Quittenbrot selber machen – lecker und gut für die Verdauung
Quitten gehören zum Herbst wie buntes Laub und Nebelschwaden. Aus ihnen lässt sich ein ganz besonderer Genuss herstellen: Quittenbrot. In vielen Regionen ist es ein traditionelles Naschwerk – bei uns fast in Vergessenheit geraten. Zeit, das zu ändern.
Tipp: Eine traditionelle Variation von Quittenbrot ohne Zucker findest du hier. Die Zubereitung dauert etwas länger, der Geschmack der Quitte bleibt dadurch besonders gut erhalten.
Rezept Quittenbrot
30
Portionen1
Stunde30
Minuten65
kcalQuittenbrot ist eine Art Fruchtpaste, die nach dem Trocknen schnittfest wird und sich in kleine Würfel oder Rauten schneiden lässt. Perfekt als kleine Nascherei oder als süße Beilage zu Käse.
Zutaten
1 kg Quitten (mit Kerngehäuse)
ca. 500–600 g Zucker (je nach Geschmack)
etwas Zimt (optional)
Saft einer halben Zitrone
Zubereitung
- Die Quitten mit einem Tuch abreiben, um den Flaum zu entfernen. In Stücke schneiden – Schale und Kerngehäuse dürfen dranbleiben.
- Mit Wasser knapp bedeckt weich kochen (etwa 30–40 Minuten), bis die Stücke zerfallen.
- Das Fruchtmus durch ein feines Sieb oder die flotte Lotte passieren.
- Das entstandene Quittenpüree abwiegen und mit der Hälfte des Gewichts an Zucker mischen. Zitronensaft zugeben. Wer mag, kann auch eine Prise Zimt unterrühren.
- Das Mus ein bis zwei Zentimeter dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech streichen.
- Etwa drei Stunden im Ofen bei 100 Grad Celsius trocknen lassen.
- Anschließend in Rauten oder Streifen schneiden.
- Zum Schluss werden die Stückchen von beiden Seiten in Zucker gewälzt, damit sie später nicht zusammenkleben. Das Quittenbrot sollte in einem luftdichten Gefäß aufbewahrt werden.
Gesundheitliche Vorteile von Quitten
Quitten enthalten viele Gerbstoffe, Pektin und Vitamin C. Ihr hoher Pektingehalt sorgt nicht nur für eine natürliche Gelierwirkung, sondern unterstützt auch die Verdauung.1 Die enthaltenen Gerbstoffe helfen bei leichtem Durchfall oder Magenbeschwerden. Außerdem sind Quitten eine gute Quelle für Antioxidantien, die freie Radikale im Körper binden können.2
Mehr Informationen und Rezepte für die Quitte und 35 andere Pflanzen findest du in unserem Buchtipp:
Wie ist dein Quittenbrot gelungen? Hast du vielleicht eine besondere Variante ausprobiert? Teile deine Erfahrungen und Rezepte gern in den Kommentaren.
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- Dranca, F.; Oroian, M. Extraction, purification and characterization of pectin from alternative sources with potential technological applications. Food Res. Int. 2018, 113, 327–350. ↩︎
- Wojdyło, A., & Oszmiański, J. (2024). Quinces (Cydonia oblonga, Chaenomeles sp., and Pseudocydonia sinensis) as medicinal fruits of the Rosaceae family: Current state of knowledge on properties and use. Nutrients, 16(3), 346. ↩︎

wie ich gerade sehe, hat sich oben bei meinem Vorschlag ein kleiner Fehler eingeschlichen, nicht das Quittenbrot, sondern die Quitten in die Mikrowelle legen. entweder bei 600 Watt ca. 7-10 Minuten oder 5 Minuten bei 900 Watt, anschließend lassen die Quitten wie Butter schneiden und können sofort püriert werden.
das Wälzen in Kokosflocken hat sich bewährt. viel Spaß beim Ausprobieren, schmeckt echt lecker.
Hallo zusammen. Ich kenne das Quittenbrot noch von meiner Uroma, die hat das schon vor 80 Jahren so gemacht und Luft getrocknet. Ich will es jetzt auch einmal probieren. Statt mit Zucker möchte ich probieren, es in Kokosflocken oder Mandeln zu wenden.
Um es leichter schneiden zu können, eventuell vorher kurz in die Mikrowelle legen.
@Hajotpro Aber mit Zucker mischst du die Quittenmasse schon vorm trocknen? Oder nur das reine Quittenmus trocknen? Ich habe leider keinen Ofen im Wohnzimmer, deshalb MUSS ich es immer im Backofen trocknen, allerdings bei maximal 50 Grad.
Hallo, wir stellen seit Jahren Quittenbrot her und haben noch nie das Brot im Ofen getrocknet und noch nie mit Zucker bestreut. Wir lassen die ein cm dicke Masse auf einem Backblech einige Tage auf einem Ofen im Wohnzimmer trocknen, schneiden sie in Quadrate, die wir anschließend weiter trocknen lassen. Ausreichend getrocknet lagern wir sie monatelang in verschlossenen Kunststoffbehältern. Gezuckerte Quadrate schmecken unnatürlich süß und sind wohl auch ziemlich ungesund.
Danke für deinen Erfahrungsbericht! Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich Quittenbrot zubereitet werden kann – und dass die traditionelle Methode mit Lufttrocknung so gut funktioniert.
Diese Variante mit Ofen hat sich vor allem für feuchtere Wohnräume (ohne Kaminofen) oder wenn es schneller gehen soll bewährt. Das Bestreuen mit Zucker ist ebenfalls optional – es sorgt nur dafür, dass die Stücke beim Lagern nicht zusammenkleben. Wer es lieber weniger süß mag, kann diesen Schritt einfach weglassen und das Quittenbrot länger trocknen lassen.
Eine Variante ohne Zucker findest du hier: https://www.kostbarenatur.net/quittenbrot-ohne-zucker-fruchtige-nascherei-aus-alten-zeiten/