Natürlichen Hustensirup mit Spitzwegerich einfach selber machen

Der Spitzwegerich ist ein Altbekanntes Mittel bei Bronchitis, Lungenleiden und Husten. Finde heraus, wie du einen heilenden Sirup mit ihm herstellst.

Spitzwegerich wirkt reizlindernd, beruhigend und entzündungshemmend. Der Sirup dieser weitverbreiteten Pflanze ist ein altbekanntes Heilmittel bei Bronchitis, Lungenleiden und Husten. Die im Spitzwegerich enthaltenen Schleimstoffe legen sich wie eine Schutzschicht auf die gereizten Schleimhäute. Die in den Blättern enthaltene Kieselsäure stärkt das angegriffene Gewebe.

Stelle dir diesen Hustensirup ganz einfach selbst her, dann hast du ihn bei den ersten Anzeichen direkt zur Hand und brauchst nicht erst teure Präparate in der Apotheke besorgen.

Die Herstellung des heilkräftigen Sirups ist sehr günstig und kinderleicht. Die beste Zeit zum Ansetzten ist der Spätfrühling im Mai und Juni. Du kannst ihn aber auch zu jeder anderen Jahreszeit herstellen, solange frische Spitzwegerichblätter zu finden sind.

Du benötigst:

  • ca. zwei Handvoll Spitzwegerichblätter
  • ca. 250 g Zucker
  • Saft einer kleinen Zitrone
  • zwei Schraubgläser, je ca. 350 ml

Anleitung Schritt für Schritt:

  1. Spitzwegerich möglichst sauber sammeln, gegebenenfalls waschen und mit einem sauberen Geschirrtuch trocken tupfen. Ich selbst wasche ihn nicht, sondern sammle saubere Blätter.
  2. Die Blätter quer zur Längsfaser in etwa einen cm große Stücke schneiden.
  3. Ein Glas mit Alkohol auswischen oder im Wasserbad auskochen zur Desinfektion.
  4. Eine etwa einen cm dicke Lage Spitzwegerichblätter in das Glas geben und dann mit Zucker bedecken.
  5. Abwechselnd Blätter und Zucker in das Glas geben und zwischendurch immer wieder mit Hilfe eines Löffels festdrücken.
  6. Die letzte Lage sollte Zucker sein und den Spitzwegerich gut bedecken.
  7. Alles nochmal gut mit dem Löffel festdrücken und das Glas schließen.
  8. Zum Durchziehen und Reifen das Glas für zwei Monate an einen möglichst gleichmäßig temperierten und dunklen Ort stellen.
  9. Mancheiner schwört darauf, den Sirup für zwei Monate etwa einen halben Meter unter der Erde zu vergraben. Du kannst ihn aber auch einfach in den Keller oder die Vorratskammer stellen.
  10. Nach zwei Monaten den Sirup in ein Wasserbad stellen und langsam erwärmen.
  11. Den Zitronensaft und etwa 20 ml abgekochtes, warmes Wasser dazu rühren und nochmal zwei Stunden ziehen lassen.
  12. Durch ein Sieb in das zweite, desinfizierte Schraubglas abgießen.

Jetzt ist dein Hustensirup fertig und kann bei ersten Hustenanzeichen mehrmals täglich teelöffelweise eingenommen werden.

Wichtig: Benutze immer einen frischen, sauberen Löffel und stelle das angebrochene Glas in den Kühlschrank, um Schimmelbildung zu vermeiden.

So leicht stellst du den Sirup aus Spitzwegerich her und kannst ihn für deine Gesundheit nutzen.

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22 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Hallo zusammen,
    ich habe letztes Jahr Honig mit Spitzwegerich angesetzt und diesen, wie ein Kommentator zuvor, leider vergessen. Nun habe ich feststellen müssen, dass sich eine kleine Schimmelstelle gebildet hat, weil die Blätter durch den Auftrieb nach oben gewandert sind und dann nicht alles mit Honig bedeckt war. Meine Frage ist nun, ob es ausreichen würde die Blätter und den oberen Honig zu entfernen. Kann sich der Pilz im Honig überhaupt ausbreiten? Es würde mir sehr wehtun, wenn ich das ganze Glas jetzt wegkippen müsste. 🙁
    Ich kann das leider nicht einschätzen, daher Mal die Frage an die Experten.
    Vielen Dank schonmal für etwaige Antworten.

    Antworten
    • Lieber Leon,
      da scheiden sich die Geister und ich kann dir leider keine klare Antwort geben. Wie du schon geschrieben hast, ist es wohl das Pflanzenmaterial, das an der Oberfläche geschimmelt ist. Der Honig selbst kann aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht schimmeln. Deshalb wird oft geraten, den schimmligen Teil zu entfernen und den Rest weiter zu verwenden.
      Liebe Grüße
      Dennis

  2. Cornelia Schromm

    Die Spitzwegerichblätter auf der Wiese zu sammeln und wie beschrieben zuzubereiten war eine Mühe die sich, in jedem Fall, gelohnt hat.
    Mit äußerster Ungeduld wurde die 2 monatige Lagerungszeit abgewartet; bis ich heute,
    endlich, den Zitronensaft dazureichen durfte.Köstlich, im nächsten Jahr wird wesentlich mehr gesammelt.

    Antworten
    • Flüssiges Gold, liebe Cornelia 😉
      Wir freuen uns, dass es so wunderbar geklappt hat.
      Liebe Grüße
      Dennis

  3. Hallo, gibt es einen bevorzugten Sammelzeitraum – also wann ist die beste Zeit um den Spitzwegerich zu sammeln?
    Vielen Dank & LG

    Antworten
    • Liebe Tanja,
      der Spitzwegerich ist (fast) ganzjährig sammelbar. Willst du ihn kulinarisch verwenden, dann solltest du aber immer nach neuem Austrieb/jungen Blättern Ausschau halten, weil ältere mit der Zeit zäher und auch bitterer werden. Für den Hustensaft ist das aber schnurz.
      Liebe Grüße
      Dennis

  4. Hallo, ich habe letztes Jahr schon versucht den Sirup zu machen und er hat angefangen zu schimmeln. Dieses Jahr hab ich es wieder versucht, mich peinlich genau an die Beschreibung gehalten und auf Sauberkeit… geachtet und wieder beginnt er an der Oberfläche zu schimmeln. Diesmal hab ich sogar Zucker nachgegeben, das nach einer Zeit ja alles bedeckt ist. Muss ich das gamze jetztbwegscheisen oder kann ich was abschöpfen? Woran könnte es liegen?

    Antworten
    • Das kann nur die Sauberkeit gewesen sein, oftmals ist es der Deckel, der nicht sauber am Rand war oder nicht richtig verschlossen hat.

      Ist alles, das Glas, der Deckel peinlich sauber und dicht, kann nichts passieren.

      Wir haben das als Kinder schon oft und regelmässig gemacht. Es hattenie geschimmelt. Und ist Hammer lecker gewesen – da hat man auch scon mal Husten vorgetäuscht 😉

  5. Ju Berger

    Schönen guten Abend, ich hab eine kurze Frage am Rande. Ich habe das Glas mit dem geschichteten Zucker und Spitzwegerich vergessen, sodass das Glas jetzt ca. ein halbes Jahr so gestanden hat. Der Zucker sieht aus als wenn er die Flüssigkeit aus den Blättern ganz aufgesaugt hat und die Blätter sehen trocken aus. Kann ich das noch weiterverarbeiten? 🙈

    Antworten
    • Dies sollte OK sein, wichtig ist, dass keine Feuchtigkeit eingedrungen ist und Schimmelgefahr besteht

  6. Kann man für den Sirup auch Breitwegerich verwenden? Habe mal gelesen die Wegericharten haben die gleichen Wirkstoffe

    Antworten
    • Grundsätzlich ja, aber der Spitzwegerich hat mehr vom Wirkstoff

  7. Kann man den Zucker auch durch Xylit o.ä. ersetzen? Wschl. wird dann die Haltbarkeit beeinträchtigt oder? Müssen es denn immer Rezepte mit diesem ungesunden Zeugs sein? 🙁

    Antworten
    • Es geht hier nicht um die Süsse, sondern um die Wirkstoffe aufzunehmen.
      Die Haltbarkeit entsteht vorallem durch die saubere Verarbeitung.
      Naja, und etwas auch weil der Zucker Sauerstoff abhält, wenn er zu sirup wird und weil Spitzwegerich auch etwas antibiotisch ist…

  8. Hat jemand den Zucker schon durch Honig ersetzt!? Danke für Erfahrungsberichte.?

    Antworten
    • Geht, aber nicht so gut wie Zucker (die Flüssigkeit soll aufgenommen werden und die Wirkstoffe sollen in den Sirup wandern (evtl auch durch osmotische Wirkung, aber das ist nur geraten 😉 )

      Mit Zucker kann es besser geschichtet und gepresst werden bei hoher Dichte
      Das macht die Variante besser.

      Noch besser wäre ein Auszug, aber da würde ich die Hitzeeinwirkung nicht als gut empfinden…

  9. Hallo,
    habe im letzten Sommer ein kleines Glas wie beschrieben angesetzt. Das landete dann im Schrank und wurde ab und an betrachtet. Neulich habe ich erst den Sirup umgefüllt, er schmeckte lecker. Überhaupt nicht komisch (gammelig oder so). Da Spitzwegerich ja auch einer desinfizierenden Wirkung hat, wird das Produkt eigentlich auch nicht schlecht. Trotzdem lohnt sich Hygiene natürlich immer!!! Werde in diesem Jahr mal ein paar große Schraubgläser ansetzen. Die Blätter kann man bei warmen Wetter auch wunderbar trocknen und dann als Tee benutzen. Hat uns schon sehr oft geholfen.

    Antworten
    • TiborWolf

      Ah, als Tee habe ich ihn noch nicht probiert – liegt aber eigentlich auf der Hand, Danke für die Idee. Eine weitere Variante ist, die GETROCKNETEN Blätter einfach in Öl (zB. Oliven-, Hanf-, Apricosen- oder Sesamöl) einzulegen und an einem sonnigen Platz mehrere Wochen reifen zu lassen. Damit habe ich schon einige Hautleiden erfolgreich behandelt.

  10. Rudolf Just

    In meiner Heimat im Thüringer Wald wurde das schon seit Jahrhunderten so gemacht, u. auch ich tue das von Zeit zu Zeit je nach Bedarf.

    Antworten
  11. Veronika Kohout

    Wie lange hält sich der Sirup?

    Antworten
    • Hallo Veronika, durch den hohen Zuckeranteil sollte die Haltbarkeit sehr gut sein. Ich denke bis zu ein Jahr sollte er halten. Es kommt natürlich immer auch darauf an, wie sauber die Zubereitung ist.

  12. TiborWolf

    Mensch, das mache ich auch!! Der Holunder-Sirup ist auch genial lecker geworden.
    Lieben Dank nochmal, für die tollen Anregungen.

    Antworten

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