Ährige Teufelskralle
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Die Ährige Teufelskralle ist in ganz Europa weit verbreitet. Trotz gleichlautender Namen ist sie nicht mit der heilsamen Afrikanischen Teufelskralle verwandt, die bei Gelenkbeschwerden und Arthrose eingesetzt wird. Die Ährige Teufelskralle gedeiht insbesondere in feuchten, lehmreichen Laubwäldern und auf Wiesen, wo sie zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle dient. Auch unseren Speiseplan kann die vitalstoffreiche Pflanze vielfältig aufwerten, wodurch sie ihren Beinamen “Rapunzel” hat (nicht zu verwechseln mit dem Feldsalat, der ebenfalls als Rapunzel bezeichnet wird).

Steckbrief

Lateinischer Name Phyteuma spicatum
Andere Namen Weiße Teufelskralle, Rapunzel, Ährige Rapunzel
Familie Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Erntemonate Jan-Mai, Sep-Dez
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Knospen, Triebe, Wurzeln
Blattform herzförmig, länglich eiförmig
Blütenfarbe weiß
Fundorte Auf lehmigen, feuchten Böden in Laubwäldern, an Waldrändern und Wiesen
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine

Anwendungen

Die Ährige Teufelskralle spielt insbesondere in der Ernährung eine Rolle und lässt sich vielfältig in herzhafte Speisen integrieren.

In der Ernährung

Die gesamte Teufelskrallenpflanze ist essbar und lässt sich auf unterschiedlichste Weise zubereiten, sowohl roh, als auch gekocht. Durch die mild-würzige und leicht scharfe Note ist sie außerdem ideal als Würzkraut geeignet.

Junge Blätter und Triebe der Teufelskralle lassen sich bis Mai ernten und roh auf belegten Broten, in Pesto, Kräuterbutter und Kräuterquark, in grünen Smoothies oder als Salatbeigabe verwenden. Auch Spinat oder anderen Gemüsebeilagen, Aufläufen, Suppen und Eintöpfen geben sie eine aromatisch-würzige Note.

Die jungen, grünen Blütenknospen lassen sich ebenfalls roh essen und als Dekoration auf Salaten, Gemüse oder Broten nutzen. Noch besser schmecken sie kurz gedämpft oder gebraten als Gemüsebeilage. Sie lassen sich aber auch wie Blätter und Triebe zubereiten und in diverse Speisen integrieren.

Das Besondere an der Ährigen Teufelskralle ist allerdings ihre große, rübenähnliche Wurzel. Sie hat einen scharfen Geschmack, der an Meerrettich erinnert und der beim Kochen oder Backen deutlich milder wird. Auch durch das Entfernen der Schale geht ein Großteil der Schärfe verloren.

Die Wurzeln lassen sich von September bis zum Frühling ernten, sofern der Boden nicht gefroren ist. Sie können direkt roh verzehrt werden, zum Beispiel in dünne Scheiben geschnitten auf belegten Broten oder fein geraspelt in Salaten. Gekocht, gebraten oder gebacken, eignen sich die Wurzeln als würzige, leicht scharfe Beilage.

Gebratene Teufelskrallenknospen

Gebratene Knospen der Teufelskralle sind eine aromatische Gemüsebeilage. Auch auf Salaten schmecken sie ausgezeichnet. Die benötigten Knospen lassen sich im Frühling vielerorts finden. Schneide die geschlossenen, grünen Knospen und leicht geöffnete Blüten etwa fünf bis zehn Zentimeter unterhalb der Blütenrispe ab.

Für zwei Portionen gebratene Knospen brauchst du Folgendes:

  • 200 g Teufelskrallenknospen mit Stiel
  • 20-30 g Butter oder Pflanzenöl
  • Salz, Pfeffer, Muskat

So gehst du vor:

  1. Blütenstiele kurz unter kaltem Wasser abspülen und trocken tupfen.
  2. In einer Pfanne Butter oder Öl erhitzen und die Blütenstiele darin drei bis vier Minuten anbraten. Dabei gelegentlich rühren, damit alles gleichmäßig gegart wird.
  3. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und warm servieren.

Die Wurzeln der Teufelskralle lassen sich auf die gleiche Weise braten und als Beilage verwenden, mit oder ohne Schale, je nach Geschmack.

Erkennung und Sammeltipps

Die Ährige Teufelskralle eignet sich als würzige und vitalstoffreiche Beigabe zu diversen herzhaften Speisen, sowohl roh als auch gekocht.

Die Ährige Teufelskralle ist eine mehrjährige, krautige Pflanze und erreicht eine Höhe von 30 bis 70 Zentimetern. An ihren typischen Merkmalen lässt sie sich leicht erkennen:

  • Der unverzweigte Stängel ist kahl und wächst aufrecht in die Höhe.
  • Die bodennahen Blätter sind herzförmig, lang gestielt und haben oft einen dunklen, rötlichen Fleck in der Mitte.
  • Die Stängelblätter sind länglich mit einem gesägten Rand und besitzen keinen Stiel.
  • Am Ende des Stängels sind viele weiße bis grün- oder gelbliche Einzelblüten als Zylinder angeordnet.
  • Diese sind lang, dünn und krallenförmig nach oben gekrümmt.
  • Die Blütezeit ist von Mai bis Juli.
  • Die winzigen Samen reifen ab Juli und verbreiten sich durch den Wind oder bleiben mit ihren Widerhaken im Fell von Tieren hängen.

Verwechselt werden kann die Ährige Teufelskralle nur mit anderen Teufelskrallenarten. Die meisten von ihnen haben auffällige dunkle, blaue bis lilafarbene Blüten.

Anbautipps

Die Ährige Teufelskralle ist ideal für einen naturnahen, bienenfreundlichen Garten geeignet. Sie ist anspruchslos und gedeiht auch mit wenig Pflege. Auf lehmigen, nährstoffreichen und feuchten Böden, an einem halbschattigen bis sonnigen Standort wächst sie am besten.

Eine Direktsaat im Beet erfolgt im Herbst. Im Haus können die Samen bereits im Januar vorgezogen und die vorgezogenen Pflänzchen im Frühling ausgepflanzt werden.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!