Heilmittel Baumharz einfach selber sammeln
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Weihrauch und Myrrhe sind schon seit Jahrtausenden altbewährte Heilmittel. Sie wurden zum Räuchern eingesetzt und zur Heilung von verschiedenen Verletzungen. Auch heute noch sind diese wirkungsvollen Harze allgegenwärtig und sehr beliebt.

Auf Harze mit einem langen Transportweg kannst du allerdings verzichten, denn auch einheimische Bäume produzieren heilkräftiges Sekret. Das Harz von Fichten, Kiefern oder Tannen ist genauso wirkungsvoll wie Myrrhe, die von afrikanischen Balsambäumen stammt. Mit dem richtigen Blick und etwas Glück kann heimisches Harz kostenlos selbst gesammelt werden.

Wo ist Baumharz zu finden?

Harz, auch das Gold des Waldes genannt, tritt an Stamm und Ästen aus, wenn Bäume zum Beispiel durch Tiere oder Stürme verletzt wurden. Es verschließt die Wunden und schützt so den Baum vor weiteren Schäden und Krankheiten. Die antibakterielle, antifungale und antivirale Wirkung des Harzes verhindert außerdem das Eindringen von Bakterien oder Pilzen.

Auch an gefällten Bäumen und Baumstümpfen tritt manchmal Harz aus. Dieses kann bedenkenlos gesammelt werden, da der Baum es nicht mehr benötigt. An den Zapfen vieler Bäume finden sich ebenfalls ab und zu kleine oder größere Harztropfen. Sogar ein Blick auf den Waldboden kann sich lohnen, denn einige Bäume bilden in den Baumkronen Harz, welches nach Regen oder Wind zu Boden fällt.

Das Gold des Waldes kann zu jeder Jahreszeit gefunden und gesammelt werden. Am einfachsten ist es allerdings im Herbst und Winter zu finden, denn dann wird der Blick auf kleine Harzbrocken von nur wenig Grün versperrt. Auch die Brut- und Setzzeit ist dann vorbei, während der man es vermeiden sollte Vögel, Rotwild und andere Tiere (darunter auch viele geschützte Arten) zu stören.

Für die meisten Anwendungen wird bevorzugt das Harz von Nadelbäumen verwendet. Es ist zäh, klebrig, hat einen intensiven, aromatischen Duft und eine starke Heilwirkung. Das Harz von Laubbäumen hingegen hat ein schwaches Aroma und die Konsistenz ist eher flüssig.

Hinweis: Bäume selbst anzuritzen oder anderweitig zu verletzen, damit Harz hervortritt, ist nicht empfehlenswert, da in die Verletzungen Krankheiten wie Stockfäule und Ungeziefer eindringen können.

Das vielseitige Heilmittel Baumharz kann vor deiner Haustür kostenlos gesammelt werden. Wie das geht und was es zu beachten gibt, erfährst du hier.

So wird das Harz am besten gesammelt

Ein Schraubglas zum Sammeln mitzunehmen ist oft vollkommen ausreichend. Alternativ kann ein Eimerchen oder ein Plastikgefäß verwendet werden. Ein kleines, altes Messer, das nicht mehr scharf, aber robust und stabil sein muss, kann ebenfalls nützlich sein. Wenn du ein Messer verwendest, ist es wichtig, behutsam und vorsichtig vorzugehen, um den Baum nicht zu verletzen. Oftmals ist es allerdings ausreichend, das Harz mit den Händen vom Baum zu lösen. Nimm nur so viel ab, das noch genügend Harz am Baum bleibt, um die Wunde verschlossen zu halten – sammle lieber kleine Mengen von mehreren Bäumen. Auch durch kleine Harzperlen von Zapfen kann der Vorrat nach und nach aufgestockt werden.

Das Baumharz kann zu Hause auf einem Holzbrett ausgebreitet und an einem warmen Ort getrocknet werden. Es empfiehlt sich, das Harz nur vollständig trocken in Schraubgläser zu füllen und länger aufzubewahren, denn feuchte Pflanzenteile im Harz könnten sonst schimmeln.
Wenn sich das klebrige Harz nicht aus dem Sammelgefäß lösen lässt, kann das Gefäß in den Gefrierschrank gestellt werden. In gefrorenem Zustand ist das Harz hart und spröde, sodass es sich leichter entnehmen lässt. Harzrückstände an Händen und Sammelutensilien können mit etwas Pflanzenöl entfernt werden.

Das vielseitige Heilmittel Baumharz kann vor deiner Haustür kostenlos gesammelt werden. Wie das geht und was es zu beachten gibt, erfährst du hier.

Baumharz verwenden

Eine der häufigsten Verwendungen von Harz ist für die Herstellung einer Pechsalbe. Sie kann bei vielen Verletzungen wie Schürf- und Schnittwunden oder Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt werden. Zudem beugt sie Entzündungen vor, schützt vor Keimen und Bakterien und beschleunigt die Wundheilung. Als Zugsalbe kann sie durch Aufweichen und bessere Durchblutung der Haut auch Splitter und Eiterherde an die Oberfläche befördern.

Eine weitere beliebte Verwendung von Harzen ist das Räuchern. Dafür kann sowohl frisches, klebriges, als auch getrocknetes Harz verwendet werden. In Kombination mit anderen Kräutern kann Harz außerdem als Räucherwerk gegen Mücken genutzt werden.
Hast du schon einmal Baumharz selbst gesammelt? Teile deine Erfahrungen und deine liebsten Anwendungen in einem Kommentar unter diesem Beitrag!

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