Rooibos
Du kennst Rooibos (Aspalathus linearis) wohl vor allem als beruhigenden, koffeinfreien Tee mit rötlich-brauner Farbe. Sein mildes, leicht süßliches Aroma macht ihn besonders für Menschen interessant, die empfindlich auf Koffein oder stark herbe Tees reagieren. Rooibos wirkt ausgleichend auf den Magen-Darm-Trakt, kann zur Entspannung beitragen und liefert wertvolle Antioxidantien, die dein Körper zur Abwehr freier Radikale nutzt. Diese antioxidative Wirkung, vor allem durch Polyphenole wie Aspalathin, unterstützt sanft das Immunsystem und kann entzündungshemmend wirken.
Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung
Rooibos wächst ausschließlich im Westkap Südafrikas, insbesondere im Cedarberg-Gebiet. Dort verarbeiteten die Ureinwohner, die Khoi und San, bereits lange vor der niederländischen Kolonisation die Blätter des Rooibos-Strauchs zu einem aufgussähnlichen Getränk. Als „Rotbusch“ wurde Rooibos im 18. und 19. Jahrhundert von europäischen Siedlern aufgegriffen. Besonders im 20. Jahrhundert gewann Rooibos als koffeinfreie Alternative zu schwarzem Tee an Bedeutung – nicht zuletzt wegen seiner guten Bekömmlichkeit für Kinder und Menschen mit empfindlichem Magen. Heute ist Rooibos ein fest etablierter Bestandteil vieler Genuss- und Gesundheitskulturen weltweit. Seine Verwendung reicht von klassischen Heiß- und Kaltgetränken bis zu kulinarischen und kosmetischen Anwendungen.
In der Ernährung
Rooibos ist von Natur aus koffeinfrei, enthält kein Theobromin und ist daher auch für Kinder, Schwangere oder Menschen, die auf Anregungsmittel verzichten wollen, geeignet. Er liefert Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium – wenn auch in moderaten Mengen – sowie eine Reihe von sekundären Pflanzenstoffen.
In Rezepten kannst du Rooibos als aromatische Flüssigkeitsbasis verwenden: zum Beispiel für einen fruchtigen Rooibos-Smoothie mit Mango und Banane, für ein aromatisches Chia-Pudding-Grundrezept oder sogar für ein Rooibos-Mariniertes Hähnchen mit Zitrone und Kräutern. Diese Zubereitungen nutzen nicht nur den Geschmack, sondern tragen auch zur Flüssigkeitsaufnahme bei.
Heilende Anwendungen
Wissenschaftlich belegt ist vor allem die antioxidative Wirkung von Rooibos durch Polyphenole, besonders Aspalathin und Nothofagin, die zur Abwehr freier Radikale beitragen können und Entzündungsprozesse modulieren.1 Erste Studien deuten darauf hin, dass er möglicherweise den Cortisolspiegel leicht beeinflussen kann, was viele Menschen als beruhigend empfinden. Die bisherigen Erkenntnisse stammen überwiegend aus In-vitro- und Tierstudien.2
Volksheilkundlich wird Rooibos zur Linderung von Magenbeschwerden, Krämpfen und nervöser Unruhe getrunken. Viele Menschen berichten, dass Rooibos bei Einschlafproblemen wohltuend wirkt, auch wenn hierfür klare klinische Studien fehlen.
Gefahren sind gering; allerdings sollte bei sehr hohen Mengen auf eine ausgewogene Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Allergische Reaktionen sind selten, und eine Überdosierung ist bei üblichen Zubereitungen nicht zu erwarten.
So bereitest du Rooibos-Tee richtig zu
Gib ein bis zwei Teelöffel Rooibos-Tee (loser Tee oder Teebeutel) in eine Tasse oder Kanne. Übergieße das Ganze mit sprudelnd kochendem Wasser. Rooibos braucht hohe Temperaturen, um sein Aroma und seine Inhaltsstoffe voll zu entfalten. Lass den Tee mindestens fünf Minuten ziehen, gerne auch bis zu 10 Minuten, je nachdem, wie kräftig du ihn magst. Rooibos wird nicht bitter, du kannst ihn also ruhig länger ziehen lassen.
Du kannst ihn pur trinken oder mit etwas Honig, Vanille, Zimt oder einem Schuss Pflanzenmilch verfeinern. Auch kalt als Eistee ist er wunderbar erfrischend!
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Kosmetische Anwendungen, Haushalt und Garten
Rooibos spielt auch in der äußeren Anwendung eine Rolle: Als kühlender, beruhigender Tee kann er in Kompressen bei Hautirritationen, Rötungen oder Sonnenbrand Linderung bringen. Die enthaltenen Antioxidantien und Mineralstoffe wirken hautberuhigend und können die Regeneration unterstützen.
In der Körperpflege nutzt du Rooibos-Extrakte in Gesichtswassern, Badezusätzen oder Haarspülungen, um Haut und Haar sanft zu pflegen.
Für selbstgemachte Anwendungen eignet sich ein starker Rooibos-Aufguss als Basis für beruhigende Gesichtssprays oder Haarspülungen mit ein paar Tropfen ätherischem Lavendelöl.
Aussehen und Erkennungsmerkmale

Rooibos ist ein buschiger, bis etwa zwei Meter hoch wachsender Strauch. Seine Blätter sind frisch grün und nach der Fermentation typisch rötlich braun.
- Zweige und Blätter: Viele feine, nadelartige Zweige mit kleinen, schmalen, länglichen Blättern
- Blüten: Kleine, unscheinbare gelbe Blüten; Blütezeit ist späte Frühling bis Frühsommer
- Besonderheit: Nach der Fermentation erhält Rooibos seine charakteristische rötliche Farbe und das typische Aroma
Bedingungen für kultivierten Anbau
Rooibos gedeiht am besten in gut durchlässigen, sandigen Böden mit viel Sonne und geringem Frostrisiko. In kalten Mitteleuropa gelingt es meist nur als Topfpflanze auf sonnigem Balkon oder Wintergarten.
- Breiter, T., Laue, C., Kressel, G., Gröll, S., Engelhardt, U. H. & Hahn, A. (2011). Bioavailability and antioxidant potential of rooibos flavonoids in humans following the consumption of different rooibos formulations. Food Chemistry, 128(2), 338–347. ↩︎
- Kathryn E. Speer et. al., (2024) The Effect of Rooibos Tea (Aspalathus linearis) Consumption on Human Health Outcomes: A Systematic Literature Review. Beverages 2024, 10(4), 113 ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Koffeinfreier, rötlich-brauner Tee aus fermentierten Zweigspitzen und Blättern eines südafrikanischen Strauchs
- Lateinischer Name
- Aspalathus linearis
- Andere Namen
- Rotbusch, Rooibostee
- Familie
- Fabaceae (Hülsenfrüchtler)
- Erntemonate
- ganzjährig
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter
- Blattform
- nadelförmig
- Blütenfarbe
- gelb
- Fundorte
- Kultiviert in Westkap, Südafrika; als Tee weltweit erhältlich
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- Keine bekannten negativen Effekte bei üblichen Mengen
- Warnungen
- Hohe Mengen Flüssigkeit immer ausgewogen einsetzen
- Inhaltsstoffe
- Aspalathin, Flavonoide, Mineralstoffe, Nothofagin, Polyphenole
- Eigenschaften
- antioxidativ, entzündungshemmend
- Hilft bei
- Stress, Verdauungsbeschwerden
- Erkennung / Sammeltipps
- Strauch mit feinen, nadelartigen Zweigen; in Europa nicht wild sammelbar






