Aloe vera
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Die ursprünglich von der arabischen Halbinsel stammende Heilpflanze ist wegen ihrer hautpflegenden Wirkung inzwischen weit verbreitet. In der Kosmetikindustrie wird sie als beliebte Zugabe in diversen Pflegeprodukten verwendet und auch auf vielen Fensterbänken ist sie eine beliebte Pflanze für die Hausapotheke. Da sie sehr pflegeleicht ist, gedeiht sie nahezu in jeder Wohnung, so lange sie einen sonnigen Standort bekommt.

Steckbrief

Lateinischer Name Aloe vera
Andere Namen Bitterschopf, Wüstenlilie
Familie Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae)
Erntemonate ganzjährig
Verwendbare Pflanzenteile Blätter
Blattform lanzettlich
Blütenfarbe gelb, orange, rot
Verwechslungs­gefahr Mit anderen Aloe-Arten und Agaven, von denen einige Arten giftig sind
Giftigkeit teilweise giftig
Hinweise zur Giftigkeit Aloin, das sich in einer gelblichen Schicht der Blattrinde findet, ist leicht giftig und wirkt abführend
Warnungen Das Aloin ist giftig für Haustiere
Besondere Inhaltsstoffe Aloin, Essentielle Aminosäuren, Glykoside, Mineralstoffe, Vitamine
Eigenschaften abschwellend, antioxidativ, antiviral, beruhigend, cholesterinsenkend, entgiftend, entzündungs­­hemmend, fungizid, immunstärkend, kühlend, reizlindernd, schmerzlindernd
Hilft bei Diabetes, Ekzeme, Entzündungen, Erkrankungen der Galle, Frostbeulen, Hautentzündungen, Hautprobleme, Insektenstiche, Juckreiz, Neurodermitis, Schuppen, Schuppenflechte, Sonnenbrand, Verbrennungen, Verstopfung, Zahnfleischentzündungen

Anwendungen

Die bekannteste Anwendung der Aloe vera ist die Linderung von Sonnenbrand und gereizter Haut. Die Heilpflanze kann jedoch auch auf andere Weise sehr vielfältig die Haut pflegen und die Gesundheit bereichern und sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.

Aloe vera eignet sich außerdem besonders gut als Zimmerpflanze im Schlafzimmer, da sie auch nachts Kohlendioxid in Sauerstoff umwandelt, während andere Pflanzen Sauerstoff verbrauchen, sobald es dunkel wird.

Der Verzehr von frischen, ganzen Blättern sollte aufgrund des leicht giftigen Aloins vermieden werden. Da es auch für Haustiere giftig ist, empfiehlt es sich, die Pflanze außerhalb deren Reichweite zu platzieren.

In der Ernährung

Das wasserspeichernde Gel in den Blättern der Aloe vera ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren, welche sich auf verschiedenste Weise positiv auf die Gesundheit auswirken. Gel und daraus hergestellter Saft können oral eingenommen werden. Selbstgewonnenes Gel sollte aber zurückhaltend und nicht regelmäßig verzehrt werden, da es geringe Mengen Aloin enthalten könnte, das in größeren Dosen abführend wirkt. Hochwertige Aloe-vera-Produkte aus dem Handel enthalten in der Regel kein Aloin.

Innerlich angewendet besitzt das Gel folgende Wirkungen:

  • reinigt den Organismus von Umweltgiften
  • verbessert den Fettstoffwechsel und hilft somit beim Abnehmen
  • regt die Verdauung an und hilft bei Verstopfung
  • stärkt den Herzmuskel
  • senkt den Cholesterinspiegel
  • stärkt das Immunsystem
  • ist auch für Diabetiker geeignet und senkt den Blutzuckerspiegel
  • hilft akute und chronische Entzündungen zu lindern
  • wirkt gegen Bakterien, die womöglich bereits gegen Antibiotika resistent sind
  • lindert Entzündungen der Atemwege

Saft und Gel können täglich vor den Mahlzeiten pur oder mit Wasser verdünnt getrunken werden. Auch als Zugabe in grünen Smoothies ist das Gel gut geeignet.

Heilende Anwendungen

Die Aloe vera ist eine weit verbreitete und vielseitige Heilpflanze. Das vitamin- und mineralstoffreiche Gel der Blätter besitzt verschiedene Heilwirkungen, insbesondere auf die Haut. Es wirkt unter anderem entzündungshemmend, beruhigend, schmerzlindernd und kühlend und ist auch zur Pflege von sehr gereizter, empfindlicher und neurodermitischer Haut geeignet. Die Aloe vera ist in der Lage, zahlreiche Hautpflegeprodukte spielend zu ersetzen.

Äußerlich aufgetragen lindert das Gel:

  • Insektenstiche
  • Sonnenbrand
  • Entzündungen
  • Kopfschuppen
  • Ekzeme
  • Juckreiz
  • Frostbeulen
  • trockene Haut

Aloe-vera-Gel aus der Pflanze gewinnen

Blätter können von Pflanzen ab einem Alter von drei Jahren geerntet werden. Das liegt zum einen daran, dass die Aloe erst ab diesem Alter besonders reich an Wirkstoffen ist und zum anderen, weil junge Pflanzen den Verlust eines Blattes noch nicht so gut verkraften.

So gelangst du an das Gel:

  1. Das unterste und größte Blatt nahe der Basis mit einem scharfen Messer abtrennen..
  2. Das Blatt mit der Schnittfläche nach unten für etwa eine Stunde in ein Glas stellen, um den gelben, aloinhaltigen Saft ablaufen zu lassen.
  3. Einen Finger breit des Blattes zusätzlich abschneiden, um Aloinreste zu entfernen.
  4. Das Blatt der Länge nach halbieren und das Gel mit einem Löffel herausschaben. Am besten gleich über einer kleinen Schüssel oder einem Schraubglas zum Auffangen des wertvollen Gels arbeiten.

Im Kühlschrank hält sich das Gel für ein bis zwei Wochen. Für die Weiterverarbeitung empfiehlt es sich, mit einem Pürierstab eine homogene Masse daraus herzustellen.

Durch die Zugabe von etwa einem Gramm Vitamin-C-Pulver oder 15 Tropfen Vitamin-E-Öl auf 100 Gramm Gel lässt sich die Haltbarkeit im Kühlschrank weiter verlängern.

Aloe-vera-Eiswürfel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche

Eine weitere praktische Konservierungsmethode für das Gel ist das Einfrieren. Dafür wird das pürierte Gel in eine Eiswürfelform gegeben und für mehrere Stunden ins Gefrierfach gestellt.

Um Schmerzen und Schwellungen durch einen Insektenstich zu lindern, einfach einen Eiswürfel auf die betroffene Hautpartie auflegen und schmelzen lassen. Bei großflächigen Hautproblemen wie einem Sonnenbrand können mehrere Eiswürfel in einen Stoffbeutel oder Waschlappen gegeben werden. Mit diesem kann die Haut gekühlt und feucht gehalten werden.

Das Gel der Aloe vera besitzt zahlreiche heilende Eigenschaften, die du dir auf vielfältigste Weise zunutze machen kannst!

Feuchtigkeitsspendender Lippenbalsam

Das wertvolle Gel der Aloe vera ist ein idealer Feuchtigkeitsspender und hilft, spröde Lippen langanhaltend zu pflegen. Wenn du eine Aloe vera zu Hause hast, kannst du selbst gewonnenes Gel verwenden. Alternativ ist Aloe-vera-Gel im Bioladen oder online erhältlich.

Folgendes wird benötigt:

  • 20 g Aloe-vera-Gel (selbst gewonnenes oder gekauftes Gel)
  • 20 ml Pflanzenöl, das zu deinem Hauttyp passt
  • 8 g Bienenwachs (vom lokalen Imker, aus der Apotheke oder dem Bioladen)
  • 10 g Sheabutter (gibt’s ebenfalls im Bioladen)
  • leere Glastiegel oder Lippenstifthülsen

Das Gel der Aloe vera besitzt zahlreiche heilende Eigenschaften, die du dir auf vielfältigste Weise zunutze machen kannst!

So gehst du vor:

  1. Pflanzenöl und Bienenwachs in ein Glas geben und im Wasserbad langsam bei niedriger Temperatur gerade so weit erwärmen, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist.
  2. Sheabutter unterrühren und darin schmelzen lassen.
  3. Aloe-vera-Gel hinzugeben und alles für 30 Sekunden zu einer homogenen Masse verrühren. Besonders gut eignet sich dafür ein Milchschäumer.
  4. Aus dem Wasserbad nehmen und sofort in saubere Tiegel abfüllen. Ohne Deckel auskühlen lassen.

Bei Verwendung von gekauftem Gel ist der Balsam mehrere Wochen haltbar. Mit selbst gewonnenem Gel fällt die Haltbarkeit kürzer aus. In diesem Fall ist es empfehlenswert, während der Zubereitung einige Tropfen Vitamin-E-Öl hinzuzugeben und den Balsam kühl zu lagern.

Eine Aloe-vera-Pflegelotion und pflegendes Rasieröl können ganz einfach aus nur zwei Zutaten hergestellt werden.

Erkennung und Sammeltipps

Das Gel der Aloe vera besitzt zahlreiche heilende Eigenschaften, die du dir auf vielfältigste Weise zunutze machen kannst!

Die sukkulente Pflanze kann bis zu 60 cm hoch werden und bevorzugt einen trockenen, sonnenexponierten Standort. Sie benötigt im Winter einen kühleren Standort, aber nicht unter 10 °C. Dann kann die Pflanze ab einem Alter von drei Jahren auch Blüten bilden.

  • Die Blätter sind lanzettlich, spitz zulaufend und besitzen bedornte Blattränder.
  • Die Blätter sind rosettenartig angeordnet und bis zu 50 cm lang.
  • Sie sind graugrün gefärbt mit hellen Punkten und manchmal rötlich überhaucht.
  • Die Blütezeit liegt zwischen Januar und März.
  • Der langgestielte Blütenstand ist etwa 60 cm hoch und kann ein bis zwei Seitenzweige bilden.
  • Die Röhrenblüten sind rings um den Stängel in Trauben angeordnet.
  • Die einzelnen Blüten öffnen sich langsam von unten nach oben entlang des Stiels.

Aloe vera kann mit Agaven verwechselt werden, von denen einige Arten giftig sind. Agaven werden allerdings deutlich größer als die Aloe vera und die Blattspitze hat einen mehr oder weniger stark entwickelten Dorn.

Anbautipps

Alle Aloe Arten bevorzugen einen hellen und sonnigen Standort. Wenn die Pflanzen jedoch an einem eher schattigen Platz gestanden haben, müssen sie langsam über mehrere Wochen hinweg an einen sonnigeren Standort gewöhnt werden. Auch mit weniger Sonnenlicht gedeihen die Pflanzen, ihr Wuchs ist allerdings bei mehr Licht deutlich kräftiger.

An einem warmen Standort fühlt sich die Aloe vera am wohlsten. Wegen ihrer dicken, wasserspeichernden Blätter kommt die Pflanze auch mit wenig Wasser gut zurecht. Wöchentliches Gießen reicht aus, Staunässe verträgt sie überhaupt nicht.

Da die Pflanze sehr frostempfindlich ist, muss sie in unseren Breiten ab Temperaturen unter 10 °C ins Haus geholt werden. Ideal ist ein heller Standort bei etwa 15 Grad Celsius wie zum Beispiel ein Wintergarten. Während der Winterzeit benötigt die Aloe nur sehr wenig Wasser und keinen Dünger.

Neben der Vermehrung über Samen bildet die Aloe vera viele Kindel (Ableger), die ab einer Wuchshöhe von fünf Zentimetern von der Mutterpflanze getrennt und umgetopft werden können. Am besten eignet sich dafür Kakteenerde oder Blumenerde gemischt mit lockerem Sand. Da die Aloe sehr kalkliebend ist, kann ein Teelöffel Kalkpulver oder zermörserte Eierschalen hinzugegeben werden.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!