Persischer Ehrenpreis
4.9 5 144
142
2

Der Persische Ehrenpreis stammt ursprünglich aus Kleinasien, wurde vor über 200 Jahren in botanischen Gärten angebaut und schließlich ist Anfang des 19. Jahrhunderts verwildert, woraufhin er sich in ganz Mitteleuropa ausbreitete. Er ist vor allem auf bewirtschafteten Flächen, in Gärten und auf Wegen anzutreffen. Er kann wie der Echte oder Wald-Ehrenpreis verwendet werden, sein Hauptanwendungsgebiet sind Haut- und Stoffwechselbeschwerden und schon Hildegard von Bingen empfahl bei Krätze eine Salbe aus Ehrenpreis. In einem alten Pestspruch lautet es: “Trink Ehrenpreis und Bibernell, dann stirbst du nit so schnell!“

Steckbrief

Lateinischer Name Veronica persica
Andere Namen Allerweltsheil, Grindheil, Hühnerraute, Kommwiederkraut, Männertreu, Veronika, Katzenäuglein
Familie Wegerichgewächse
Erntemonate Feb-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Blüten, Triebe
Blattform herzförmig, rundlich
Blütenfarbe blau
Fundorte Äcker, Weinberge, Gärten, Wege, Getreidefelder
Verwechslungs­gefahr Andere Ehrenpreisarten
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine
Eigenschaften appetitanregend, blutreinigend, schleimlösend, stoffwechselanregend, verdauungsfördernd
Hilft bei Frühjahrsmüdigkeit, Hautkrankheiten, Hautprobleme, Husten, Mundschleimhautentzündungen

Anwendungen

Persischer Ehrenpreis kann wie der Echte Ehrenpreis angewendet werden, ist in seiner Heilwirkung aber etwas schwächer.

Bei Hautbeschwerden und Entzündungen wird oft empfohlen, ihn sowohl innerlich als auch äußerlich zu verwenden, entweder als Tinktur oder Tee.

Ehrenpreis kann getrocknet einem Hustentee hinzugemischt werden und unterstützt ebenfalls die Wirkung eines Blasentees.

Als allgemeines Stärkungsmittel, gegen Appetitlosigkeit und Müdigkeit sowie zur Unterstützung von Galle und Leber wurde Ehrenpreis früher häufig verwendet, sein Volksname Allerweltsheil deutet auf seine Vielseitigkeit in der Volksheilkunde hin.

In der Ernährung

Der herb-bittere Geschmack des Persischen Ehrenpreis ist eine aromatische Ergänzung in milden Salaten und Gemüsegerichten. Ebenso passt Ehrenpreis in würziges Kräutersalz.

Als essbare Dekoration eignet sich der Persische Ehrenpreis für Suppen, belegte Brote, kalte Platten und Süßspeisen.

Heilende Anwendungen

Im Mittelalter wurde Ehrenpreis sehr stark in die Volksmedizin eingebunden, hat aber leider stark an Bedeutung verloren. Sogar in der Tiermedizin wurden Haustiere bei Blasen- und Nierenleiden mit Ehrenpreis behandelt. Auch in der chinesischen Medizin wird der Ehrenpreis Blase, Niere und Leber zugeordnet.

Stillende Mütter bekamen früher manchmal leichten Ehrenpreistee zur Förderung der Milchleistung.

Frischer Pflanzenpresssaft ist Bestandteil einer Frühjahrskur und soll Müdigkeit vertreiben.

Ein starker Absud aus 20 g blühendem Kraut und 250 ml Wasser kann bei Verletzungen und Entzündungen aufgelegt werden, die innerliche Einnahme verstärkt die Wirkung.

Genauso hilft hier die Tinktur, die sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet werden kann.

Tinktur

Die Tinktur kannst du leicht selbst herstellen. Dafür werden etwa 10 g Ehrenpreis mit 100 ml Alkohol (etwa 40 Vol%) angesetzt. Die Ziehzeit beträgt etwa 10 Tage, dabei gelegentlich schütteln. Danach abfiltern und dunkel lagern.

Ehrenpreistinktur wird auch bei Juckreiz empfohlen.

Tee

Ehrenpreistee gilt einerseits als mildes Stärkungsmittel und wird andererseits innerlich und äußerlich bei Verletzungen verwendet.

Übergieße etwa 5 Gramm des blühenden Krautes mit 250 ml siedendem Wasser und lasse den Aufguss fünf Minuten ziehen.

Eine Tasse am Morgen kann gegen Müdigkeit unterstützend wirken, kühler Ehrenpreis-Tee mit Zitrone ist ein guter Durstlöscher und ein leicht anregend wirkendes Hausmittel.

Erkennung und Sammeltipps

Der Ehrenpreis hat eine lange Tradition als Heilkraut uns wirkt unter anderem gegen Juckreiz, Leberleiden und Husten. Er kann außerdem das Gedächtnis stärken.

Persischer Ehrenpreis gilt als Lehmzeiger und wächst gerne auf nährstoffreichen, offenen Flächen, wodurch er oft als Ackerunkraut bezeichnet wird.

  • Persischer Ehrenpreis erreicht eine Höhe von 10 bis 40 Zentimetern.
  • Der Stängel ist kraus behaart und wächst liegend oder leicht aufsteigend.
  • Am niederliegenden Stängel bilden sich keine Wurzeln.
  • Die etwa 2 cm großen Blätter sind matt, rundlich bis herzförmig und grob gekerbt.
  • 4 hellblaue Blütenblätter mit dunkler Aderung und weißem Schlund bilden eine Blüte.
  • Diese stehen einzeln auf 0,5 bis 3 cm langen Stielen.
  • Persischer Ehrenpreis blüht vom Frühjahr bis in den Spätherbst, bei milden Temperaturen manchmal sogar im Winter.

So kannst du ihn von anderen Ehrenpreisen unterscheiden:

  • Der Stängel des Fadenehrenpreis bewurzelt bei Bodenkontakt.
  • Gamander-Ehrenpreis hat eiförmige Blätter und bildet eine vielblütige Traube aus Blüten.
  • Echter Ehrenpreis bildet Blütentrauben und wurzelt an den Stängelknoten.
  • Glänzender Ehrenpreis hat kleinere und glänzende Blätter.

Anbautipps

Persischer Ehrenpreis kann entweder über Samen oder Wurzelausläufer vermehrt werden. Der Boden sollte eher nährstoffreich sein, sandiger Boden ist als Grundlage für frische Pflanzen eher problematisch.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!