Parasolpilz
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Der Parasolpilz oder Parasol (frz. “Sonnenschirm”) wird so genannt, weil die flachen Hüte älterer Exemplare stolze 40 Zentimeter Durchmesser erreichen können. In der Mitte des Hutes befindet sich ein Buckel, der dem mittleren Knopf eines Sonnenschirm ähnlich sieht. Der köstliche Speisepilz, der zur Gattung der Riesenschirmlinge gehört und auch unter dem Namen Gemeiner Riesenschirmling bekannt ist, wächst in hellen Mischwäldern, an Wegrändern und auf nährstoffreichen Wiesen.

Steckbrief

Lateinischer Name Macrolepiota procera
Andere Namen Gemeiner Riesenschirmling, Riesenschirmling, Riesenschirmpilz, Großer Schirmling, Schnitzelpilz, Paukenschläger, Paukenschleger, Schulmeisterpilz, Eulchen
Familie Champignonverwandte (Agaricaceae)
Erntemonate Jul-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Hut
Fundorte Mischwälder, Waldränder, Wiesen, Weg- und Parkränder mit nährstoffreichem Boden
Verwechslungs­gefahr Gift-Riesenschirmling (giftig)
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Proteine

Anwendungen

Der eiweißreiche Parasolpilz wird am besten einfach als schmackhafte Mahlzeit verzehrt, denn sein Hutfleisch ist sehr zart und aromatisch. Bei paniertem und gebratenem Parasol fallen, den Geschmack betreffend, manchmal sogar Vergleiche mit einem Wiener Schnitzel.

In der Ernährung

Vom Parasolpilz verwendet man zum Braten oder Kochen lediglich den Hut von nicht allzu alten Pilzen, deren Lamellen noch hell sind. Das Pilzfleisch wird erst durch Erhitzen genießbar, denn es enthält Giftstoffe, die erst durch mindestens 15-minütiges Erhitzen abgebaut werden und in rohem Zustand Magen-Darm-Probleme verursachen. Der Hut hat einen leicht nussigen Geschmack, den man am besten durch nur wenige Gewürze unterstützt.

Das Fleisch des Stiels ist hart und faserig und wird in der Regel nicht für die Mahlzeit genutzt. Es kann aber getrocknet und zu Pilzpulver verarbeitet werden und gibt eine ausgezeichnete Würze ab.

Gebratener Parasolpilz

Für zwei Portionen gebratenen Parasolpilz, den Klassiker unter den Parasolpilz-Rezepten brauchst du:

  • 2 mittelgroße Parasolpilze
  • 2 Eier
  • 60 g Semmelbrösel
  • 40 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • Pflanzenöl oder Butterschmalz

So wird der Parasolpilz zubereitet:

  1. Eier verquirlen und mit Pfeffer und Salz mischen.
  2. Pilzstiele entfernen, Pilzhüte mit einem feuchten Tuch reinigen und je nach Größe halbieren oder vierteln.
  3. Die Hutstücke nacheinander gleichmäßig in Mehl, dann im verquirlten Ei und zum Schluss in den Semmelbröseln wenden.
  4. Fett in einer Pfanne erhitzen und die panierten Pilzstücke darin beidseitig braten, bis sie goldgelb sind.

Die fertig gebratenen Riesenschirmpilze schmecken am besten heiß aus der Panne. Als Beilage eignen sich zum Beispiel Salz- oder Pellkartoffeln und ein grüner Salat.

Tipp: Der Parasol wird am besten sehr frisch verzehrt, weil das Hutfleisch sonst an Zartheit und Geschmack einbüßt. Wenn man mehr gesammelt hat, als man gleich essen kann, lässt er sich aber auch fertig paniert einfrieren. Dann kann der gefrorene Parasol gleich in das heiße Öl gegeben werden, denn so behält er am besten Konsistenz und Geschmack.

Erkennung und Sammeltipps

Der Parasol kommt vor auf eher nährstoffreichen Sand-, Kalk- oder Lehmböden in lichten Mischwäldern mit Buchen, Hainbuchen und Eichen, aber auch Fichten. Auch an Weg- und Parkrändern und auf Wiesen ist er zu finden. Er wird unter anderem auch Schnitzelpilz genannt, weil sein Hut gerne wie ein Schnitzel paniert und gebraten wird (siehe Rezept oben). Die beste Sammelzeit für den Parasol ist zwischen Juli und Oktober.

Die verschiedenen Riesenschirmlingssorten sehen sich teilweise sehr ähnlich, weshalb man sie leicht verwechseln kann. Da sie bis auf den Gift-Riesenschirmling (der leicht zu unterscheiden ist) alle essbar sind, ist eine Verwechslung in der Regel unproblematisch.

Weitere Tipps zur Unterscheidung verschiedener Riesenschirmlingssorten:

  • Schirmlinge, die auf oder an Ameisenhügeln wachsen, gehören eher zu den Safranschirmlingen, die ebenfalls essbar sind.
  • Bei einem Schirmling, der auf Kompost wächst, handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Gift-Riesenschirmling oder Gartenschirmling (siehe weiter unten). Dieser Pilz ist giftig und sollte nicht verzehrt werden.
  • Kleinere Pilze, die aussehen wie Schirmlinge, deren Ring aber nicht verschiebbar ist, lässt man am besten stehen, denn es gibt einige Sorten unter ihnen, die hochgiftig sind.
Der Parasolpilz, Parasol oder Gemeine Riesenschirmling ist ein köstlicher Speisepilz, der leicht zu sammeln ist und am besten gebraten schmeckt.

So erkennst du einen Parasolpilz:

  • Der Hut junger Parasolpilze ist bräunlich und kugelig. Diese bräunliche Schicht wächst nicht mit, wenn der ganze Hut wächst, sondern bricht auf zu konzentrisch um den Mittelpunkt angeordneten, hellbraunen, wolligen Schüppchen auf weißem Untergrund. Die Hüte älterer Pilze sind kreisrund und flach. In der Mitte des Hutes befindet sich ein bräunlicher Buckel.
  • Die Fruchtschicht unter dem Hutfleisch besteht aus bauchig geformten Lamellen, die nicht an den Stiel angewachsen sind. Bei jungen Pilzen sind die Lamellen weiß, später wechseln sie die Farbe über cremefarben zu braun.
  • Der Stiel junger Schirmpilze hat eine sehr breite Basis. Mit zunehmendem Alter streckt sich der Stiel immer mehr in die Länge zu einer schlanken Form. Er kann bis zu 40 Zentimeter lang werden. Er hat ein unregelmäßiges braun-geschupptes Muster auf weißem Grund (genattert).
  • Der doppelte Ring um den Stiel ist in einen weißen Bereich oben und einen braun geschuppten Bereich unten aufgeteilt.
  • Die Sporen sind farblos bis weißlich.
  • Geruch und Geschmack des Hutes sind angenehm nussartig und mild.
  • Bei Druck oder Anschnitt verändert sich die Farbe des Hut- oder Stielfleischs nicht.

Charakteristisch für Riesenschirmlinge ist, dass sich der Ring am Stiel hinauf und hinunter verschieben lässt. Bei jungen Exemplaren ist der Ring noch an den Hut angewachsen, und man kann versuchen, den Ring vorsichtig vom Hut abzulösen. Wenn er sich dann verschieben lässt, handelt es sich um einen Riesenschirmling.

Tipp: In welchen Gebieten nach der Nuklear-Katastrophe von Tschernobyl auch heute noch der Boden radioaktiv kontaminiert ist und wie sich Pilze meiden lassen, die zu viele Schwermetalle enthalten, erfährst du in diesem Beitrag.

Interessante Informationen über den Parasol, weitere Riesen-Schirmlinge und andere Pilze kannst du hier nachlesen:

Den Parasolpilz unterscheiden vom giftigen Gift-Riesenschirmpilz (Gartenschirmling)

Im Gegensatz zum Parasol, der angenehm nussig riecht, verströmt der Gift-Riesenschirmling einen unangenehm säuerlichen Geruch nach Kompost. Bei Anschnitt des Hutes oder des Stiels verfärbt sich die Schnittfläche rötlich.

Es gibt zwar auch ungiftige Schirmlingssorten, die sich bei Anschnitt röten (zum Beispiel den essbaren Safranschirmling, der auf Ameisenhaufen wächst), aber wenn man sich nicht sicher ist, lässt man sie am besten ebenfalls stehen.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!