Heidekraut
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Die Besenheide ist ein niedriger Strauch, der vom Flachland bis ins Gebirge vorkommt und das Landschaftsbild vieler Heideflächen prägt. Der lateinische Name Calluna stammt vom griechischen Wort “kalynein”, das bedeutet “sauber machen, reinigen, fegen”. Auch der deutsche Name weist darauf hin, dass die Zweige der Pflanze früher zu Besen verarbeitet wurden.

Steckbrief

Lateinischer NameCalluna vulgaris
Andere NamenErika, Besenheide, Immerschön, Besenkraut, Heidekraut, Sommerheide, Herbstheide
FamilieHeidekrautgewächse (Ericaceae)
ErntemonateAug-Okt
Verwendbare PflanzenteileBlüten, Triebe
Blattformnadelförmig
Blütenfarberosa, violett
Fundortetrockene Wälder, Heiden, Moore, Bergwiesen
Verwechslungs­gefahrmit der Winterheide, diese blüht etwas später und hat nadelartige Blätter
Giftigkeitungiftig
Besondere InhaltsstoffeArbutin, Gerbstoffe, Hydrochinon, Quercetin, Schleimstoffe
Eigenschaftenadstringierend, antiseptisch, beruhigend, blutreinigend, harntreibend, schlaffördernd, stopfend
Hilft beiBlasenleiden, Gicht, Hautausschläge, Nervosität, Nierenprobleme, Rheuma, Schlafstörungen

Anwendungen

Die Besenheide ist eine fast vergessene Heilpflanze, die stärkend auf Psyche und Körper wirkt. Pfarrer Kneipp entdeckte die gesundheitsfördernde Wirkung dieser Pflanze im 19. Jahrhundert wieder und schätzte sie insbesondere wegen ihrer blutreinigenden Wirkung.

In der Ernährung

In der Küche spielt die Besenheide keine große Rolle, allerdings ist sie für Bienen enorm interessant. Aus dem Nektar der Besenheide entsteht der sogenannte “Heidehonig”. Dieser kräftige Honig wird gerne als Zutat für Gewürzbrot verwendet.

Heilende Anwendungen

In der Pflanzenheilkunde wird Besenheide als Tee und Tinktur verwendet. In mittelalterlichen Büchern wird das Heidekraut als “ein vürtrefflich arztenei” gepriesen.

Tinktur

Äußerlich wird die Tinktur bei Ausschlägen, Entzündungen und geröteter Haut eingesetzt.

Tee

Bei Rheuma und Gicht kann Tee aus den blühenden Teilen der Besenheide Linderung bringen, ebenso bei Blasenentzündung und Prostataleiden.

Heidekraut-Blütentee fördert, mit Honig gesüßt, das Einschlafen. Auch bei Hautausschlägen und Rötungen kann lauwarmer Tee aufgetupft werden.

Teezubereitung:

Ein bis zwei Teelöffel Besenheide mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Danach abseihen. Zwei bis drei Tassen täglich lauwarm genießen.

Größere Mengen des Tees sollten nicht getrunken werden, da es sonst zu Magenbeschwerden kommen kann.

Besenheide in Haus und Stall

Um Heideflächen zu erhalten, müssen diese regelmäßig gepflegt werden. Früher wurden mit sogenannten “Plaggehauen” die Pflanzen mitsamt Wurzeln ausgegraben, um die Heiden zu verjüngen.

Die ausgegrabenen “Plaggen” wurden als Einstreu oder als Dachmaterial beim Bau von Hütten und Ställen verwendet.

Heute wird schweres Gerät eingesetzt, um die Heiden vor überwucherndem Gras und Bäumen zu schützen. In Norddeutschland werden auch noch Heidschnucken, eine kleine Schafrasse, zum Freihalten der Landschaft eingesetzt.

Erkennung und Sammeltipps

Die Besenheide gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und ist in unseren Breiten heimisch. Der Zwergstrauch kann bis zu 40 Jahre alt werden und blüht von Juli/August bis Oktober.

  • Heidekraut wird bis zu einem Meter lang, die verästelten Stengel liegen am Boden, während die Zweige nach oben streben.
  • Die Blätter sind immergrün und sitzen in vier Reihen am Zweig.
  • Das Blattwerk ist dachziegelartig angeordnet.
  • Die Blüten sind rosa bis hellviolett und stehen in langen Blütenständen am Zweigende.
  • Die Kelchblätter überragen die Kronblätter.
  • Die Einzelblüte besteht aus vier gleichfarbigen Kelch- und Kronblättern.
Die Erika ist nicht nur wunderschön, sondern kann auch bei Ausschlägen, Entzündungen, Rheuma, Gicht und mehr helfen

Anbautipps

Die Besenheide ist für naturbelassene Gärten eine dekorative Pflanze für sandige Böden und Böschungen. Im Handel gibt es mittlerweile über 1.000 Zuchtsorten, weshalb das Heidekraut eine populäre Winterpflanze geworden ist.

Die sogenannte “Knospenheide” erweckt aufgrund ihrer immer geschlossenen Blüten den Anschein, den ganzen Winter über zu blühen. Auch bei vielen anderen Zuchtformen wurde die Blühzeit manipuliert, sodass die Pflanze auch im Winter noch Gärten und Hänge schmückt.

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