Mate
Mate (Ilex paraguariensis) ist eine traditionsreiche Pflanze aus Südamerika, die seit Jahrhunderten als belebendes Getränk genossen wird. Die Mate‑Blätter enthalten natürliches Koffein (früher oft als ‚Matein‘ bezeichnet), reichlich Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe, die anregend wirken und gleichzeitig Stoffwechsel und Konzentration unterstützen können.
Hauptsächlich wird Mate heute als Tee zur Steigerung von Wachheit, geistiger Klarheit und als sanfter Muntermacher genutzt. Außerdem erfreut sie sich wachsender Beliebtheit in der gesundheitsbewussten Ernährungsszene. Die Wirkung ist bei vielen Menschen stärker als bei herkömmlichem Tee, jedoch milder als bei Kaffee, was Mate zu einer willkommenen Alternative macht.
Herkunft, Geschichte und kulturelle Bedeutung
Mate stammt ursprünglich aus dem subtropischen Atlantischen Regenwald im heutigen Paraguay, Süd‑ und Zentral‑Brasilien sowie im Nordosten Argentiniens. Die Guarani‑Indigenen nutzten und verehrten Mate seit Jahrhunderten. Sie betrachteten das Getränk als Geschenk der Natur, das Körper und Geist stärkt. Schon vor der Kolonialzeit wurde Mate gemeinschaftlich geteilt und galt als Symbol für Gastfreundschaft und Verbundenheit.
Im 17. Jahrhundert übernahmen jesuitische Missionare den Mate‑Genuss, verfeinerten Anbautechniken und bauten ihn als „Jesuitentee“ systematisch an. Mate war bald ein begehrtes Handelsgut. In argentinischen und paraguayischen Dörfern gehört das Teilen der Mate‑Kalebasse bis heute zum Alltag: Freunde und Familien kreisen das Trinkgefäß als Ausdruck von Gemeinschaft und Achtsamkeit, während sie sich unterhalten.
Mate in der Ernährung
Du kannst die getrockneten Blätter klassisch als heißen Tee zubereiten oder kalt als „Tereré“ genießen. Eine besondere Erfrischung an warmen Tagen. Essbar sind die getrockneten Blätter selbst; sie verbreiten ein herb‑würziges, leicht rauchiges Aroma.
Mate liefert neben Koffein wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Polyphenole und Flavonoide, die als Antioxidantien wirken. Dazu kommen kleine Mengen an Vitaminen (insbesondere B‑Vitamine) sowie Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die den Elektrolythaushalt unterstützen können.
Du kannst Mate in herzhaften und süßen Rezepten einsetzen. Ein erfrischender Mate‑Eistee mit Limette und Minze belebt nach dem Sport. Für den Morgen bringt ein Mate‑Smoothie mit Banane, Haferflocken und Spinat Energie in den Tag. Selbst in Marinaden verleiht die abgekühlte Mate‑Infusion Gemüse oder Tofu eine würzige Note.
Hinweis: Beim Kauf wird zwischen dem schonend luftgetrockneten grünen Mate und der traditionell über Feuer geräucherten Variante (Barbacuá) unterschieden. Während die geräucherte Version ein intensives Aroma bietet, wird empfohlen, nur grünen Mate aus biologischem Anbau zu trinken, um die Aufnahme von gesundheitsschädlichen Rückständen aus dem Rauch (PAK) zu vermeiden. Sehr heißer Mate (>65–70 °C) erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs – unabhängig vom Röstverfahren.1
Heilende Anwendungen
Wissenschaftlich belegt ist, dass Mate durch das enthaltene Koffein und die Polyphenole die Wachsamkeit steigert und leichte Ermüdung mindern kann. Antioxidantien helfen, oxidativen Stress im Körper zu reduzieren.2 Einige Studien deuten darauf hin, dass Mate den Stoffwechsel anregen und so den Fettabbau begünstigen kann, wenngleich die Effekte individuell unterschiedlich sind.3
Volksheilkundlich wird Mate auch zur Unterstützung der Verdauung nach schweren Mahlzeiten geschätzt. Bitterstoffe in den Blättern können die Produktion von Verdauungssäften fördern. Für das Immunsystem können die enthaltenen Flavonoide und Saponine eine mild unterstützende Rolle spielen.4
Mate-Tee
Für den anregenden Tee gib einen gehäuften TL getrocknete Mateblätter in eine Tasse (250 ml) und übergieße sie mit kochendem Wasser. Lasse den Tee 3–5 Minuten ziehen. Mate-Tee kann bis zu dreimal wieder aufgegossen werden, wobei die Ziehzeit beim zweiten und dritten Aufguss etwas verlängert werden sollte.

Wichtig ist, Mate in moderaten Mengen zu konsumieren. Bei empfindlichen Personen oder in hoher Dosierung kann das Koffein zu Herzklopfen, Schlafstörungen oder Magenreizungen führen. Menschen mit Herzrhythmusstörungen, Schwangerschaft oder Stillzeit sollten ärztliche Rücksprache halten.
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Kosmetische Anwendungen und im Haushalt
Mate kann äußerlich als Abkühlung nach dem Sonnenbad oder als Gesichtstonic eingesetzt werden. Ein kalter Aufguss lindert leichte Rötungen und erfrischt die Haut durch seine antioxidativen Bestandteile. Die im Tee enthaltenen Polyphenole tragen zur Hautberuhigung bei, während die sanfte adstringierende Wirkung Poren erfrischt.5
Natürlicher Geruchsentferner
Im Haushalt kannst du gebrauchten Mate‑Tee (ähnlich wie Kaffee) sogar als natürlichen Geruchsentferner im Kühlschrank nutzen. Nachdem du deinen Mate-Tee aufgegossen hast, nimm den feuchten Tee (also die Teeblätter oder den Beutel), gib ihn in eine kleine, offene Schale oder ein Glas und stelle das Gefäß in den Kühlschrank. Die restliche Feuchtigkeit im Tee bindet Gerüche. Am besten lässt du die Schale ein bis zwei Tage im Kühlschrank stehen und tauschst sie dann aus. Wenn du regelmäßig Mate trinkst, kannst du das ganz unkompliziert im Alltag integrieren.
Mate-Hautspray
Ein einfaches Hautspray lässt sich herstellen, indem du einen starken Mate‑Tee aufbrühst, abkühlen lässt und in eine Sprühflasche füllst. Als Haarspülung kann ein abgekühlter Mate‑Aufguss dem Haar Glanz verleihen.
Aussehen und Erkennungsmerkmale

Mate ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der bis zu 15 Meter hoch werden kann, aber in Kulturen meist niedriger wächst.
- Blätter: Die schmalen, lanzettlichen Blätter sind dunkelgrün, lederig und leicht gezähnt am Rand. Die Unterseite wirkt etwas heller. Sie stehen wechselständig am Zweig.
- Blüten: Kleine, unauffällige, grünlich‑weiße Blüten erscheinen in rispigen Blütenständen. Sie verströmen keinen starken Duft.
- Früchte: Nach der Blüte entwickeln sich rote bis schwarzblaue Beeren, etwa erbsengroß.
Typisch für Mate ist die ledrige Blatttextur und das gleichmäßige, dichte Blattwerk. Verwechslungsgefahr besteht kaum mit anderen Sträuchern, sofern man das gesamte Erscheinungsbild betrachtet. Achte auf die markante Blattform mit feinen Zähnen am Rand.
Im natürlichen Lebensraum wächst Mate am Waldrand oder in lichtdurchfluteten Bergwäldern Südamerikas. Die Ernte erfolgt traditionell nach der Reife der Blätter; sie werden getrocknet und oft kurz geröstet, bevor sie zerkleinert als „Yerba“ in den Handel kommt. Die Blütezeit liegt in der Regel im späten Frühling bis Sommer, die Ernte der Blätter im Herbst.
Bedingungen für kultivierten Anbau
Mate lässt sich im Garten oder in großen Töpfen kultivieren. Allerdings benötigt sie ein mildes, frostfreies Klima oder einen hellen Wintergarten. Sie bevorzugt humusreiche, leicht saure Böden mit guter Wasserdurchlässigkeit und gleichmäßiger Feuchtigkeit. Halte den Boden feucht, aber nicht nass, und schütze junge Pflanzen vor starkem Frost.
Im Topf brauchst du regelmäßig organischen Dünger, vor allem in der Wachstumszeit, und ein gut drainiertes Substrat. Stecklinge können für die Vermehrung genutzt werden, Samen keimen langsamer. Ein leichter Rückschnitt hält die Pflanze buschig und fördert neues Blattwachstum. Die Ernte erfolgt am besten im späten Sommer, wenn die Blätter voll ausgebildet sind.
- Dasanayake, A. P., Silverman, A. J. & Warnakulasuriya, S. (2009). Maté drinking and oral and oro-pharyngeal cancer: A systematic review and meta-analysis. Oral Oncology, 46(2), 82–86. ↩︎
- Płatkiewicz, J., Okołowicz, D., Frankowski, R., Grześkowiak, T., Jeszka-Skowron, M. & Zgoła-Grześkowiak, A. (2024). Antioxidant Capacity, Phenolic Compounds, and Other Constituents of Cold and Hot Yerba Mate (Ilex paraguariensis) Infusions. Antioxidants, 13(12), 1467. ↩︎
- Kellie P. Burris, F.M. Harte, P. Michael Davidson, C.N. Stewart Jr, Svetlana Zivanovic.(2012) Composition and bioactive properties of Yerba Mate (Ilex paraguariensis A. St.-Hil.): A review. Chilean Journal of Agricultural Research 72(2):268-274 ↩︎
- Farias, I. V., Fratoni, E., Theindl, L. C., De Campos, A. M., Dalmarco, E. M. & Reginatto, F. H. (2021). In Vitro Free Radical Scavenging Properties and Anti‐Inflammatory Activity of Ilex paraguariensis (Maté) and the Ability of Its Major Chemical Markers to Inhibit the Production of Proinflammatory Mediators. Mediators Of Inflammation, 2021(1), 7688153. ↩︎
- Ramirez, M. R., Rintoul, I., Leiva, M., Molli, J. S. & Yori, J. C. (2023). Oral supplementation of Ilex paraguariensis extract and eggshell membrane exhibit beneficial effects on the skin of mature male rats. Journal Of Pharmacy & Pharmacognosy Research, 216–228. ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Immergrüner Strauch/Baum mit dunkelgrünen, ledrigen Blättern; Grundlage des stimulierenden Mate‑Tees
- Lateinischer Name
- Ilex paraguariensis
- Andere Namen
- Yerba Mate, Jesuitentee
- Familie
- Aquifoliaceae (Stechpalmengewächse)
- Erntemonate
- ganzjährig
- Verwendbare Pflanzenteile
- Blätter
- Blattform
- feinzähnig, lanzettlich
- Blütenfarbe
- grün, weiß
- Fundorte
- Südliches Brasilien, Paraguay, Nordost‑Argentinien
- Verwechslungsgefahr
- Gering, Blattform und –struktur charakteristisch
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- koffeinhaltig. Bei Überdosierung Reizungen möglich
- Warnungen
- Empfindliche Personen sollten Menge beobachten
- Inhaltsstoffe
- Flavonoide, Koffein, Polyphenole
- Eigenschaften
- anregend, antioxidativ, verdauungsfördernd
- Hilft bei
- Frühjahrsmüdigkeit, Immunschwäche, Konzentrationsstörungen, Stoffwechselstörungen, Verdauungsbeschwerden
- Erkennung / Sammeltipps
- Die dichten, ledrigen Blätter sind typisch; Ernte reifer Blätter im Herbst
- Anbau
- Milder, frostfreier Standort, humusreicher Boden, regelmäßige Feuchte











