Wiesensalbei
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Der Wiesensalbei ist eine mehrjährige Wildpflanze, an deren violetter Blütenpracht wir uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Mai bis August erfreuen können. Die restliche Zeit seiner Wachstumsphase verbringt der Wiesensalbei als grüne Halbrosettenpflanze. Sein Gattungsname leitet sich vom lateinischen Wort salvare ab, das „heilen“ bedeutet. Tatsächlich verfügt der Wiesensalbei über dezente Heilkräfte – und kulinarische Qualitäten.

Steckbrief

Lateinischer Name Salvia pratensis
Andere Namen Wilder Scharlach
Familie Lamiaceae (Lippenblütler)
Erntemonate Mai-Aug
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Blüten, Stiele, Triebe
Blattform herzförmig
Blütenfarbe violett
Fundorte In Europa, Kleinasien, dem Kaukasus und Nordamerika, auf kalkhaltigen, nährstoffreichen Böden in trockener, sonniger Lage.
Verwechslungs­gefahr Kann mit anderen Salbeiarten verwechselt werden.
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Salbei sollte nicht über einen längeren Zeitraum in hoher Dosis eingenommen werden. Stillende Frauen sollten keinen Salbei zu sich nehmen, da er die Milchbildung hemmt.
Besondere Inhaltsstoffe ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Phytoöstrogene
Eigenschaften antiseptisch, entzündungs­hemmend, krampflösend, schweißhemmend, verdauungsregulierend
Hilft bei Entzündungen, Erkältungen, Hyperhidrose, Verdauungsprobleme

Anwendungen

Der Wiesensalbei kommt ursprünglich aus Südeuropa, hat sich aber im Laufe der Zeit in ganz Europa ausgebreitet. Da die anspruchslose Pflanze eine hohe ökologische Toleranz besitzt, wächst sie heute auch in Nordamerika, Westasien sowie vereinzelt in Australien.

In der Ernährung

Du kannst die jungen Blätter des Wiesensalbeis bedenkenlos als Gewürz verwenden, auch wenn das Aroma im Vergleich zum Küchensalbei nicht ganz so intensiv ist. Insbesondere deftige Fleischspeisen, aber auch mediterrane Fischgerichte lassen sich mit Wiesensalbei verfeinern.

Probiere doch einmal, krosse Wildkräuterchips oder Kräutersalze mit dem Wiesensalbei zuzubereiten, oder garniere Wildkräuterfrischkäse mit seinen lila Blüten. Fein gehackt und mit anderen Kräutern gemischt, macht sich der Wiesensalbei auch hervorragend in einem Kräuterbutterrezept mit Wildkräutern.

Die Blüten eignen sich zudem als färbende Zugabe zu selbst angesetzten Likören, Teemischungen (Schmuckdroge) und Sirups. Die verholzten Stängel können hervorragend zu Smoothies verarbeitet werden, vor allem in Kombination mit Wildobst sowie Äpfeln und Brombeeren.

Wiesensalbei-Sirup

Für diesen leuchtend roten Wiesensalbei-Sirup brauchst du nur eine Handvoll Zutaten. Du kannst  im Sommer erfrischende Limonaden damit mischen oder ihn als Topping über Crêpes oder Eierkuchen geben.

Für eine große Flasche Wiesensalbei-Sirup benötigst du folgende Zutaten:

  • 1 Handvoll Wiesensalbei-Blätter
  • 2 Handvoll Wiesensalbei-Blüten
  • 1 kg Rohrohrzucker
  • 1 L Wasser
  • Saft einer Bio-Limette

Der Wiesensalbei ist eine üppig blühende Insektenweide, die sich sowohl kulinarisch als auch therapeutisch verwenden lässt. Wofür genau, erfährst du hier!

Und so gehst du vor:

  1. Wasser, Rohrohrzucker und Limettensaft für zehn Minuten aufkochen, bis sich die Zuckerkristalle vollständig aufgelöst haben.
  2. Blüten und Blätter des Wiesensalbeis hinzugeben und gut unterrühren. Die Mischung vom Herd nehmen und zugedeckt über Nacht (besser noch für 48 Stunden) ziehen lassen. Je länger der Sirup zieht, desto intensiver wird die Farbe.
  3. Nach verstrichener Ziehzeit noch einmal kurz aufkochen und den fertigen Sirup durch einen Filter in eine sterilisierte Flasche füllen.

Der Wiesensalbei-Sirup ist durch den hohen Zuckergehalt praktisch unbegrenzt haltbar. Wird er im Kühlschrank gelagert, neigt er dazu, zu kristallisieren.

Heilende Anwendungen

Viele Kräuterbücher des Mittelalters führen den Wiesensalbei als Wilden Scharlach gegen Schnupfen, Depressionen, Augenleiden und Frauenbeschwerden auf. In der modernen Naturheilkunde wird die Pflanze hingegen kaum verwendet, vor allem, weil seine nachweislichen Heilkräfte nicht so groß sind wie die des Echten Salbeis (Salvia officinalis).

Er hat eine leicht entzündungshemmende, schweißreduzierende und verdauungsregulierende Wirkung, wenn er als heilsamer Teeaufguss getrunken oder äußerlich in Form von Bädern und Umschlägen bei verschiedenen Hauterkrankungen und Ekzemen angewendet wird.

Hinweis: Salbei ist eines jener Kräuter, die nicht über einen längeren Zeitraum in hoher Dosis eingenommen werden sollten. Stillende Frauen sollten keinen Salbei zu sich nehmen, da er die Milchbildung hemmt.

Der Wiesensalbei ist eine üppig blühende Insektenweide, die sich sowohl kulinarisch als auch therapeutisch verwenden lässt. Wofür genau, erfährst du hier!

Anwendungen im Garten

Mit seinem natürlichen Charme gibt der Wiesensalbei eine ausgezeichnete Staude in Blumenbeeten, Rabatten, Bauerngärten und Wildblumenwiesen ab. Dabei ist er eine wahre Insektenweide und gehört zu den wichtigsten heimischen Pollen- und Nektarquellen für Schmetterlinge, Hummeln, Wald- und Honigbienen.

Erkennung und Sammeltipps

Der Wiesensalbei ist eine üppig blühende Insektenweide, die sich sowohl kulinarisch als auch therapeutisch verwenden lässt. Wofür genau, erfährst du hier!

Wenn du den Wiesensalbei für Küche oder Hausapotheke sammeln möchtest, dann kannst du ihn an folgenden Merkmalen gut erkennen:

  • Der locker verzweigte Wiesensalbei wird zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch.
  • Seine Stängel sind vierkantig, weich und drüsig behaart.
  • Die grünen Blätter sind breit, oval und unregelmäßig gekerbt und haben eine runzelig strukturierte Oberfläche.
  • Beim Zerreiben der Blätter zwischen den Fingern verströmt der Wiesensalbei einen intensiven, würzigen Duft.
  • Der Wiesensalbei blüht von Mai bis August. Die Blätter sollten im Idealfall am Anfang der Blütezeit gesammelt werden.
  • Die anderthalb Zentimeter großen Lippenblüten stehen als klebrige blau-violette Quirle locker am Stängel verteilt. Die Blütenkronen sind sichelförmig.
  • Im August werden aus den befruchteten Blüten Spaltfrüchte, die in vier “Nüsschen” (sogenannte Klausen) zerfallen und sich als Tier- und Windstreuer verteilen.
  • Ausgewachsene Wiesensalbei-Pflanzen bilden Pfahlwurzeln, die bis zu einem Meter tief in der Erde verankert sind.

Der Wiesensalbei kann mit anderen Salbei-Arten verwechselt werden. Auch Kreuzungen verschiedener Arten, zum Beispiel der Steppen- oder Muskatellersalbei, sind anzutreffen und schwer vom Wiesensalbei zu unterscheiden. Diese Kreuztypen bringen dann auch anders gefärbte Blüten hervor – von reinem Weiß über Blau bis zu dunklem Violett sowie Mischfarben.

Anbautipps

Der Wiesensalbei liebt kalkhaltige, nährstoffreiche Böden an einem trockenen, sonnigen Standort. Zu finden ist er daher häufig auf Magerwiesen, an Wegrändern, Böschungen und Dämmen.

Als Selbstaussäer bedarf die Pflanze keiner Hilfe bei der Verbreitung. Du kannst sie aber auch durch Stecklinge vermehren, die du aus den nicht verholzten Trieben gewinnst.

Ein Rückschnitt nach der Blüte fördert eine zweite Blütezeit. Als langsam wachsende Pflanze sollte der Wiesensalbei aber eher sparsam geschnitten oder geteilt werden.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!