Gemeiner Efeu
Efeu, botanisch (“Hedera helix“), ist eine robuste, immergrüne Kletterpflanze, die seit Jahrtausenden als Heilmittel, Zierpflanze und Symbol der Treue geschätzt wird. In der Volks- und Naturheilkunde setzt man vor allem Efeublätter ein. Sie sind bekannt für ihre schleimlösende, krampflösende und entzündungshemmende Wirkung. In moderner Medizin finden Efeu-Extrakte Anwendung bei Husten und Bronchitis, da sie helfen, festsitzenden Schleim zu lösen und die Atmung zu erleichtern.
Heilende Anwendungen
Die Medizin nutzt hauptsächlich die Efeublätter (Hedera helicis folium), die besonders reich an Triterpensaponinen, Flavonoiden und Hederacosid C sind.1 Diese Inhaltsstoffe machen die Pflanze effektiv bei Atemwegserkrankungen: Sie wirkt schleimlösend, krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell.2 Saponine fördern das Abhusten, denn die Flimmerhärchen in den Bronchien werden aktiviert. Das ist ideal bei Bronchitis und Husten.3 Somit ist Efeu ähnlich wirksam wie synthetische Schleimlöser (z.B. Acetylcystein). Das wurde in einer Meta-Analyse gezeigt, die eine vergleichbare Wirksamkeit bei kürzerer Behandlungsdauer fand.4
Auch bei Rheuma findet Efeu Anwendung.5 Tierstudien und In-vitro-Untersuchungen deuten auf anti-arthritische und entzündungshemmende Effekte hin, die den Flavonoiden und Saponinen zugeschrieben werden.
Die harnsäuresenkenden Eigenschaften bei Gicht von Efeu sind in der Volksmedizin bekannt, aber es gibt keine robusten klinischen Studien, die dies eindeutig belegen.
Hinweis: Alle Pflanzenteile sind giftig – insbesondere die Beeren, aber auch Blätter können Hautreizungen (Dermatitis) verursachen oder bei Einnahme Brechreiz, Durchfall oder schlimmere Symptome auslösen. Deshalb sollte man auf selbstgemachte Mittel verzichten und auf medizinisch geprüfte Zubereitungen setzen. Darüber hinaus ist es ratsam, bei der Ernte Handschuhe zu tragen. Schwangeren und Kindern unter 2 Jahren wird Efeu nicht empfohlen.
Trotz der giftigen Inhaltsstoffe lässt sich Efeu sehr gut äußerlich im Haushalt und zur Körperpflege verwenden. Mit der Pflanze stellst du einfach kostenlose Spül-, Wasch- und Pflanzenschutzmittel her und bekämpfst Cellulite6 und Hautirritationen7. Bevor du die Kletterpflanze einsetzt, solltest du jedoch prüfen, ob du oder Familienmitglieder allergisch reagieren.
Efeuwaschmittel
Selbstgemachtes Efeuwaschmittel ist eine natürliche Alternative zu Waschmitteln aus dem Supermarkt.
Da Efeu ganzjährig wächst, kann das Waschmittel jederzeit neu zubereitet werden. Benötigt werden etwa 30 Gramm Efeublätter, Wasser, etwas Waschsoda, Sauerstoffbleiche für weiße Wäsche und ein großes Schraubglas.
Beachte, dass tierische Fasern durch Verwendung von Soda aufquellen können. Wenn du Seide oder Wolle mit Efeu waschen möchtest, lasse das Soda bei der Herstellung einfach weg.
Noch einfacher geht es, wenn du ein paar Blätter klein schneidest, diese in ein Wäschenetz oder eine verwaiste Socke steckst und direkt in die Waschtrommel gibst.
Mehr zum Waschen mit Efeu erfährst du hier.

Efeuspülmittel
Das Efeuwaschmittel kann nicht nur zum Wäschewaschen, sondern auch für den Abwasch genutzt werden. Dafür das Waschsoda direkt mit der Efeu-Lösung aufkochen und optional mit etwas Speisestärke angedicken. Nach dem Abkühlen kann das Efeuspülmittel verwendet werden.
Efeu-Mittel gegen Pflanzenläuse
Efeu kann außerdem helfen, Läuse von Pflanzen zu vertreiben. Für ein Spritzmittel gegen Läuse zirka 50 Efeublätter grob zerkleinern und in einem Liter Wasser erhitzen. Die Mischung ungefähr eine halbe Stunde köcheln lassen und danach die Blätter abseihen.
Efeu gegen Cellulite
Bei Auftreten von Cellulite oder Orangenhaut kann eine Behandlung mit dem im Efeu enthaltenen Hederin Linderung verschaffen. Es verbessert die Mikrozirkulation und reduziert Ödeme.8
- 30 g Efeublätter mit einem halben Liter Wasser aufkochen und die Mischung 20 Minuten köcheln lassen
- Pflanzenteile abseihen
- Leinentücher mit dem Sud befeuchten
Die feuchten Tücher werden auf die betroffenen Hautpartien gedrückt. Die Wirkung ist heiß am besten, achte jedoch darauf, dich nicht zu verbrennen. Für gute Ergebnisse wiederhole diese Anwendung zwei- bis dreimal täglich.
Hinweis: Bei selbstgemachten Präparaten ist Vorsicht geboten. Teste am besten vorab auf einer kleinen Hautstelle, ob du allergisch reagierst.
Alternativ kannst du gegen Orangenhaut auch eine einfache Efeu-Salbe selber machen.

Efeu gegen Ekzeme
Die im Efeu enthaltenen Hederine können bei Entzündungen und Irritationen der Haut helfen und sind gegen Ekzeme einsetzbar.
Dafür werden benötigt:
- 30 g Efeublätter
- 50 g Leinsamen
- 0,5 L Wasser
Alles zusammen aufkochen und dann bei mittlerer Hitze etwa 15 Minute köcheln lassen.
Den Sud mit einem Tuch möglichst heiß auf die entzündete Hautstelle tupfen oder in dem Sud getränkte Kompressen um die Entzündung wickeln.
Hinweis: Die Salbe sollte u. a. bei offenen Wunden oder Allergien vermieden werden. Im Zweifelsfall kläre eine Anwendung vorher ärztlich ab.
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Erkennung und Sammeltipps

Die Blätter des Efeus sind 4–10 cm lang und sind drei- oder fünfeckig, handförmig gelappt. In Ausnahmefällen können sie bis zu 25 cm lang werden. Die Blätter sind charakteristisch dunkelgrün mit auffallend weißen Adern. Efeu-Ranken wachsen an Hauswänden, Mauern und Bäumen. Efeu ist ganzjährig grün und kann jederzeit frisch gesammelt werden.
Der Efeu kann bis zu 450 Jahre alt werden und ab einem Alter von etwa 20 Jahren können abweichende Blattformen auftreten. Wie in dem Schema sichtbar, sind diese eher eiförmig und werden 6–10 cm lang.
Sei vorsichtig bei der Ernte der Efeublätter. Manche Menschen reagieren allergisch auf den Wirkstoff Falcarinol. Beachte auch, dass Efeu-Beeren sehr giftig sind und nicht gepflückt und unter keinen Umständen verzehrt werden sollten.
Anbautipps
Efeu gedeiht am besten im Schatten oder Halbschatten. Ab dem siebten oder achten Lebensjahr fängt Efeu an zu blühen und trägt Beeren. Die Blüte beginnt im August und dauert bis in den Oktober. Da in diesen Monaten immer weniger Pflanzen blühen, ist Efeu einer der wenigen Energiespender für Bienen und andere Insekten zu dieser Jahreszeit. Deshalb empfiehlt es sich, Efeu nicht im Herbst zu beschneiden. Auch wenn die Beeren für uns hochgiftig sind, gibt es auch für sie ein paar dankbare Abnehmer, unter anderen Amseln und Stare.
- Miao Yu, Young June Shin, Nanyoung Kim, Guijae Yoo, SeonJu Park, Seung Hyun Kim (2014). Determination of Saponins and Flavonoids in Ivy Leaf Extracts Using HPLC-DAD. Journal of Chromatographic Science ↩︎
- Lutsenko Y., Wieslawa B., Matlawska I., Darmohray R. (2010). Hedera helix as a medicinal plant, Department of Pharmacognosy and Department of Pharmacognosy and Botany ↩︎
- Baharara, H., Moghadam, A. T., Sahebkar, A., Emami, S. A., Tayebi, T. & Mohammadpour, A. H. (2021). The Effects of Ivy (Hedera helix) on Respiratory Problems and Cough in Humans: A Review. Advances in Experimental Medicine And Biology, 361–376. ↩︎
- Schmidt, M., et al. (2016). Efficacy and safety of ivy leaf extract in acute and chronic bronchitis: A meta-analysis. Phytomedicine, 23(6), 641–648. ↩︎
- Rai, A. (2013). The Antiinflammatory and Antiarthritic Properties of Ethanol Extract of Hedera helix. Indian Journal Of Pharmaceutical Sciences, 75(1), 99. ↩︎
- Hexsel, D. & Soirefmann, M. (2011). Cosmeceuticals for Cellulite. Seminars in Cutaneous Medicine And Surgery, 30(3), 167–170. ↩︎
- Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). (2015). Assessment report on Hedera helix L., folium. ↩︎
- Hexsel, D. & Soirefmann, M. (2011). Cosmeceuticals for Cellulite. Seminars in Cutaneous Medicine And Surgery, 30(3), 167–170. ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Efeu sieht wunderschön aus, wenn er sich an Mauern oder Hauswänden empor rankt. Wenn er einmal Wurzeln geschlagen hat, kann sich der Efeu aber in kürzester Zeit über große Flächen ausbreiten. Deshalb wird die Pflanze häufig als lästig empfunden und entfernt. Doch sie hat auch viele positive Eigenschaften. Schon Hildegard von Bingen wusste diese zu schätzen und empfahl Anwendungen mit der Pflanze gegen Gelbsucht. Auch heute können die im Efeu enthaltenen Saponine und Hederine vielseitig im Haushalt und in der Hautpflege genutzt werden. Da er das ganze Jahr über grün ist, kann Efeu jederzeit frisch gepflückt werden.
- Lateinischer Name
- Hedera helix
- Andere Namen
- Gewöhnlicher Efeu, Immergrün, Wintergrün, Mauerpfau, Baumtod
- Familie
- Araliengewächse (Araliaceae)
- Erntemonate
- ganzjährig
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter
- Blattform
- eiförmig, handförmig geteilt
- Blütenfarbe
- grün
- Verwechslungsgefahr
- mit der ebenfalls giftigen Doldenrebe
- Giftigkeit
- giftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- Alle Teile des Efeus beinhalten Saponine, welche in größerer Menge giftig sind. Sie sind hochkonzentriert in den Efeu-Beeren enthalten, welche auf keinen Fall verzehrt werden sollten! Auch den Verzehr der Blätter sollte man vermeiden, da sie in hoher Anzahl giftig wirken.
- Inhaltsstoffe
- Hederin, Helixin, Saponine
- Eigenschaften
- antibakteriell, entzündungshemmend, Gicht, hustenstillend, krampflösend, schleimlösend
- Hilft bei
- Bronchitis, Cellulite, Ekzeme, Geschwüre, Gicht, Keuchhusten, Rheuma










