Stachel-Lattich
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Der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien stammende Stachellattich hat sich in weite Teile der Erde verbreitet. Durch die Nord-Südausrichtung der Blätter ist er sehr gut an starke Sonneneinstrahlung angepasst. Deshalb wird er auch Kompasslattich genannt. Dank dieser charakteristischen Blattstellung und seiner langen Pfahlwurzel kann er selbst auf trockenen Standorten wie Unkrautfluren, Bahndämmen und Schuttplätzen gedeihen. Der Stachellattich ist eng verwandt mit dem Kopfsalat (Lactuca sativa), welchem im Laufe der Zeit durch Züchtung die Stacheln, aber auch die gesunden Bitterstoffe abhanden gekommen sind. Er schmeckt in Salaten oder als gekochtes Gemüse und wirkt beruhigend bei Magenkrämpfen und Herzrasen und kann Hustenreiz mildern.

Steckbrief

Lateinischer NameLactuca serriola
Andere NamenKompasslattich, Zaun-Lattich, Wilder Kopfsalat
FamilieAsteracea (Korbblütengewächse)
ErntemonateApr-Jul
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Triebe, Wurzeln
Blattformlanzettlich
Blütenfarbegelb
FundorteUnkrautflure, Wegränder, Hecken, Schuttplätze, Bahndämme
Verwechslungs­gefahrmit dem Giftlattich, der unangenehm riecht
Giftigkeitungiftig
WarnungenDer weiße Milchsaft kann Kontaktallergien auslösen.
Besondere InhaltsstoffeBitterstoffe, Cumarin, Eisen, Flavonoide, Triterpene, Vitamine
Eigenschaftenberuhigend, fungizid, hustenstillend, verdauungsfördernd
Hilft beiAsthma, Herzklopfen, Husten, Keuchhusten, Magenkrämpfe

Anwendungen

Den Kompasslettich kannst du leicht in der Küche verarbeiten. Traditionell wird er bei Keuchhusten, Asthma und Herzrasen eingesetzt.

In der Ernährung

Die beste Erntezeit für die Blätter ist von April bis Juli, bevor sich die Blüten bilden, denn im Verlauf des Jahres nimmt der Gehalt an Bitterstoffen zu. Mir schmecken die jungen Blätter am besten im Salat oder zusammen mit Frischkäse. Die Blätter können auch als Wildgemüse, wie zum Beispiel als Spinat zubereitet oder als Gemüsefüllung verwendet werden. Vor der Blüte im Juli kannst du die geschälten Stängelspitzen kochen oder braten. Am besten schmecken sie mir als Pfannengemüse.
Die jungen Blätter des Stachellattichs schmecken leicht bitter und erinnern vom Geschmack her an den Strunk des Kopfsalates. Wem der bittere Geschmack zu streng ist, kann die fein geschnittenen Blätter kurz in Wasser einlegen, wodurch der weiße Milchsaft heraustritt.

Heilende Anwendungen

Der Stachellattich hat beruhigende und auf die Atmung hemmende Wirkung, weshalb er beruhigend bei Asthma und Keuchhusten wirkt. Auch auf Herzrasen sowie Magenkrämpfe hat er eine mildernde Wirkung.

Du kannst die frischen Pflanzenteile kauen oder den Milchsaft aus der gesamten Pflanze entnehmen. Schneide dafür die oberen Pflanzenteile ab und fange den austretenden Milchsaft auf einem Backpapier auf. Das gleiche kannst du mit den Wurzeln machen, deren beste Erntezeit zwischen September und Frühjahr ist. Der nun an der Luft getrocknete Milchsaft entwickelt sich zu einer zähen Substanz, die gekaut oder gegessen werden kann.

Tee

Für eine beruhigende Wirkung bei den oben genannten Beschwerden kann auch ein Tee getrunken werden. Koche dafür 10 bis 20 Gramm getrocknetes Kraut in einem Liter Wasser und lasse es 10 bis 20 Minuten köcheln.

Erkennung und Sammeltipps

Stachellattich, die Stammpflanze der Gartensalate enthält gesunde Bitterstoffe und eignet sich als Salatbeigabe oder gekochtes Gemüse.

Der einjährige bis zweijährige Kompasslattich kommt auf sonnigen Unkrautfluren, an Wegrändern, in Hecken und auf Schuttplätzen vor.

  • Er wird bis zu 1,20 Meter hoch.
  • Die gebuchteten Blätter sind grob gezähnt und wachsen wechselständig.
  • Die Blätter haben eine blaugrüne Färbung und stehen aufrecht.
  • Der Mittelnerv der Blätter ist unterseits mit starken Borsten versehen.
  • Die ganze Pflanze enthält einen weißen Milchsaft.
  • Der Lattich bildet zahlreiche kleine gelbe Blütenkörbchen aus, die ungleichmäßig violett überlaufen sind.
  • Die Blütezeit ist von Juli bis September.
  • Die behaarten Samen bilden einen weißen Haarkranz.
  • Die Pfahlwurzel wird bis zu zwei Meter tief.

Der Stachellattich wird oftmals auch als Wilder Lattich bezeichnet, sollte aber nicht mit dem Gift-Lattich (Lactuca virosa) verwechselt werden. Dieser wurde früher als Opiumersatz verwendet, heute wird er als stark giftig eingeordnet. Die Einnahme von kleinen Mengen des Giftlattichs und besonders seines Milchsafts kann zu Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Schwindel und sogar Herzstillstand führen. Besonders die getrockneten Blätter und der getrocknete Milchsaft gelten als hochgiftig. Der Kompasslattich lässt sich im ausgewachsenen Zustand durch seine ausgeprägt buchtigen und auf sonnigen Standorten stark senkrecht in Nord-Süd-Richtung gestellten Blätter vom Giftlattich unterscheiden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der unangenehme Geruch des Giftlattichs.

Anbautipps

Der Kompasslattich bevorzugt sonnige, nährstoffreiche Standorte. Er lässt sich durch Ausbringen der Samen leicht vermehren.

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