Mariendistel
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Mariendisteln gehören zu den größten und schönsten Disteln, und wohl auch zu den heilkräftigsten. Ausgehend von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Südeuropa, Südrussland, Kleinasien und Nordafrika hat sich die Mariendistel mittlerweile bis Mitteldeutschland vorgewagt und wird im Westerwald sogar angebaut, nur im Norden ist es ihr zu kalt. In der Natur ist sie deshalb besonders in wärmeren Gegenden zu finden.

Steckbrief

Lateinischer Name Silybum marianum
Andere Namen Christi Krone, Fieberdistel, Frauendistel, Marienkörner, Stechkörner, Milchdistel
Familie Korbblüter (Asteraceae)
Erntemonate Apr-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Blüten, Triebe, Wurzeln
Blattform fiederteilig, länglich eiförmig
Blütenfarbe violett
Fundorte Wiesen, Wegränder, Gärten
Verwechslungs­gefahr mit anderen Disteln
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Histamin, Silymarin
Eigenschaften entzündungs­­hemmend, fiebersenkend, harntreibend, krampflösend, verdauungsfördernd
Hilft bei Blähungen, Erkrankungen der Milz, Gallensteinkoliken, Gelbsucht, Herzstechen, Husten, Krebs, Leberschwäche, Seitenstechen

Anwendungen

Die Früchte der Mariendistel sind ein hervorragendes Mittel für unsere Leber und werden sogar gegen Krebs eingesetzt. Im Altertum waren Mariendisteln zudem ein beliebtes Gemüse.

In der Ernährung

Junge Blätter werden wie Gemüse gekocht oder in den Salat gemischt, nachdem die Stachel entfernt wurden. Die geschälten Stängel bereitet man wie Spargel zu. Wenn sie zu bitter schmecken, können sie vor dem Garen für zwei Stunden in Salzwasser gelegt werden. Dieser Vorgang zieht die Bitterstoffe heraus.

Ungeöffnete Blüten ähneln Artischocken und werden wie diese zubereitet.

Während der gesamten Vegetationsperiode kann auch die Wurzel geerntet, gekocht und verzehrt werden.

Heilende Anwendungen

Als heilkräftigster Pflanzenteil gelten die Früchte der Mariendistel, welche auch in verschiedensten Darreichungsformen wie Tabletten, Kapsel, Öl, Tee käuflich erworben werden können. Zum Selbermachen eignet sich vor allem eine Tinktur aus den Früchten, da Silymarin, der wertvollste Inhaltsstoff der Früchte, schwer wasserlöslich ist und somit durch einen Teeaufguss nicht herausgelöst wird. Äußerlich können pulverisierte Früchte die Wundheilung offener Beine unterstützen.

Das Kauen der Wurzel soll Zahnschmerzen lindern.

Mariendistelextrakte helfen sogar bei Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz, allerdings muss die Anwendung hochdosiert erfolgen, weshalb sie nur durch einen Facharzt wirksam durchgeführt werden kann.

Tinktur

Bei Seitenstechen, Herzstechen, Husten mit blutigem Auswurf, Gelbsucht, Milzleiden und Gallensteinkoliken kann Mariendisteltinktur Linderung schenken. Darüber hinaus ist die Mariendistel eines der besten Lebermittel. Sie regeneriert, schützt, stärkt und entgiftet die Leber und regt die Bildung neuer Leberzellen an.

Äußerlich wird die Tinktur bei Warzen eingesetzt. Diese Behandlung sollte für noch bessere Wirksamkeit mit der Einnahme der Tinktur kombiniert werden.

Derzeit geht die Forschung der Theorie nach, dass Mariendisteln auch bei Grippeviren, Darmkrebs und Lungenkrebs positiven Einfluss auf die Genesung haben.

Tee

Zur Anregung des Milchflusses, bei Völlegefühl sowie bei Blähungen wird ein Teeaufguss aus den Blättern der Mariendistel bereitet.

Dazu werden zwei Teelöffel zerkleinerte Blätter mit 200 ml kochendem Wasser übergossen und für zehn Minuten ziehen gelassen.

Erkennung und Sammeltipps

Ursprünglich aus südlicheren Breiten kommend, ist die Mariendistel auch immer öfter bei uns anzutreffen. So kannst du ihre Blätter, Wurzeln und Blüten nutzen.
Mariendisteln werden bis zu 1,50 m groß und haben auffällig große, mit weißen Linien durchzogene, tiefgrüne Blätter. Finden kannst du sie vor allem in wärmeren Regionen, an Wegrändern oder in Gärten. Aufgrund einer Bestandsgefährdung dürfen Mariendisteln in der Schweiz und in einigen Teilen Österreichs nicht gesammelt werden.

  • Der Stängel ist verzweigt und kahl oder mit einem leichten Flaum überzogen
  • Die Blätter umfassen den Stängel
  • Am Blattrand befinden sich gelbe Stacheln
  • Die Blüten sitzen endständig am Stängel und sind violett
  • Sie sind von dornigen Hüllblättern umgeben
Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!