http://www.schusser-oeg.at / (+43) (0) 4265/ 563. Verwende dasselbe Rezept und produziere diese Salbe regelmäßig, auch für meine Bekannten! Ein echtes “Wundermittel” 🙂 Früher hatte jeder Holzknecht diese Salbe im Rucksack….alle Verletzungen wurden damit behandelt! Zur Not nahmen sie auch das frische, noch flüssige Harz direkt vom Baum und schmierten es auf offene Wunden! Tötet es doch alle Bakterien, sogar Viren und Pilze sofort ab….und außerdem beschleunigt es die Heilung! Das flüssige Harz heilte schon eine eitrige Marderbisswunde (aufgeplatztes Loch voll Sekret) meiner Katze in ein paar Tagen völlig ab! Die Kraft der Lärche zog alles an die Hautoberfläche, wo sich eine große Kruste bildete, die letztlich abfiel und neue, rosafarbene Haut darunter zum Vorschein kam! Meinen Hund verarzte ich genauso mit der Salbe und mich selbst natürlich auch! Ich schwör auf dieses gute, altbewährte Rezept! Bei Kleinkindern bitte um Vorsicht!

    Antworten
  5. Karsten Timmermann

    Habe ganz viel Harz von Eukalyptusbaum. Geht das auch?

    Antworten

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