Walderdbeere

Die Walderdbeere liefert nicht nur köstliche Beeren zum Naschen, sie ist auch eine starke Heilpflanze, die bei Entzündungen, Durchfall und Schwäche hilft.

Die roten Scheinfrüchte der Walderdbeere lassen sich in vielerlei Hinsicht genauso verwenden wie die der kultivierten Gartenerdbeeren. Allerdings besitzt nur die Walderdbeere zahlreiche heilkräftige Eigenschaften, weshalb sie zu den Heilpflanzen gezählt wird.

In der Ernährung

Die Walderdbeere hat von allen Erdbeersorten die aromatischsten Früchte und einen intensiven Duft, der an Rosen erinnert. Die kleinen Beeren sind ein köstliches Topping auf Eiscreme, Kuchen oder Müsli. Sie lassen sich aber auch zu Gelees und Marmeladen verarbeiten.

Im Gegensatz zur Gartenerdbeere besitzen die grünlichen Samen der Walderdbeere Bitterstoffe, die sich nach einigen Minuten Kochen entwickeln. Daher schmecken Marmeladen, die nur aus Walderdbeeren bestehen, leicht bitter. Es empfiehlt sich deshalb, gekochten Fruchtmarmeladen nur wenige Walderdbeeren beizumischen oder die kleinen Beeren stattdessen lieber einfach roh zu naschen.

Heilende Anwendungen

Die Walderdbeere ist nicht nur eine ideale Pflanze für den Naschgarten und -balkon, sondern auch eine wirkungsvolle Heilpflanze. Sie wurde erstmals im zwölften Jahrhundert von Hildegard von Bingen als Heilpflanze erwähnt.

Die Früchte der Walderdbeere sind besonders reich an Vitamin C und Eisen. Die Blätter und Wurzeln enthalten Gerbstoffe, die unter anderem Entzündungen und Durchfall lindern.

Tee aus Blättern und Wurzeln

Ein Teeaufguss mit Blättern oder Wurzeln der Walderdbeere (eine Mischung aus beidem geht auch) lindert Durchfall und Nervosität. Auch zur Anregung des Stoffwechsels und zur Stärkung bei Erschöpfung, Kreislaufproblemen oder nach einer Krankheit wird der Tee eingesetzt.

Die Blätter können vom Frühling bis in den Herbst hinein frisch geerntet werden. Getrocknete Blätter lassen sich, luftdicht verschlossen, lange aufbewahren und das ganze Jahr über verwenden. Die Wurzeln werden im Herbst oder Winter geerntet, gewaschen, zerkleinert und getrocknet.

Für eine Tasse Erdbeertee übergieße zwei Teelöffel getrocknete Blätter und Wurzeln mit 250 Milliliter kochendem Wasser und lass den Aufguss für zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen, nach Geschmack süßen und warm genießen. Trinke bis zu drei Tassen Tee über den Tag verteilt.

Tipp: Für ein stärkeres Erdbeeraroma gib zwei bis drei zerkleinerte Walderdbeeren mit in die Tasse, bevor du das kochende Wasser dazu gießt.

Die Walderdbeere liefert nicht nur köstliche Beeren zum Naschen, sie ist auch eine starke Heilpflanze, die bei Entzündungen, Durchfall und Schwäche hilft.

Der Teeauszug lässt sich ebenso als Gurgelwasser verwenden, um Entzündungen in Hals und Mund sowie Parodontose zu lindern. Bereite dafür einen starken, ungesüßten Tee aus zwei Teelöffel Blättern und Wurzeln und 150 Milliliter Wasser zu und verwende ihn zwei- bis dreimal täglich zum Gurgeln.

Gesichtsmaske mit Früchten der Walderdbeere

Dank der enthaltenen Gerbstoffe wirken die Früchte der Walderdbeere entzündungshemmend. Sie eignen sich deshalb auch zur Pflege von unreiner Haut und Mischhaut. Die Fruchtsäure wirkt zudem desinfizierend und regt die Bildung neuer Zellen an. Eine Gesichtsmaske gegen unreine Haut und Mitesser kann bei Bedarf einmal pro Woche angewendet werden.

Für eine Gesichtsmaske brauchst du diese Zutaten:

So wird die Gesichtsmaske angewendet:

  1. Beeren und Pflanzenöl in einer kleinen Schüssel verrühren und mit einer Gabel zu einer gleichmäßigen Paste zerdrücken.
  2. Die Paste gleichmäßig auf dem Gesicht verteilen, dabei Mund- und Augenpartien aussparen.
  3. Nach 15 Minuten Einwirkzeit das Gesicht mit lauwarmem Wasser abwaschen und im Anschluss kurz mit kaltem Wasser abspülen.

Zusätzlich hilft es außerdem, die Haut nur mit sehr milder Seife zu reinigen, denn eine stark entfettende Seife wirkt auf die Haut austrocknend, was die Talgproduktion noch zusätzlich anregt und Mitesser begünstigt.

Erkennung und Sammeltipps

Die Walderdbeere liefert nicht nur köstliche Beeren zum Naschen, sie ist auch eine starke Heilpflanze, die bei Entzündungen, Durchfall und Schwäche hilft.

Die winterharte Walderdbeere ist ein ausdauernder, krautiger Bodendecker mit einer Wuchshöhe von bis zu 25 Zentimetern und immergrünen Blättern. So erkennst du sie im Wald:

  • Die dreiteiligen Blätter haben einen gesägten Rand.
  • Sie stehen an kurzen Stielen in einer grundständigen Rosette zusammen.
  • Die Stiele sind mit Haaren bedeckt, die nach oben zeigen.
  • An den Stängeln stehen wenige weiße Blüten mit je fünf Blütenblättern.
  • Die Blütezeit ist von April bis Juni, teilweise auch deutlich länger.
  • Die etwa einen Zentimeter großen Früchte sind zunächst grün und im reifen Zustand leuchtend rot.
  • Die einzelnen Nüsse sind auf der Oberfläche der Früchte als gelbe, grüne oder rote Samen deutlich zu erkennen.
  • Die Früchte reifen nach und nach den ganzen Sommer über, bis in den Herbst hinein.

Verwechselt werden kann die Walderdbeere mit der Indischen Scheinerdbeere. Diese hat gelbe Blüten und die Früchte sind geschmacklos bis leicht bitter, jedoch ungiftig. Es empfiehlt sich, vor der Ernte eine Frucht zu probieren, um eine Verwechslung auszuschließen.

Anbautipps

Die Walderdbeere vermehrt sich ganz von selbst durch Ausläufer und breitet sich teppichartig aus. Wenn du noch keine Walderdbeerpflanze hast, kannst du sie mit Samen ziehen oder eine Jungpflanze kaufen.

Die Walderdbeere liebt einen hellen, halbschattigen Standort. Der Boden sollte nährstoffreich und durchlässig sein und regelmäßig befeuchtet werden. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und verhindert, das die Früchte auf die Erde hängen.

Steckbrief

Kurzbeschreibung
Die Walderdbeere ist, anders als man vermuten könnte, keine Wildform der Gartenerdbeere, denn die großfruchtige Gartenerdbeere ist eine Züchtung aus amerikanischen Erdbeersorten. Die kleine Walderdbeere ist dagegen in weiten Teilen Europas und Asiens beheimatet und verbreitet sich als Bodendecker von ganz alleine.
Lateinischer Name
Fragaria vesca
Andere Namen
Monatserdbeere, Buscherdbeere
Familie
Rosengewächse (Rosaceae)
Erntemonate
Apr - Sep
Verwendbare Pflanzenteile
Blätter, Früchte, Wurzeln
Blattform
dreizählig
Blütenfarbe
weiß
Fundorte
Lichte Wälder und Waldränder
Verwechslungsgefahr
Mit der indischen Scheinerdbeere, die gelbe Blüten hat, leicht bitter schmeckt aber nicht giftig ist.
Giftigkeit
ungiftig
Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Eisen, Flavonoide, Gerbstoffe, Vitamin C
Eigenschaften
adstringierend, beruhigend, blutreinigend, entzündungs­­hemmend, harntreibend, stoffwechselanregend, tonisierend
Hilft bei
Durchfall, Erschöpfung, Halsentzündungen, Mundschleimhautentzündungen, Nervosität, Schwäche, Zahnfleischentzündungen

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