Felsenbirne
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Anders als der Name der Felsenbirne vermutet lässt, hat sie mit Birnen recht wenig gemein. Eher erinnert die Form der Früchte an kleine Äpfel, weshalb die keltisch-gallisch Bedeutung des Namens übersetzt Äpfelchen heißt. Doch eins verrät die als Strauch wachsende Felsenbirne: Als natürlichen Standort bevorzugt sie karge, kalkreiche Böden mit steinigen, felsigen Untergrund und ist deshalb in Gebirgen zu finden. Auch als Zierpflanze wird sie gerne angepflanzt, weshalb du sie in vielen Gärten und Parks antreffen kannst. Der Geschmack der Früchte erinnert Marzipan und sie eignen sich zur Herstellung von süßen Speisen und Getränken. Sie wirken außerdem herzstärkend, blutdrucksenkend und schlaffördernd.

Steckbrief

Lateinischer Name Amelanchier ovalis
Andere Namen Felsenmispel, Edelweißstrauch, Butzenbirlesstrauch, Cipler, Felsenbiren, Fliegenbeerstrauch, Flühbirenbaum, Gambsbeere, Hirschbirle, Quandelbeerbaum, Quantelbeerbaum, Quendelbeeren
Familie Rosengewächse
Erntemonate Jun-Sep
Verwendbare Pflanzenteile Blüten, Früchte
Blattform eiförmig
Blütenfarbe weiß
Fundorte Böschungen, Gärten, Parks, Gebirge
Verwechslungs­gefahr Andere Sträucher mit ovalen Blättern und roten oder blauen-schwarzen Früchten, wie die Rote Heckenkirsche und Aronia
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Samen und Blätter enthalten cyanogene Glykoside, die in größeren Mengen verzehrt zu Magen-Darmproblemen führen können.
Besondere Inhaltsstoffe Eisen, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Kalium, Magnesium, Pektin, Vitamin C
Eigenschaften blutdrucksenkend, entzündungs­­hemmend, herzstärkend, schlaffördernd
Hilft bei Bluthochdruck, Halsschmerzen, Herzbeschwerden, Mandelentzündungen, Schlafstörungen

Anwendungen

Die Früchte der Felsenbirne werden hauptsächlich zur Herstellung von Speisen oder Getränken verwendet.

In der Ernährung

Je nach Standort kannst du die nach Marzipan schmeckenden Früchte zwischen Juni und September ernten und zu Marmeladen, Gelees, oder Likören weiterverarbeiten. Auch die im März erscheinenden Blüten sind essbar.

Felsenbirnen-Marmelade

Am besten schmecken die Felsenbirnen, wenn sie mit anderen Beeren kombiniert werden. Probiere doch einmal Johannisbeeren, oder Himbeeren, die etwa zur gleichen Zeit reifen. Durch ihren hohen Pektingehalt wird beim Einkochen weniger Gelierzucker gebraucht als bei vielen anderen Früchten.

Du benötigst:

  • 600 g Felsenbirnen
  • 400 g Beeren, z.B. Himbeeren
  • 500 g Gelierzucker

So stellst du das Gelee her:

  1. Felsenbirnen von den Stielen befreien und waschen.
  2. Felsenbirnen in einen Topf geben und mit etwas Wasser auffüllen, sodass der Boden bedeckt ist.
  3. Zum Kochen bringen, sodass die Beeren weich werden.
  4. Durch ein Sieb streichen und mit zerdrückten Himbeeren und Gelierzucker vermischen.
  5. Nach Packungsangabe einkochen und in desinfizierte Gläser füllen und verschließen.

Beachte, dass du Schritt drei nicht überspringst. So vermeidest du, dass die cyanogenen Samen in deine Konfitüre gelangen und kannst eventuelle Magen-Darm-Probleme vermeiden.

Felsenbirnen-Likör

Genießer feiner Fruchtliköre können mit Felsenbirnen und Johannisbeeren einen fruchtigen Trunk ansetzen.

Benötigt werden:

  • 150 g Felsenbirnen
  • 150 g Schwarze Johannisbeeren
  • 150 g Kandiszucker
  • 1 Vanillestange
  • 700 ml Wodka

So wird der Likör zubereitet:

  1. Die Früchte entstielen und waschen.
  2. Vanillestange längs halbieren und mit Früchten und Zucker in eine große Glasflasche geben.
  3. Mit Wodka auffüllen und verschließen.
  4. Sechs bis acht Wochen an einem kühlen, dunklen Ort ziehen lassen.
  5. Abfiltern und in eine Flasche füllen.

Dieser leckere Likör ist eine aromatische Abwechslung zu herkömmlichen Sorten aus dem Handel.

Heilende Anwendungen

Die Felsenbirne wird traditionell nicht als Heilpflanze verwendet, sie besitzt jedoch heilsame Eigenschaften. So wirkt sie sich positiv auf den Schlaf und auch die Herzleistung aus, senkt den Blutdruck und kann bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum Linderung verschaffen.

Felsenbirnen-Tee

Die Verwendung der Früchte konzentriert sich zwar auf die Herstellung von Konfitüre, andere Aufstriche und Sirup. Du kannst sie aber auch trocknen und pur oder gemischt mit anderen getrockneten Beeren als Früchtetee genießen. Er wirkt schlaffördernd und soll bei Bluthochdruck hilfreich sein.

Dafür überbrühst du einen Teelöffel der getrockneten Beeren mit 200 ml kochendem Wasser und lässt den Aufguss zehn Minuten ziehen.

Mehr Informationen und Rezepte für die Felsenbirne und 35 andere Pflanzen findest du in unserem Buchtipp:

Erkennung und Sammeltipps

Marzipan am Strauch - nur gesünder: Nutze die Früchte der Felsenbirne für leckere Marmeladen, Gelees und Getränke!

Die auch als Felsenmispel genannte Felsenbirne liebt kalkreiche, steinige Böden, ist aber sonst eher anspruchslos. Sie hat eine Wuchshöhe von einem bis vier Metern.

  • Sie besitzt wechselständige, gestielte, ovale Blätter.
  • Der Blattrand ist fein gezähnt.
  • Die Blattunterseite ist weiß-filzig behaart.
  • Charakteristisch ist die orange bis dunkelrote Herbstfärbung der Blätter.
  • Blütezeit ist von April bis Mai.
  • Die Blütenstand steht in Trauben.
  • Eine Blüte besteht aus fünf radiär angeordneten, weißen Blütenblättern.
  • Sie entwickelt etwa ein Zentimeter große Apfelfrüchte die zwischen Juni und September reifen.
  • Die lang gestielten Früchte haben reif, je nach Art, eine dunkelrote bis schwarzblaue Färbung.

Die Felsenbirne kann leicht mit anderen Straucharten verwechselt werden, die ebenfalls ovale Blätter und kleine runde Früchte bilden, wie zum Beispiel die giftige Rote Heckenkirsche. Deren Früchte sind jedoch knallrot und sitzen eng am Ast, während die Früchte der Felsenbirne lang gestielt sind. Zieräpfel haben ebenfalls kleine “Äpfelchen” und ovale Blattformen und sind ebenfalls essbar. Auch die Früchte und Blätter der Aronia sind der Felsenbirne ähnlich und sind genauso essbar.

Anbautipps

Weil sie niedrig wächst und eine weiße Blütenpracht sowie später intensiv rotes Herbstlaub bildet, wird die Felsenbirne gerne als Zierpflanze in Gärten angepflanzt. Du kannst die Felsenbirne durch Absenker vermehren und in deinen Garten pflanzen.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!