Steinkleeöl: Natürliche Hilfe bei Krampfadern und schweren Beinen

Ein Ölauszug mit Steinklee lässt sich einfach ansetzten und kann Wadenkrämpfe, Krampfadern, Schwellungen und vieles mehr auf natürliche Weise lindern.

Wenn die Beine nach einem langen Tag spannen, die Knöchel anschwellen oder sich erste Krampfadern abzeichnen, suchen viele von uns nach einer sanften, aber effektiven Unterstützung aus der Natur. Ein wahrer Schatz, der früher in fast jedem Kräutergarten zu finden war und heute oft zu Unrecht als “Unkraut” am Wegesrand übersehen wird, ist der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis). Auch als Honigklee bekannt, verströmt er im Hochsommer einen süßen Duft nach Heu und Honig. Doch hinter seinem lieblichen Aroma verbirgt sich eine geballte Ladung an Wirkstoffen, die insbesondere unseren Gefäßen und dem Lymphsystem zugutekommen. In diesem Beitrag erfährst du, warum Steinkleeöl ein Muss für deine Hausapotheke ist und wie du den wertvollen Ölauszug ganz einfach selbst ansetzt.

Tipp: Du kannst auch getrockneten Steinklee als Tinktur das ganze Jahr über für deine Gesundheit nutzen.

Der Gelbe Steinklee für die Venen

Der Gelbe Steinklee ist eine imposante Erscheinung. Mit einer Höhe von bis zu 120 Zentimetern und seinen charakteristischen gelben Blütentrauben prägt er von Juni bis August viele sonnige Standorte. Wissenschaftlich betrachtet ist der Steinklee besonders spannend aufgrund seines hohen Gehalts an Cumarinen. Wenn die Pflanze trocknet, wandelt sich das enthaltene Melilotosid in Cumarin um – jenen Stoff, der für den typischen Waldmeister-Duft verantwortlich ist.

In der modernen Phytotherapie wird Steinklee vor allem zur unterstützenden Behandlung von chronischer Veneninsuffizienz eingesetzt.1 Die Inhaltsstoffe bewirken, dass die Kapillarwände abgedichtet werden und die Durchlässigkeit der Gefäße sinkt. Dadurch tritt weniger Flüssigkeit ins Gewebe aus, was Ödeme (Schwellungen) reduziert. Zudem fördert Steinklee aktiv den Lymphfluss und verbessert die Rückströmung des Blutes zum Herzen. Dies macht ihn zum idealen Begleiter bei Beschwerden wie Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen oder Juckreiz bei Krampfadern.

Anleitung: Steinkleeöl im Kaltauszug herstellen

Um die volle Kraft des Honigklees zu nutzen, eignet sich ein Ölauszug hervorragend. Das Öl dient als Lösungsmittel für die fettlöslichen Bestandteile und lässt sich wunderbar in die Haut einmassieren.

Das benötigst du:

  • Steinkleekraut: Am besten das obere Drittel der blühenden Pflanze (Juni bis August). Du kannst es frisch verwenden (leicht anwelken lassen) oder vollständig getrocknet.
  • Pflanzenöl: Wähle ein hochwertiges Basisöl. Bio-Olivenöl ist ideal für trockene Haut und sehr stabil. Mandelöl eignet sich für empfindliche Haut, während Johanniskrautöl die entspannende Wirkung auf die Muskeln verstärken kann.
  • Materialien: Ein sauberes Schraubglas, ein feines Sieb oder einen Teefilter sowie dunkle Flaschen (Braunglas) zur Aufbewahrung.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Vorbereitung:

    Wenn du frischen Steinklee sammelst, breite ihn für 24 Stunden an einem schattigen Ort aus. Das lässt überschüssige Feuchtigkeit entweichen und minimiert das Schimmelrisiko im Öl. Zerkleinere das Kraut anschließend grob.

  2. Ansetzen:

    Fülle dein Schraubglas etwa zu zwei Dritteln mit dem Kraut. Gieße nun das gewählte Pflanzenöl darüber, bis alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind. Es sollte keine Pflanze aus dem Öl ragen, um Oxidation zu vermeiden.

  3. Reifezeit:

    Verschließe das Glas und stelle es an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Platz bei Zimmertemperatur.

  4. Pflege:

    Schüttle das Glas einmal täglich sanft. Das hilft dabei, die Wirkstoffe aus den Pflanzenzellen zu lösen und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung.

  5. Abseihen:

    Nach etwa vier bis sechs Wochen hat das Öl die Inhaltsstoffe aufgenommen. Gieße es durch ein feines Sieb oder ein Tuch ab und drücke die Kräuter gut aus.

  6. Lagerung:

    Fülle das fertige Steinkleeöl in dunkle Flaschen um. Kühl und dunkel gelagert hält es sich in der Regel so lange wie das verwendete Basisöl.

Anwendung des Steinkleeöls für leichte Beine

Die Anwendung von Steinkleeöl ist ein wunderbares Abendritual, um den Körper zu entlasten. Bei schweren Beinen oder Krampfadern empfiehlt es sich, das Öl sanft von den Knöcheln aufwärts in Richtung Herz einzustreichen. Drücke dabei nicht zu fest auf bestehende Krampfadern, sondern streiche eher großflächig und weich.

Bei nächtlichen Wadenkrämpfen kann eine intensivere Massage der Wadenmuskulatur vor dem Schlafengehen (ca. 5 bis 10 Minuten) wahre Wunder wirken. Die krampflösende Komponente des Steinklees hilft der Muskulatur, zur Ruhe zu kommen. Auch bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen oder bei Schwellungen nach Insektenstichen kann das Öl lokal aufgetragen werden, um den Abtransport von Flüssigkeit aus dem Gewebe zu beschleunigen.

Wichtige Hinweise zum Umgang mit Steinklee

Obwohl der Steinklee ein sanfter Helfer ist, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Achte beim Sammeln darauf, nur gesundes Pflanzenmaterial zu verwenden. Verschimmelter Steinklee kann Dicumarol bilden, welches die Blutgerinnung stark beeinflusst – bei sauberer Trocknung und Verarbeitung besteht jedoch keine Gefahr. Wenn du bereits blutverdünnende Medikamente einnimmst oder eine OP bevorsteht, besprich die Anwendung (insbesondere bei innerlicher Einnahme als Tee) bitte mit deinem Arzt. Für die äußerliche Anwendung als Öl ist der Steinklee in der Regel sehr sicher und gut verträglich.

Hast du schon einmal Steinklee gesammelt? Wofür verwendest du ihn? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

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  1. EMA. European Union herbal monograph on Melilotus officinalis (L.) Lam., herba. 21 November 2017 EMA/HMPC/44166/2016 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) ↩︎

Über mich

... experimentiert als gelernte Köchin am liebsten mit nachhaltigen und vegetarischen Rezepten und vermittelt ihr Wissen gerne unkompliziert weiter. Die Natur- und Tierfreundin mit langjähriger Reiterfahrung ist eine Expertin für Haustierzubehör, Naturkosmetik und natürliche Heilmittel.

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3 Kommentare
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  1. Doc Gärtgen

    Ihr Lieben, das ist wirklich ein spannender Tipp zum Steinklee-Öl! Ich schätze sehr, dass ihr alte Heilpflanzen wieder so liebevoll ins Gedächtnis ruft. 😊

    Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn man weniger draußen ist, fühlen sich die Beine manchmal schwer an – da ist das eine super Idee zum Ausprobieren. Danke für eure tolle Arbeit!

    Antworten
  2. Ich habe Steinkleekraut aus der Apotheke und mir davon ein Salbe gemacht – Allerdings habe ich Butterschmalz verwendet mit 1 kl. Hand vom Kraut- 2 Std- erhitzt- (ganz wenig Hitze- ca- 40 Grad) und anschl. abgefiltert- abgefüllt und mit 7 Tropfen äther. Weihrauchöl beduftet- Diese Salbe benutze ich für eine Schultergelenksentzündung- die Einzige Salbe die anschlägt- weniger Schmerzen und beweglicher das Ganze da Steinklee aus Gelenkwasser über die Lymphe abtransportieren kann. Daher : ausprobieren- (auch bei Knie oder Kreuzbeschwerden.

    Antworten
    • Vielen lieben Dank für den Tipp Marion! Gibt es einen bestimmten Grund für das Butterschmalz oder könnte man es auch ersetzen?

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