Sanddorn
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Diese Pionierpflanze mit ihren sonnengelben Früchten gehört zu meinen Lieblingssträuchern. Der Sandorn hat bis zu drei Meter lange Pfahlwurzeln, die ihm einen festen Stand auf Dünen oder künstlich angelegten Hängen, wie z.B. Autobahnrändern, geben. Zusätzlich besitzt er ein dichtes Wurzelwerk, womit er das Erdreich bindet, weshalb er auch zur Rekultivierung von Ödland gepflanzt wird.

Steckbrief

Lateinischer NameHippophae rhamnoides
Andere NamenDünendorn, Sandbeere, Fasanbeere, Orangenbeerstrauch, Seedorn, Korallenstrauch, Sandweide, rote Schlehe, Amritscherl, Weidendorn
FamilieÖlweidengewächse (Elaeagnaceae)
ErntemonateAug-Dez
Verwendbare PflanzenteileFrüchte
Blattformlanzettlich
Blütenfarbegelb
FundorteBöschungen, Ufer, Dünen
Verwechslungs­gefahreventuell mit dem Feuerdorn, dessen Früchte aber anders aussehen
Giftigkeitungiftig
Besondere InhaltsstoffeCarotinoide, Eisen, Eiweiß, freie Aminosäuren, Gamma-Linolensäure, Kalium, Kalzium, Kobold, Kupfer, Magnesium, Palmitinsäure, Stearinsäure, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E (Tocopherol), Vitamin P, Zink
Eigenschaftenabführend, adstringierend, entzündungs­­hemmend, schleim­haut­schützend, schmerzstillend, tonisierend
Hilft beiAppetitlosigkeit, Blutungsneigung, Dekubitus, Durchfall, Erkältungen, Erkrankungen der Galle, Erkrankungen der Milz, Frühjahrsmüdigkeit, Geschwüre, Gicht, Hautprobleme, Herzschwäche, Kreislaufschwäche, Leberschwäche, Narben, Neurodermitis, Nierenprobleme, Pickel, Rekonvaleszenz, Strahlenschäden, Tumore, Verbrennungen, Vitaminmangel, Wunden, Zahnfleischentzündungen

Anwendungen

Sanddorn ist nicht nur eine Hilfe für karge Erdflächen, auch für den Menschen ist er eine große Unterstützung bei vielen Krankheiten und ein dickes Plus für gesunde Ernährung.

In der Ernährung

Die köstlichen Sanddornbeeren enthalten einen wahren Sprühregen von Vitaminen, Mineralstoffen, Flavonoiden und Carotinoiden. Mit nur 12 Früchten täglich kannst du deinen Vitamin-C-Bedarf decken. Sanddornfrüchte enthalten zudem alle B-Vitamine, die für viele Funktionen im Körper unerlässlich sind.

In Kriegsjahren und der Nachkriegszeit war Sanddorn ein wichtiger Vitamin-C-Lieferant. Durch seine konzentrierten Inhaltsstoffe kann er zudem als ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel gezählt werden.

Nach der anthroprosophischen Lehre Rudolf Steiners gehört Sanddorn zu den Wind- und Sonnenpflanzen, mit der Fähigkeit Lichtenergien aufzunehmen. Sanddorn vermag, wie sonst nur Südfrüchte (z.B. Oliven), wertvolles Öl im Fruchtfleisch und den Samen zu speichern.

Die reichlichen aktiven Biostoffe der Beeren schenken unserem Organismus Gesundheit und Tatkraft.

Ich esse die süß-säuerlichen Früchte am liebsten pur vom Strauch. Sie sind aber ebenso eine tolle Beimischung im Müsli, im Smoothie, in Süßspeisen, auf Torten oder in Fruchtaufstrichen. Zu Gemüse oder Tofu- und Fleischgerichten passen sie ebenfalls.

Ein Vorrat für den Winter lässt sich am einfachsten anlegen, indem die Beeren eingefroren werden. Beim Tiefkühlen bleiben die Vitamine in einem hohen Maß erhalten.

Sanddornhonig

Sanddornhonig ist eine von vielen Varianten an süßen Fruchtaufstrichen, welche du aus den Früchten leicht herstellen kannst.

Du benötigst lediglich frische Sanddornfrüchte, Honig und etwas Wasser.

So gehst du vor:

  1. Früchte in einen Topf geben
  2. Soviel Wasser dazugeben, dass es etwa einen halben bis einen cm im Topf steht
  3. Bei geschlossenem Deckel zum Kochen bringen und für etwa drei Minuten köcheln
  4. Sieb in eine Schüssel hängen und alles hinein schütten
  5. Beeren durch das Sieb streichen, so dass nur die Kerne übrig bleiben
  6. Fruchtfleisch wiegen und mit der gleichen Menge Honig gründlich verrühren, bis eine homogene Masse entsteht

Auf diese Weise gewonnener Sanddornhonig ist pur, im Müsli oder im Quark ein Genuss!

Heilende Anwendungen

In vielen Kulturen wird Sanddorn schon zahlreiche Jahrhunderte medizinisch genutzt. Ursprünglich kommt er aus dem Himalaja und ist n der tibetischen Medizin und auch in der traditionellen chinesischen Medizin eine geschätzte Heilpflanze, unter anderem gegen Neurodermitis und Tumore.

In der Heilkunde wird vor allem wertvolles Sanddornöl eingesetzt. Es gibt drei verschiedene Sanddornölarten:

  • aus dem Fruchtfleisch
  • aus dem Trester
  • aus den Kernen

Zur Heilung und Pflege der Haut wird vorwiegend aus dem Fruchtfleisch gewonnenes Öl verwendet. Es enthält mehr Antioxidantien und Palmitoleinsäure als die anderen Öle. Palmitoleinsäure kann von der Haut sehr gut aufgenommen und verwertet werden. Es wirkt regenerierend und ist besonders wertvoll für trockene, spröde Haut.

Das Kernöl enthält viele ungesättigte Fettsäuren, unter anderem Gamma-Linolensäure. Es kann helfen den Cholesterinspiegel zu senken und ist besonders für Menschen geeignet, die an Neurodermitis leiden.

Die Öle werden in technisch aufwendigen Verfahren gewonnen. Zu Hause lässt sich jedoch leicht ein Sanddornölauszug herstellen, welcher ebenso wertvoll für die Haut ist.

Sanddornölauszug

Bei Hautkrankheiten, Wundliegen, Verbrennungen und auch innerlich bei Pilzerkrankungen kann das Öl zur Unterstützung der Heilung verwendet werden. Für den Ölauszug wird der Pressrückstand entsafteter Beeren genutzt. Diesen in ein sauberes Schraubglas geben und mit Öl (z.B. Olivenöl) auffüllen, bis alles bedeckt ist. An einem hellen, warmen Platz stehen lassen und nach drei Wochen abseihen.

Tee

Bei Magenerkrankungen, Kreislaufstörungen, Erkältung und Frühjahrsmüdigkeit kann ein wohlschmeckender Tee aus den Beeren zubereitet werden.

  1. Einen Esslöffel frische oder getrocknete Beeren mit 250 ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen
  2. Von der Herdplatte nehmen
  3. Bei geschlossenem Deckel zehn Minuten ziehen lassen
  4. Abseihen und genießen

Körperpflege mit Sanddorn

Sandornöl aus dem Fruchtfleisch eignet sich hervorragend für die Körperpflege. Hierzu wird reines Sanddornfruchtfleischöl ohne Zusätze verwendet. Das Öl einfach in selbst hergestellte Cremes, Massageöle, Shampoos oder Duschgels mischen. Dazu etwa 50 Tropfen Sanddornöl auf 100 ml deines Pflegeprodukts geben.

Erkennung und Sammeltipps

Sanddorn ist eine der gesündesten Pflanzen und seine Beeren gehören zu den besten Vitamin-C-Spendern. Erfahre, wie du ihn zur Ernährung und Heilung nutzt!
By Johann Georg Sturm (Painter: Jacob Sturm) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Sanddornstrauch wird bis zu sechs Meter hoch und ist eher an sandigen Plätzen zu finden. Er kommt sowohl mit Trockenheit, als auch mit Nässe klar, weshalb er auch an Ufern und Küsten gedeiht.

  • Die Rinde ist im jungen Zustand weiß-grün, später dann dunkelbraun
  • Die Äste haben spitze Dornen
  • Die Blätter sind schmal-lanzettlich,haben einen kurzen Stiel und sind 4-8 cm lang
  • Sie sind an der Unterseite silbergrau und wechselständig angeordnet
  • Die nur etwa 0,5 cm großen, gelblichen Blüten sind eher unscheinbar
  • Die Früchte wachsen reichlich am einjährigen Ast und sind gelb bis orangefarben
  • Sie werden 6-8 mm groß und haben eine längliche Form

Bei der Ernte kann es recht mühsam sein, alle kleinen Beeren vom Strauch zu zupfen. Leichter wird es, wenn du die Ästchen mit den Beeren abschneidest und einfrierst, dann lassen sich die Früchte ganz leicht abstreifen. Beachte dabei aber die Grundregeln des Sammelns von Wildpflanzen und ernte nicht mehr als ein Drittel der Beeren mit dieser Methode, um dem Strauch nicht zu schaden.

Anbautipps

Sanddorn mag lockeren, leichten Boden. Man kann ihn ganz leicht aus Stecklingen ziehen. Er liebt Sonne und Wind, daher ist ein freier, sonniger Platz sehr wichtig für eine gute Fruchtentwicklung.

Zu beachten ist, dass ein weiblicher, fruchttragender Sanddornstrauch mindestens zwei männliche Sträucher in unmittelbarer Nähe braucht, um befruchtet zu werden. Im kommerziellen Anbau werden bis zu neun männliche Pflanzen um einen weiblichen Strauch gepflanzt.

Mehr

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Botanik und Geschichte. Naturheilkundliches Wissen. Medizin, natürliche Kosmetik, Ernährung
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