Wiesenchampignon
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Champignons (von frz. champignon = Pilz) sind als Kulturchampignons in jedem Supermarkt zu haben. In der Natur ist besonders der Wiesenchampignon ein beliebter und schmackhafter Pilz, der gern gesammelt wird. Man findet ihn ab Juni auf mageren Wiesen und Weiden. Wenn es geregnet hat, wachsen Wiesenchampignons schnell und schießen buchstäblich aus dem Boden.

Steckbrief

Lateinischer Name Agaricus campestris (Wiesen-Champignon)
Andere Namen Wiesen-Egerling, Brachmännlein, Maischampignon, Angerling, Gartenegerling, Brachschwamm, Lehdling, Drüschling, Edelpilz, Heiderling, Ehegürtel, Feld-Champignon, Feld-Egerling, Erdgürtel, Lohtäuberl, Wegweiß, Weidling, Trüschling, Gartenchampignon
Familie Agaricaceae (Champignonartige, Egerlinge)
Erntemonate Jun-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Hut, Stiel
Fundorte Im Gras auf Wiesen, Weiden und an Wegrändern
Verwechslungs­gefahr Karbol-Egerling (giftig), Knollenblätterpilz (tödlich giftig)
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Sehr junge Champignons, bei denen die Lamellen noch weiß oder nicht sichtbar sind, können mit jungen Exemplaren des Knollenblätterpilzes verwechselt werden.
Besondere Inhaltsstoffe Beta Carotin, Eisen, Essentielle Aminosäuren, Folsäure, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Proteine, Selen, ungesättigte Fettsäuren, Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B6
Eigenschaften antibakteriell, antioxidativ, blutdruckregulierend, cholesterinsenkend, entgiftend, entzündungs­­hemmend, leberschützend
Hilft bei Blähungen, Gicht, Schweißbildung

Anwendungen

Champignons enthalten viel Eiweiß und eine hohe Anzahl essentieller Aminosäuren, viele Vitamine aus dem B-Komplex sowie Mineralien und Polysaccharide. Ihr geringer Natriumgehalt ist von Vorteil, um bei einem hohen Blutdruck nicht zusätzlich zu belasten.

Wiesenchampignons, die an einer sonnigen Stelle wachsen, produzieren eine große Menge Vitamin D und können so die Versorgung mit diesem wichtigen Nahrungsbaustein unterstützen. Champignons kurbeln zudem die Produktion von Melanin an und helfen so, Sonnenbrand zu vermeiden.

In der Ernährung

Die gesunden Eigenschaften der Champignons kann man sich am einfachsten zunutze machen, indem man sie als Zutat regelmäßig in den Speiseplan integriert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pilzen kann man den Wiesenchampignon auch roh verzehren.

Frische Champignons schmecken leicht nussig und passen zum Beispiel roh als Bestandteil eines bunten Salates oder in Scheiben geschnitten auf Brot. Für warme Speisen empfiehlt es sich, die Pilze zunächst ohne Fett scharf anzubraten. So tritt am wenigsten Wasser aus, und die Geschmacksstoffe werden nicht ausgeschwemmt.

Wer viele Champignons auf einmal haltbar machen möchte, kann sie auch schonend dörren. Getrocknete Pilze lassen sich zudem wunderbar zu einem Pulver zerkleinern, das Suppen und Soßen ein herzhaftes Umami-Aroma verleiht. Im Handel ist auch fertiges Champignon-Pulver erhältlich.

Rezept für Champignon-Rucola-Salat mit Honig-Senf-Vinaigrette

In diesem Salat ergänzt sich der milde Geschmack der Champignons mit dem scharf-bitteren Aroma des Rucola. Der Salat bietet eine Extra-Portion Vitamine und Mineralien – besonders gut nach körperlicher Anstrengung oder einem langen Sammel-Spaziergang in der Natur.

Du brauchst:

  • 1 Bund Rucola
  • 250 g Champignons
  • 1 Handvoll Sonnenblumenkerne
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 2 TL Senf
  • 1 TL Honig
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • optional ½ Zehe Knoblauch
  • optional mildes Paprikapulver
  • optional geriebener Parmesan als Topping

So wird der Salat zubereitet:

  1. Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten und abkühlen lassen.
  2. Rucola waschen, trocken schleudern oder tupfen und in mundgerechte Stücke schneiden.
  3. Champignons putzen (nicht waschen, sondern nur evtl. Erde entfernen und das Stielende abschneiden) und in Scheiben schneiden.
  4. Öl, Essig, Senf, Honig und Gewürze zu einer Honig-Senf-Vinaigrette verrühren.
  5. Den Rucola, die Champignonscheiben und die abgekühlten gerösteten Sonnenblumenkerne in einer Schüssel mit der Vinaigrette mischen.
  6. Optional geriebenen Parmesan über den Salat geben.

Zu diesem Salat passt Weißbrot genauso wie ein kräftiges Vollkornbrot.

Champignons sind weit verbreitet, und Wiesenchampignons sind leicht zu sammeln. Die Pilze enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe und schmecken roh oder gebraten.

Erkennung und Sammeltipps

Champignons sind weit verbreitet, und Wiesenchampignons sind leicht zu sammeln. Die Pilze enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe und schmecken roh oder gebraten.

Wiesenchampignons sind auf nicht gedüngten Grasflächen zu finden, zum Beispiel auf Weiden und an grasbewachsenen Wegrändern, aber auch an grasbewachsenen Waldrändern und allgemein auf neutralem bis basischem Boden. Wenn sie genügend Platz haben, wachsen sie – wie viele andere Pilze auch – in einer kreisförmigen Anordnung, die auch “Hexenkreis” genannt wird.

In Pilzbestimmungsbüchern findet man Champignons auch unter ihrem deutschen Namen “Egerlinge”. Weltweit sind 200 Arten von Champignons oder Egerlingen bekannt, in Europa etwa 90 Arten. Der Wiesen-Egerling oder Wiesen-Champignon ist eine der bekanntesten.

  • Die jungen Hüte des Wiesenchampignons sind weiß, geschlossen und kugelig, ältere sind halbkugelig und cremefarben bis hellbraun, manchmal mit bräunlichen Schuppen. Sehr alte Hüte können fast flach sein und einen Durchmesser bis zu zehn Zentimetern erreichen. Die Huthaut lässt sich vom Fruchtfleisch abziehen.
  • Der Stiel ist weiß, vier bis sieben Zentimeter hoch, finger- bis daumendick und mit einem Ring versehen. Er hat keine Verdickung (“Knolle”) am unteren Ende.
  • Die Lamellen sind bei jungen Pilzen rosa und stehen nicht allzu dicht. Sie färben sich mit der Zeit zu braun und bei alten Pilzen dunkelbraun.
  • Die Sporen sind schokoladenbraun und bei reifen Champignons zahlreich vorhanden.
  • Champignons riechen mild nach Pilzen und schmecken leicht nussig.
  • Bei Druck auf die verschiedenen Pilzteile verändern diese nicht die Farbe. Anschnittstellen verfärben sich leicht rosa.

Tipp: Sortiere gesammelte Pilze am besten noch einmal, bevor du nach Hause gehst. So bleiben zum Beispiel wurmstichige Exemplare gleich an Ort und Stelle. Wenn du die Pilze nach Sorten aufteilst, fällt schneller auf, wenn sich ein giftiger Pilz in die Ernte verirrt hat. Bei einer großen Menge Pilze ist dieser Tipp spätestens zu Hause sinnvoll, bevor die Pilze verarbeitet werden.

Hinweis: Nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl sind manche Gebiete besonders in Süddeutschland noch immer radioaktiv belastet. Wo man auf das Sammeln von Pilzen wegen erhöhter Radioaktivität vielleicht besser verzichtet, erfährst du in einem gesonderten Beitrag.

Weitere Infomationen zu Champignons und vielen anderen essbaren Pilzen findest du in unserem Buchtipp:

Das unterscheidet den Wiesen-Champignon vom giftigen Karbol-Egerling

Im Gegensatz zu Wiesen-Champignons verströmen Karbol-Egerlinge einen karbolartigen Geruch nach Krankenhaus oder Tinte. Zudem läuft das Stielfleisch des Karbol-Egerlings beim Abschneiden chromgelb an, während sich Schnittflächen des Wiesen-Champignons rosa färben – ein sehr sicheres Unterscheidungsmerkmal, denn es ist sofort sichtbar.

Das unterscheidet den Wiesen-Champignon vom tödlich giftigen Knollenblätterpilz

Der Knollenblätterpilz hat weiße Lamellen und am Stielende eine Knolle, die es bei Wiesenchampignons nie gibt. Obwohl Knollenblätterpilze eher im Wald wachsen, können sich beide Pilzfamilien gerade an Waldrändern doch vermischen.

Sehr junge Champignons, bei denen die Lamellen noch weiß oder nicht sichtbar sind, können besonders leicht mit jungen Exemplaren des Knollenblätterpilzes verwechselt werden. Das gilt vor allem, wenn die Pilze in der Nähe von Wald oder Bäumen wachsen. Dann sollte man sie vorsichtshalber stehen lassen.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!