Kräuter zur Stärkung nach langwierigen Krankheiten
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Die Erholungsphase nach einer langwierigen Krankheit oder einem chirugischen Eingriff wird Rekonvaleszenz genannt. Diese Zeit ist oftmals von Müdigkeit, Schwäche und Appetitlosigkeit begleitet. Neben viel Ruhe und einer gesunden, leichten Ernährung, die in dieser Phase sehr wichtig ist, kannst du deinen Körper mit einem stärkenden Tee aus Wildkräutern optimal unterstützen.

Die Kräuter für den regenerierenden Tee kannst du in der warmen Jahreszeit selbst sammeln. Sie helfen dem Organismus, sich zu regenerieren und auch eventuell aufgenommene Giftstoffe wieder auszuscheiden.

Ein solcher Tee eignet sich auch wunderbar als Mitbringsel bei einem Krankenbesuch. Gegen Ende des Winters kann die Teemischung auch als stärkende Kur verwendet werden, bevor du mit einer Frühjahrskur beginnst.

9 regenerierende Kräuter

April – Zur Kräftigung nach zehrenden Krankheiten werden die Blüten der Schlehe genutzt. Sie wirken zudem besonders stärkend auf den Magen. Die Schlehen blühen reichlich im frühen Frühjahr, sie sind die ersten unter den Hecken, welche uns im Frühling eine weiße Blütenpracht schenken.

April – Die Blüten der Schlüsselblumen sind ein gutes Mittel zur Kräftigung bei Krankheit und Schwäche. Sie helfen außerdem bei Überreizung, welche nach langer Krankheit leicht vorkommen kann. Leider sind die hübschen Schlüsselblumen selten geworden und stehen unter Naturschutz. Sammle ihre Blüten deshalb mit Bedacht, so dass sie noch aussamen und sich vermehren kann, und beschädige nicht ihr Wurzeln.

Die Blume des Jahres 2016 ist nicht nur schön anzuschauen, sondern auch lecker und gesund. Sie hilft bei Magnesiummangel, löst Schleim und kann sogar gegen Kopfschmerzen wirken.

April bis Oktober – Die zarte Vogelmiere hat mehr Kräfte, als man denkt. Sie hat einen stärkenden und reinigenden Einfluss auf den gesamten Organismus. Darüber hinaus versorgt sie uns mit vielen Mineralstoffen und wirkt blutreinigend. Als Heilkraut kann die gesamte Pflanze für den Tee getrocknet und angewendet werden.

MaiWeißdorn hat einen sehr wohltuenden und heilenden Einfluss auf das Herz. So wirkt er stärkend auf den Herzmuskel und hilft zudem bei seelischem Herzschmerz. Im Tee werden Blüten und junge Blätter genutzt.

Mai bis Juni und August bis September – Vom Schwarzen Holunder eignen sich die Beeren gut zur Regeneration. Sie stärken das Herz und die Abwehrkräfte und helfen dem Körper bei viralen Infektionen. Neben einem Tee aus den Beeren wird auch Beerensaft getrunken. Zusätzlich kann auch ein Tee aus Holunderblättern eingenommen werden, er regt die Nieren an und unterstützt unseren Körper beim Entgiften.

JuniJohanniskraut vertreibt das Dunkle und Schwere, es bringt wieder Licht in unser Leben und unterstützt vor allem bei seelischen Problemen. Die Psyche wird gestärkt und das Johanniskraut hilft uns, nach vorn zu schauen. Für die Teezubereitung wird das blühende Kraut verwendet.

Das gelb blühende Johanniskraut ist einer der besten Speicher der Sonnenenergie. Sammle es im Sommer und nutze es im Winter, um die dunklen Tage aufzuhellen

JuniRotklee ist ein guter Begleiter für Krisenzeiten, er steigert das Wohlbefinden und stärkt den Körper nach langer Krankheit. Vom Rotklee werden zu diesem Zweck die Blüten gesammelt.

Juni bis SeptemberSchafgarbe hat einen positiven Einfluss auf die Durchblutung und festigt den Kreislauf. Sie wirkt appetitanregend und schenkt Ruhe und Gelassenheit. Für den Teeaufguss wird das blühende Kraut verwendet.

Schafgarbe, die Heilpflanze des Jahres 2004 kann bei vielen gesundheitlichen Leiden helfen. Besonders nützlich ist sie für den Kreislauf und bei Blutungen

September bis März – Von der Nelkenwurz wird die Wurzel für Heilzwecke verwendet. Sie kann Gifte ausleiten, kräftigt Herz und Nerven und kann das Wohlbefinden steigern. Die Wurzel wird vorzugsweise in der kalten Jahreszeit ab Oktober bis März geerntet.

Trocknung

Achte Bei der Trocknung darauf, dass die Kräuter gut ausgebreitet an einem schattigen, luftigen Ort liegen. Alternativ kannst du auch einen Dörrapparat benutzen. Er sollte über eine Temperatureinstellung verfügen, damit die Kräuter bei unter 40 °C getrocknet werden. Ich benutze gern dieses Modell von Stöckli. Wenn du die Kräuter vor dem Trocknen kleinschneidest, kannst du sie später besser vermischen.

Herstellung des stärkenden Tees

Für den heilenden, regenerierenden Tee werden alle Bestandteile über Frühjahr, Sommer und Herbst gesammelt. Ich mische nicht alle Kräuter zusammen, sondern stelle zwei verschiedene Teemischungen her, die abwechselnd getrunken werden können. Natürlich kannst du auch einzelne Kräuter weglassen, wenn sie bei dir nicht wachsen.

Erste Teemischung

Für diese Mischung verwende ich die eher zarten Kräuter und Blüten. Ich nehme zu gleichen Teilen Schafgarbe, Vogelmiere, Schlehenblüten, Rotklee-Blüten, Schlüsselblumen und Johanniskraut. Diesen Tee bereite ich mit zwei Esslöffeln pro Liter Wasser zu. Ich verwende dafür etwa 70 °C heißes Wasser und lasse den Aufguss für drei bis fünf Minuten ziehen.

Zweite Teemischung

In diese Mischung kommen zu gleichen Teilen Holunderbeeren, Holunderblätter und die Wurzel der Nelkenwurz. Für einen Liter Tee übergieße ich zwei Esslöffel der Kräuter mit kochendem Wasser und lasse ihn zehn Minuten ziehen.

Zur Aufbewahrung der getrockneten Teemischungen eignen sich sowohl Schraubgläser, die an einem dunklen Ort gelagert werden, als auch Teetüten aus Papier.

Zur Regeneration empfiehlt es sich, den Tee über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen zu trinken. Dazu bereitest du am besten morgens einen Liter Tee zu und trinkst ihn über den Tag verteilt.

Hast du diese oder ähnliche Rezepturen schon einmal angewendet? Was sind deine Erfahrungen und kannst du noch andere Pflanzen zur Stärkung empfehlen?

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