Kastanientinktur gegen Krampfadern, Hämorrhoiden und viel mehr
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Im Frühjahr präsentiert sich die Rosskastanie mit gewaltigen Blüten und im Herbst mit auffälligen Früchten. Die Früchte sind vor allem bei Kindern sehr beliebt und werden häufig zum Basteln verwendet.

Aber die braunen Früchte können noch viel mehr. Sie enthalten unzählige dienliche Wirkstoffe wie Saponine, Gerbstoffe und Aescin und können auf vielfältige Weise genutzt werden. Du kannst Kastanien beispielsweise zu Waschmittel, Shampoo oder Badezusatz verarbeiten. Eine weitere Möglichkeit zur Anwendung der heilsamen Kastanien ist eine selbstgemachte Tinktur. Sie wirkt gefäßstärkend, zusammenziehend und kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewandt werden.

Kastanientinktur herstellen

Nachdem die Kastanien gesammelt wurden empfiehlt es sich diese sofort zu zerkleinern und zu trocknen, damit sie nicht schimmeln. Außerdem lassen sich im ganzen getrocknete Kastanien kaum noch schneiden. Die getrockneten Kastanienstückchen kannst du in einem Schraubglas problemlos bis zur nächsten Saison aufbewahren. So kann die Kraft der Kastanien das ganze Jahr über genutzt werden.

Für die Herstellung einer Kastanien-Tinktur benötigts du:

  • Rosskastanien
  • Ansatzalkohol wie zum Beispiel Prima Sprit oder anderen neutralen Alkohol mit mindestens 40 % Vol.
  • Glas zum Reifen der Tinktur, zum Beispiel ein leeres Schraubglas
  • Kaffee- oder Teefilter zum Abseihen der Tinktur
  • Braunglasflaschen zur Aufbewahrung der fertigen Tinktur
  • Optional ein paar Wacholderbeeren, um die Wirkung der Kastanien zu steigern

Kastanien liegen im Herbst fast überall herum. Lass sie aber nicht liegen, sondern nutze sie für deine Gesundheit!

So stellst du die Tinktur her:

  1. Kastanien waschen und vierteln, optional die Schale entfernen.
  2. Die Kastanienviertel in kleine Stücke schneiden. Alternativ mit einem leistungsstarken Mixer zerkleinern.
  3. Die Kastanienstücke in ein verschließbares Glas geben, bis es halb voll ist. Optional die Wacholderbeeren dazugeben und mit Alkohol auffüllen, bis die Kastanien vollständig bedeckt sind.
  4. Glas verschließen und für vier bis sechs Wochen an einem lichtgeschützten Ort reifen lassen.
  5. Alle zwei Tage vorsichtig schütteln, damit sich die Wirkstoffe besser lösen.
  6. Nach der Reifezeit die Tinktur abseihen und in Braunglasflaschen füllen.

Kastanien liegen im Herbst fast überall herum. Lass sie aber nicht liegen, sondern nutze sie für deine Gesundheit!

Die braunen Schalen der Kastanien kannst du natürlich ebenfalls verwenden. Allerdings wird die Tinktur dadurch deutlich dunkler. Solltest du die Kastanientinktur zu einer Salbe weiterverarbeiten wollen, sorgt eine helle Tinktur für eine optisch schönere Salbe.

Tipp: Für eine etwas schwächere Tinktur kannst du auch Rosskastanienblüten verwenden. Das ermöglicht es dir die Inhaltsstoffe der Kastanien zeitversetzt bereits im Mai zu nutzen.

Anwendung der Kastanientinktur

Die wertvollen durchblutungsfördernden und antibakteriellen Wirkstoffe können sowohl innerlich als auch äußerlich bei vielen Beschwerden helfen. Das enthaltene Aescin kräftigt die Zellen und reduziert das Austreten von Flüssigkeit. So können Krampfadern, Durchblutungsstörungen und Venenerkrankungen gelindert werden. Die empfohlene Dosierung ist hierfür zwei- bis dreimal täglich 10 bis 30 Tropfen. Du kannst die betroffenen Hautpartien auch mit der Tinktur einreiben um Krampfadern, schmerzende Gelenke, Hexenschuss, Ekzeme, Hautentzündungen und -ausschläge zu lindern.

Bei Hämorrhoiden werden 10 Tropfen der Tinktur täglich mit Wasser oder Tee verdünnt empfohlen. Zusätzlich empfiehlt es sich zweimal täglich eine Kastaniensalbe zu verwenden.

Auch bei Rheuma und Magenkrämpfen kann die Kastanientinktur Linderung verschaffen. Dafür werden zwei- bis dreimal täglich 15 bis 20 Tropfen empfohlen. Äußerlich angewandt kann die Tinktur bei rheumatischen Beschwerden ebenfalls durch Einreiben der betroffenen Regionen helfen.

Beachte:Die Einzeldosis sollte 50 Tropfen nicht überschreiten. Bei frischen Wunden sollte die Dosis auf ein Minimum reduziert werden. Denn die enthaltenen Saponine können sofort ins Blut übergehen und zu Übelkeit und Bauchschmerzen führen.

Tipp: Alkohol trocknet schnell die Haut aus. Bei häufiger äußerlicher Anwendung empfiehlt es sich daher die Tinktur mit ein paar Tropfen Mandel- oder Jojobaöl zu mischen oder die betroffenen Hautpartien nach jedem Einsatz der Tinktur einzucremen. Alternativ kannst du aus der Tinktur auch eine Kastaniensalbe herstellen.

Kastanien liegen im Herbst fast überall herum. Lass sie aber nicht liegen, sondern nutze sie für deine Gesundheit!

Wofür verwendest du Kastanien? Teile deine Tipps und Erfahrungen in einem Kommentar unter diesem Beitrag!

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