Maulbeere
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Die Maulbeere, die als Baum oder Strauch wachsen kann, kommt ursprünglich aus Nordamerika und Asien. Sie ist seit etwa 5000 Jahren bekannt und von ihren weltweit zwölf Arten, haben drei ihren Weg nach Europa gefunden. Die Weiße, die Schwarze und die Rote Maulbeere sind bei uns zu finden, wobei vor allem die weiße Maulbeere für die Seidenraupenzucht zur Herstellung von Seide angebaut wurde. Durch bessere Importwege wurde die Zucht jedoch bald überflüssig. Heute stehen viele Bäume als Relikt aus dieser Zeit an Alleen und Marktplätzen. Die Maulbeere entwickelt brombeerähnliche, süße Früchte, die für den direkten Verzehr oder zur Weiterverarbeitung geeignet sind. Die Früchte enthalten zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe. Früchte als auch Blätter können als Heilmittel wie in Asien bei Verstopfung, oder zur Blutzucker- oder Cholesterinspiegelsenkung eingesetzt werden.

Steckbrief

Lateinischer NameMorus
FamilieMaulbeergewächse
ErntemonateJun-Aug
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Früchte
Blattformeilanzettlich
Blütenfarbeweiß
FundorteAlleen, Parks, Gärten, Wegränder
Giftigkeitungiftig
Besondere InhaltsstoffeAnthocyane, Antioxidantien, Ballaststoffe, Beta Carotin, Bor, Eisen, Eiweiß, Essentielle Aminosäuren, Flavonoide, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Reservatol, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin K, Zink
Eigenschaftenabführend, antibakteriell, antiviral, beruhigend, blutbildend, blutdruckregulierend, cholesterinsenkend, durchblutungsfördernd, entwässernd, entzündungs­­hemmend, immunstärkend, schleimlösend, stoffwechselanregend, zusammenziehend
Hilft beiAnämie, Blasenentzündung, Diabetes, Erkältung, Haarausfall, Harnwegs­­entzündungen, Harnwegsinfekte, Krebs, Schuppen, Verstopfung

Anwendungen

Vom Maulbeerbaum werden hauptsächlich die Früchte für die Ernährung verwendet. Aus dem asiatischen Raum gibt es aber auch einige Überlieferungen zu heilenden Anwendungen für die Blätter.

In der Ernährung

Maulbeeren werden nicht alle gleichzeitig reif und können daher von Ende Juni bis in den August geerntet werden. Sie sind nicht lange haltbar und nur sehr selten frisch im Handel zu finden. Es empfiehlt sich reife Früchte direkt frisch vom Baum gepflückt zu verzehren oder zügig weiter zu verarbeiten. Maulbeeren eignen sich zur Herstellung von Marmelade, Saft und Sirup, oder als Beigabe in Obstsalaten und Desserts. Natürlich kannst du sie auch in grüne Smoothies mischen.

Die Schwarze Maulbeere schmeckt aufgrund ihres höheren Pektingehalts weniger süß als die Rote oder die Weiße Maulbeere.

Im Handel sind getrocknete Maulbeeren und Maulbeer-Saft erhältlich. Getrocknete Beeren kannst du ähnlich wie Rosinen verwenden, z.B in Müslis oder hausgemachten Müsliriegeln.

Crème bavaroise

Die Hauptzutaten für die Bayerische Creme sind Milch, Eigelb, Zucker, Schlagsahne sowie Gelatine und schmecken mit Maulbeerfrüchten besonders lecker.

Für zwei Portionen benötigst du:

  • 175 g schwarze Maulbeeren
  • 75 ml Wasser
  • 50 g Zucker
  • 2 Blatt Gelatine
  • 1 Zitrone
  • 250 ml Sahne
  • 1 Prise Salz

So bereitest du die Creme mit Maulbeeren zu:

  1. Gelatine einweichen.
  2. Zucker im Wasser auflösen und erhitzen.
  3. Gelatine in der heißen Zuckerlösung auflösen.
  4. Sirup abkühlen lassen.
  5. Maulbeeren in etwas Wasser erhitzen und durch ein Sieb passieren.
  6. Zitrone auspressen und den Saft mit Maulbeermus und Zuckerlösung verrühren.
  7. Die Masse in den Kühlschrank stellen, bis sie geliert.
  8. Salz mit der Sahne vermischen, steif schlagen und unter das Maulbeermus heben.

Nachdem die Creme im Kühlschrank nochmals fest geworden ist, kann sie serviert werden.

Heilende Anwendungen

Die Maulbeere besitzt viele Inhaltsstoffe, die vor allem für die Gesunderhaltung wichtig sind. Mit rund einem Viertel Protein sind die Früchte deutlich eiweißreicher als viele andere. Die Mineralien Natrium und Kalium sorgen für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper und die Fettsäuren bringen die Verdauung in Schwung.

Der hohe Anteil an Kalzium ist für den Aufbau der Knochen und Zähne wichtig. Außerdem sind die Früchte sehr vitaminreich. Der Vitamin-C-Gehalt ist so hoch, dass in etwa 100 Gramm Maulbeeren fast genauso so viel enthalten ist, wie in einer ganzen Grapefruit Auch Vitamin E ist reichlich vorhanden, welches die Elastizität und Festigkeit der Haut fördert. Daneben liefert die Maulbeere Spurenelemente wie Kupfer, Zink, Bor, Phosphor und Fluor.

In der chinesischen Medizin werden die Maulbeerfrüchte gegen erhöhten Blutzucker- und Cholesterinspiegel, bei schleimigem Husten und Erkältungen empfohlen. Sie werden entweder langsam gekaut oder zu einem Tee aufgebrüht.

Auf dem Balkan verwendet man die Blätter als Tee bei hohem Blutzuckerspiegel, aber auch als Heilmittel bei Fieber und Verstopfung.

Die Früchte der Maulbeere haben viele positive Eigenschaften. Der enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Deoxynojirimycin soll zum Beispiel bei Altersdiabetes helfen. Sie haben auch eine entwässernde Wirkung und senken den Cholesterinspiegel. Die antibakterielle und entzündungshemmenden Eigenschaften können vor allem bei Blasen- und Harnwegserkrankungen wie Blasenentzündung helfen.

Die Ballaststoffe der Beeren fördern die Darmtätigkeit und helfen daher auch gegen Verstopfung.

Der hohe Anteil an Antioxidantien macht die für vorzeitige Alterung verantwortlichen freien Radikale unschädlich. Die enthaltenen Anthocyane stärken die Blutgefäße, schützen vor Herz-Kreislauferkrankungen und mindern so das Schlaganfall-Risiko.

Tee

Ein Tee aus Maulbeerblättern wird in Asien insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin hoch geschätzt. Er kann bei, Fieber, Verstopfung sowie Blasen- und Harnwegsinfekten, aber auch bei Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und hohem Cholesterinspiegel helfen. Ganz nebenbei mindert der Tee Heißhunger auf Süßes.

Für eine Teezubereitung wird ein Teelöffel getrocknete Blätter (oder zwei Teelöffel zerkleinerte, frische Blätter) mit etwa 200 Milliliter heißem Wasser übergossen und etwa fünf Minuten ziehen gelassen. Da die Blätter keine Bitterstoffe enthalten, können sie auch länger ziehen.

Erkennung und Sammeltipps

Maulbeerbäume wurden früher vielerorts angepflanzt, um Seidenspinnen zu züchten. Heute bereichern die Früchte unsere Ernährung als regionale Superfoods.

Die auf kalk- und nährstoffreichem Boden vorkommende Maulbeere kann als Strauch oder Baum wachsend zwischen 6 und 12 Meter hoch werden. Sie wächst in Parks, Gärten, Alleen, auf Marktplätzen und an Wegrändern.

  • Die Blätter sind variationsreich, hauptsächlich ei-lanzettlich und manchmal gebuchtet.
  • Die Rinde hat eine graubraune Färbung und enthält weißen Milchsaft.
  • Die Pflanzen kommen einhäusig oder zweihäusig vor.
  • Sie entwickeln unzählige Blüten.
  • Die männlichen Blüten besitzen vier Staubblätter.
  • Die süßen, essbaren Früchte erinnern in ihrer Form an längliche Brombeeren.
  • Die Früchte können im reifen Zustand weiß, schwarz oder rot sein.

Anbautipps

Die Maulbeere liebt es warm und windgeschützt und gedeiht am besten auf nährstoff- und kalkreichen Böden. Wenn du die Maulbeere in deinem Garten anpflanzen möchtest, bevorzuge beim Kauf die Rote Maulbeere. Sie ist wesentlich unempfindlicher gegen Kälte und Wind als die anderen Sorten. In Gegenden wo der Wein gut gedeiht, kann auch die Schwarze Maulbeere gepflanzt werden.

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