Ackerschachtelhalm-Tinktur (Zinnkraut) selbst ansetzen

Das vermeintliche Unkraut Ackerschachtelhalm hat viele heilende Eigenschaften und kann z.B. bei Cellulite, Blasenentzündung und Akne helfen.

Der Ackerschachtelhalm, auch Zinnkraut genannt, (nicht zu verwechseln mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm) ist eine der wenigen verbliebenen Urzeitpflanzen. In der europäischen Phytotherapie wird das Kraut traditionell genutzt – vor allem im Zusammenhang mit Durchspülung (Erhöhung der Urinmenge) bei leichten Harnwegsbeschwerden.1

Ackerschachtelhalm sammeln

Aufgrund ihres einzigartigen Erscheinungsbildes ist der Ackerschachtelhalm leicht zu erkennen, wird aber gelegentlich auch mit anderen Schachtelhalmarten verwechselt. Wichtig ist insbesondere die Unterscheidung zum giftigen Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre). Mehr zur Bestimmung der beiden Pflanzen findest du hier. Wer nicht sicher bestimmen kann, verwendet besser qualitätsgeprüfte Handelsware.

Verwechslungspartner Ackerschachtelhalm mit Sumpfschachtelhalm

Die grünen Sommertriebe stehen typischerweise ab dem Frühjahr bis in den Sommer zur Verfügung. regional kann das variieren. Für eine Tinktur schneidest du das obere Drittel ab und hängst es kopfüber zum Trocknen auf. Das getrocknete Kraut kannst du leicht zerkleinern und zur Aufbewahrung in Schraubgläser füllen, bis du es benötigst.

Das vermeintliche Unkraut Ackerschachtelhalm hat viele heilende Eigenschaften und kann z.B. bei Cellulite, Blasenentzündung und Akne helfen.

Ackerschachtelhalm-Tinktur herstellen

Für eine selbstgemachte Tinktur werden benötigt:

So wird’s gemacht:

  1. Zinnkraut zerkleinern und in ein Schraubglas geben.

  2. Mit Alkohol auffüllen, bis alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind.

  3. Glas verschließen und bei Zimmertemperatur drei bis vier Wochen ziehen lassen.

  4. Ab und zu schütteln, damit sich die Wirkstoffe besser lösen.

  5. Abseihen und zur Aufbewahrung in Braunglasflaschen umfüllen.

Innerliche Anwendung

Ackerschachtelhalm wird in der Pflanzenheilkunde traditionell genutzt, um die Urinmenge zu erhöhen und so die Durchspülung der Harnwege bei leichten Harnwegsbeschwerden zu unterstützen. Achte dabei darauf, ausreichend zu trinken.

Der Ackerschachtelhalm enthält außerdem Siliciumverbindungen. Anwendungen rund um Haut und Bindegewebe sind vor allem traditionell überliefert und wissenschaftlich nur begrenzt durch klinische Daten abgesichert.2

Für mögliche antioxidative und entzündungsbezogene Effekte gibt es bislang überwiegend präklinische Hinweise (Labor-/Tierstudien) sowie Übersichtsarbeiten.3

Zur innerlichen Anwendung wird in der Praxis häufig eine verdünnte Einnahme empfohlen (z. B. in Wasser oder Tee). Da selbst angesetzte Tinkturen unterschiedlich konzentriert sein können, sind starre Tropfenangaben nur als grobe Orientierung zu verstehen. In der Schwangerschaft wird von einer innerlichen Anwendung abgeraten.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich angewendet kann Ackerschachtelhalm unreine Haut, Akne und Ekzeme lindern. Betupfe dazu die betroffenen Hautpartien morgens und abends nach der Gesichtswäsche mit der Tinktur.

Hinweis: Ackerschachtelhalm-Tinktur ist ein traditionelles Hausmittel. Wer sie nutzen möchte, sollte sie als Begleitmaßnahme verstehen, Warnzeichen ernst nehmen, und bei Harnwegsinfekten oder unklaren Beschwerden medizinische Abklärung bevorzugen.

Wie hilft dir der Ackerschachtelhalm? Teile uns deine Tipps und Erfahrungen in einem Kommentar unter diesem Beitrag mit!

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Das vermeintliche Unkraut Ackerschachtelhalm hat viele heilende Eigenschaften und kann z.B. bei Cellulite, Blasenentzündung und Akne helfen.
  1. EMA. Europea Medicines Agency. (2015) European Union herbal monograph on Equisetum arvense L., herba. ↩︎
  2. Winker M, Zimmermann-Klemd AM, Devi S, et al. Silicon Resorption from Equisetum arvense Tea – A Randomized, Three-Armed Pilot Study. Planta Med ↩︎
  3. Boeing T, Moreno KG, Gasparotto A Jr, et al. Phytochemistry and Pharmacology of the Genus Equisetum… Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine (2021). (v. a. präklinische/übersichtsartige Evidenz) ↩︎

Über mich

... experimentiert als gelernte Köchin am liebsten mit nachhaltigen und vegetarischen Rezepten und vermittelt ihr Wissen gerne unkompliziert weiter. Die Natur- und Tierfreundin mit langjähriger Reiterfahrung ist eine Expertin für Haustierzubehör, Naturkosmetik und natürliche Heilmittel.

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5 Kommentare
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  1. Jutta Schroer

    Ich versuche meine langandauernde und sehr schmerzhafte Tendovaginitis srenosans de Quervain mit Umschlägen aus Zinnkrauttinktur (aus der Apotheke) und Tee (Bioanbau, fein geschnitten) zu heilen; nachdem die konservative Medizin nicht geholfen hat.
    Tip hab ich aus dem Buch von Maria Treben “Heilkräuter aus dem Garten Gottes”.

    Antworten
  2. Was für ein schöner Beitrag!
    Ich freue mich immer wieder, wie viele wertvolle Helfer die Natur für uns bereithält.
    Mit Ackerschachtelhalm habe ich selbst sehr gute Erfahrungen bei der Stärkung meiner Nägel und Haare gemacht – die Kieselsäure ist da wirklich erstaunlich.
    Es ist schön zu wissen, dass man auch jetzt im November noch auf solche alten Hausmittel zurückgreifen kann, wenn man die Vorräte aus dem Sommer angelegt hat.
    Vielen Dank für die ausführliche Anleitung zur Tinktur-Herstellung!

    Karo

    Antworten
  3. Annabelle

    Gut – ich habe mir im Sommer auch wieder einen Vorrat angelegt und nutze die Tropfen gerade bei der Kälte jetzt öfter.

    Was ich auch gerne mache: Einen starken Tee davon kochen und als Gießwasser für meine Zimmerpflanzen nehmen, wenn die mal schwächeln. Scheint ihnen gut zu tun. 😊

    Antworten
  4. Die Anwendungsmöglichkeiten der Tinktur sind für Frauen mit Lip- oder Lymphödem grundsätzlich sehr interessant. Wenn man entzündliche Erkrankungen hat, soll man auf Alkohol möglichst ganz verzichten. Könnte man die Tinktur auch über einen Auszug mit Apfelessig herstellen? Wenn ja, was ist dabei zu beachten, zB. Mengenverhältnisse Kraut zu Essig?
    Gibt es weitere Auszugsmöglichkeiten ohne Alkohol?

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