Granatapfel
Der Granatapfel (Punica granatum) fasziniert nicht nur mit seiner rubinroten Farbe und dem süß-säuerlichen Geschmack, sondern auch mit seinen inneren Werten. In der Naturheilkunde wird er für seine antioxidativen, entzündungshemmenden und herzschützenden Eigenschaften geschätzt. Die kleinen Kerne, auch Arillen genannt, stecken voller Vitalstoffe. Ob zur Stärkung des Immunsystems, zur Unterstützung bei Wechseljahrsbeschwerden oder als Schutz für Herz und Gefäße: der Granatapfel wird in vielen Gesundheitsfragen gerne eingesetzt.
Herkunft, Geschichte, kulturelle Bedeutung
Der Granatapfel stammt ursprünglich aus dem iranischen Raum und dem Himalaya. Seit über 3000 Jahren wird er im gesamten Mittelmeerraum kultiviert. Schon im Alten Ägypten galt die Frucht als Symbol für Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit. In der griechischen Mythologie spielt sie eine zentrale Rolle in der Geschichte von Persephone, deren Verzehr von Granatapfelkernen sie an die Unterwelt band. Auch in der Bibel taucht der Granatapfel als Zeichen des Lebens und der Fülle auf.
Berühmte Heiler wie Hippokrates und Avicenna nutzten Granatapfelteile bei Magenproblemen und zur Wundheilung. In der persischen und ayurvedischen Medizin wird die Frucht traditionell gegen Entzündungen und zur Stärkung der Verdauung eingesetzt.
In der Ernährung
Die saftigen Kerne des Granatapfels verfeinern Salate, Joghurt, Desserts oder orientalische Gerichte. Auch der Saft ist beliebt: pur, in Smoothies oder als erfrischender Sirup (Grenadine). Essbar sind die Samen samt Fruchtfleisch, also die leuchtend roten Arillen.

Die Kerne enthalten viel Vitamin C und K, Kalium1, Polyphenole und sekundäre Pflanzenstoffe, die als stark antioxidativ gelten. Diese unterstützen das Immunsystem, können Entzündungen mindern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.
Ein einfacher Frühstückstipp: Rühre die Kerne unter dein Müsli oder streue sie über Haferbrei. Für einen orientalischen Salat mische Bulgur, Minze, Granatapfelkerne, Frühlingszwiebeln und etwas Zitronensaft. Oder probiere einen erfrischenden Drink: Granatapfelsaft mit Mineralwasser, Minze und einem Spritzer Limette.
Heilende Anwendungen
Der Granatapfel wird in Studien auf mögliche Wirkungen untersucht. Medizinisch gut belegt ist seine antioxidative Kraft, die durch Polyphenole wie Ellagsäure, Tannine und Flavonoide hervorgerufen wird. Diese Stoffe schützen Zellen vor oxidativem Stress und wirken entzündungshemmend.2
Wissenschaftlich wird der Granatapfel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Arteriosklerose erforscht.3 Auch seine Wirkung auf Prostatakrebs wird untersucht.4 In der Volksmedizin nutzt man ihn bei Verdauungsproblemen, Durchfall oder Wechseljahrsbeschwerden.
Die Schale, oft als Abfall angesehen, enthält besonders viele Gerbstoffe und wird in der Naturheilkunde bei Durchfall oder zur Parasitenbekämpfung eingesetzt. Vorsicht ist allerdings bei hohen Dosierungen geboten – insbesondere die Wurzelrinde enthält Alkaloide, die giftig sein können. Fertigpräparate aus der Apotheke sind sicherer als Selbstversuche mit Rinde oder Schale.
Granatapfeltee
Koche zwei Esslöffel getrocknete Granatapfelschale in 500 ml Wasser für etwa 10 Minuten, dann abseihen. Wer mag, kann mit Zimt, Honig oder frischer Minze verfeinern. Dieser Tee eignet sich gut zur Unterstützung der Verdauung oder bei Erkältungen – allerdings ist der Geschmack recht herb.
Als mildere Alternative eignet sich ein Tee aus den Kernen. Dazu einfach zwei Esslöffel frischer Granatapfelkerne mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und bei Bedarf süßen. Dieser Aufguss ist nicht nur fruchtig-erfrischend, sondern liefert ebenfalls wertvolle Polyphenole, die antioxidativ wirken und das Immunsystem stärken können.
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Kosmetische Anwendungen, im Haushalt und Garten
In der Naturkosmetik ist Granatapfelextrakt ein gefragter Inhaltsstoff für reife und trockene Haut. Seine Antioxidantien wirken zellschützend, die enthaltenen Öle fördern die Regeneration und beugen Hautalterung vor. Das aus den Kernen gewonnene Granatapfelsamenöl zieht tief in die Haut ein und ist besonders bei sensibler oder sonnengeschädigter Haut beliebt.
Ein einfaches Hausmittel ist eine selbstgemachte Gesichtsmaske: Vermische etwas Granatapfelsaft mit Quark und Honig, auftragen, 15 Minuten einwirken lassen, abspülen: Das Ergebnis ist ein frischer Teint.
Im Haushalt kann getrocknete Schale auch zum Färben von Stoffen verwendet werden. Insekten mögen die bittere Schale gar nicht – man kann sie getrocknet in Schalen legen, um Mücken fernzuhalten.
Aussehen und Erkennungsmerkmale

Der Granatapfelbaum oder -strauch ist ein sommergrünes Gehölz, das bis zu fünf Meter hoch werden kann. Er liebt Wärme und Sonne und trägt seine Früchte meist ab Spätsommer bis in den Herbst.
- Blätter: schmal, glänzend grün, gegenständig oder in Büscheln angeordnet
- Blüten: leuchtend orange-rot, glockenförmig, meist zwischen Mai und Juli
- Früchte: rund, apfelgroß, mit harter, lederartiger Schale; Farbe von gelblich bis tiefrot
- Samen: von transparentem, rubinrotem Fruchtfleisch umgeben
Die Pflanze ist gut zu erkennen, Verwechslung ist kaum möglich. Ihr markanter Blütenstand und die ledrige Frucht machen sie unverwechselbar. Beim Sammeln der Früchte im Herbst sollte man darauf achten, dass sie sich schwer anfühlen und beim Klopfen metallisch klingen – dann sind sie reif.
Bedingungen für kultivierten Anbau
Der Granatapfel lässt sich auch bei uns im Kübel kultivieren – ideal für Balkon oder Terrasse. Er braucht einen sonnigen, geschützten Standort und bevorzugt durchlässige, nährstoffreiche Erde. Während der Vegetationszeit regelmäßig gießen und gelegentlich düngen, im Winter sollte er frostfrei, aber kühl stehen.
Im Frühjahr kann zurückgeschnitten werden, um die Form zu erhalten. Die Vermehrung erfolgt über Stecklinge oder Samen. Erntezeit ist meist im Oktober, je nach Region. Mit etwas Geduld trägt auch ein Topfbaum nach einigen Jahren erste Früchte.
- Naehrwertrechner.de. Zuletzt aufgerufen am 04.12.2025 ↩︎
- Gil, M. I., Tomás-Barberán, F. A., Hess-Pierce, B., Holcroft, D. M. & Kader, A. A. (2000). Antioxidant Activity of Pomegranate Juice and Its Relationship with Phenolic Composition and Processing. Journal Of Agricultural And Food Chemistry, 48(10), 4581–4589. ↩︎
- Aviram, M., Dornfeld, L., Rosenblat, M., Volkova, N., Kaplan, M., Coleman, R., Hayek, T., Presser, D. & Fuhrman, B. (2000). Pomegranate juice consumption reduces oxidative stress, atherogenic modifications to LDL, and platelet aggregation: studies in humans and in atherosclerotic apolipoprotein E–deficient mice. American Journal Of Clinical Nutrition, 71(5), 1062–1076. ↩︎
- Pantuck, A. J., Leppert, J. T., Zomorodian, N., Aronson, W., Hong, J., Barnard, R. J., Seeram, N., Liker, H., Wang, H., Elashoff, R., Heber, D., Aviram, M., Ignarro, L. & Belldegrun, A. (2006). Phase II Study of Pomegranate Juice for Men with Rising Prostate-Specific Antigen following Surgery or Radiation for Prostate Cancer. Clinical Cancer Research, 12(13), 4018–4026. ↩︎
Steckbrief
- Kurzbeschreibung
- Strauch oder kleiner Baum mit leuchtenden Blüten und runder Frucht voller saftiger Kerne
- Lateinischer Name
- Punica granatum
- Andere Namen
- Paradiesapfel, Grenadine, Punica
- Familie
- Weiderichgewächse (Lythraceae)
- Erntemonate
- Okt
- Verwendbare Pflanzenteile
- Früchte
- Blattform
- gegenständig, glänzend, schmal
- Blütenfarbe
- orange, rot
- Fundorte
- Ursprung in Persien, kultiviert im Mittelmeerraum und weltweit in warmen Regionen
- Verwechslungsgefahr
- gering, sehr charakteristische Pflanze
- Giftigkeit
- ungiftig
- Hinweise zur Giftigkeit
- grundsätzlich ungiftig, Rinde und Wurzel jedoch nicht für Laien geeignet
- Warnungen
- Schalen und Rinden enthalten Alkaloide, in hohen Dosen nicht anwenden
- Eigenschaften
- antioxidativ, entzündungshemmend, gefäßstärkend
- Hilft bei
- Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verdauungsprobleme, Wechseljahresbeschwerden
- Erkennung / Sammeltipps
- schwer und metallisch klingende Früchte im Herbst ernten
- Anbau
- im Kübel möglich, sonnig, durchlässige Erde, frostfrei überwintern












