Lupine
5 5 33
33
0

Die Lupine ist in unterschiedlichen Arten ursprünglich im Mittelmeerraum und in Amerika heimisch. Im 19. Jahrhundert breitete sie sich auch in Mittel- und Nordeuropa immer weiter aus und wurde zunächst als Zier- und Arzneipflanze kultiviert. Erst später wurde aus verschiedenen Wildformen die Süßlupine gezüchtet, die als Futterpflanze sowie zur Gründüngung genutzt wird. Im Gegensatz zur giftigen Ursprungsform sind ihre Samen essbar und gewinnen Dank ihres hohen Gehaltes an Proteinen immer mehr an Beliebtheit, insbesondere in der veganen Ernährung.

Steckbrief

Lateinischer Name Lupinus
Andere Namen Wolfsbohne, Feigbohne
Familie Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erntemonate Sep-Nov
Verwendbare Pflanzenteile Samen
Blattform lanzettlich
Blütenfarbe blau, gelb, rot, violett, weiß
Fundorte Wegränder, Straßenböschungen, Gärten, Parks
Giftigkeit teilweise giftig
Hinweise zur Giftigkeit Einige Sorten enthalten Alkaloide, welche beim Verzehr für Menschen und Haustiere giftig sind.
Besondere Inhaltsstoffe Alkaloide, Carotinoide, Essentielle Aminosäuren, Isoflavonoide, Proteine, Vitamin E (Tocopherol)
Eigenschaften antioxidativ, blutzuckersenkend, cholesterinsenkend, harntreibend, verdauungsfördernd
Hilft bei Ekzeme, hohe Cholesterinwerte, Würmer

Anwendungen

In Gärten ist die Lupine eine beliebte Zierpflanze, die mit ihrer langen Blütezeit auch bei vielen Insekten sehr beliebt ist. Die meisten Sorten sind jedoch wegen der enthaltenen Alkaloide für andere Tiere nicht als Futterpflanze geeignet und können sogar zu Vergiftungen führen.

In der Ernährung

Für die Ernährung werden heutzutage ausschließlich die Samen der Süßlupine verwendet, da diese nur einen geringen, unbedenklichen Gehalt an giftigen Alkaloiden enthalten. Bereits im 19. Jahrhundert wurden jedoch auch bittere Lupinensamen für die Ernährung verwendet, mussten allerdings sehr lange eingeweicht werden, um die bitteren Alkaloide zu entfernen. Bei den gezüchteten Süßlupinen ist dieses aufwändige Verfahren nicht mehr notwendig.

Die Süßlupine wird als regionale und gesunde Alternative zur Sojabohne verwendet. Sie ist reich an hochwertigen, pflanzlichen Proteinen und liefert sogar erheblich mehr Ballaststoffe als Soja. Daher kann die Lupine als nachhaltige Proteinquelle nicht nur den Speiseplan von Veganern und Vegetariern bereichern.

Samen der Süßlupine können als Mehl, Lupinenschrot, Keimlinge oder Kerne vielseitig in der Küche verwendet werden.

Lupinen Brotaufstrich

Ein proteinreicher Brotaufstrich aus Lupinenkernen kann in zahlreichen Geschmacksrichtungen von süß bis herzhaft zubereitet werden.

Für die Zubereitung wird Folgendes benötigt:

  • 100 g Süßlupinenkerne, roh oder gekocht
  • 3 EL Pflanzenöl
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

So bereitest du den Aufstrich zu:

  1. Rohe Lupinenkerne über Nacht in Wasser einweichen. Am nächsten Tag abgießen und mit frischem Wasser bedeckt circa eine Stunde bei geringer Hitze kochen lassen. Bei vorgekochten Kernen aus dem Glas diesen Schritt einfach weglassen.
  2. Das Kochwasser abgießen und die Lupinenkerne etwas abkühlen lassen.
  3. Kerne mit Öl und Zitronensaft pürieren.
  4. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Je nach Geschmack können Kräuter, Gewürze, Nüsse, Früchte oder Gemüse ergänzt werden. Sogar ein süßer Schokoaufstrich kann mit Lupinen zubereitet werden, indem Kakao, Haselnüsse und für die Süße einige Datteln ergänzt werden.

Lupinen-Keimlinge

Lupinen eignen sich hervorragend um Keimlinge daraus selbst zu ziehen. Während des Aufkeimens bilden sich zahlreiche komplexe Nährstoffe und Enzyme, die den Keimling noch wertvoller machen als die bloßen Samen. Dafür werden die rohen Lupinenkerne ausgiebig mit Wasser gespült und in ein Keimglas gegeben. Nach drei Tagen an einem sonnigen Standort und zweimal täglichem Durchspülen mit frischem Wasser sind die Keimlinge bereit für den Verzehr.

Die Sprossen eignen sich hervorragend als Ergänzung in Salaten, als knackiger Brotbelag oder als Dekoration von Pasta. Im Kühlschrank sind die Keimlinge etwa drei Tage lang haltbar.

Lupinenkaffee

Kaffee aus Lupinen ist eine glutenfreie Alternative zu Getreidekaffee und verfügt über ein kräftiges Aroma, das dem von Bohnenkaffee sehr nahe kommt. Zudem ist er koffeinfrei und kommt ganz ohne magenreizende Kaffeesäure aus. Er kann wie Bohnenkaffee zubereitet werden. Für die Herstellung werden Lupinenkerne bei niedrigen Temperaturen schonend geröstet und gemahlen. Lupinensamen sind härter als Kaffeebohnen und quellen stärker auf, daher kann das Lupinenkaffeepulver eventuell sparsamer dosiert werden. Lupinenkaffee ist in vielen Reformhäusern und Bioläden erhältlich.

Heilende Anwendungen

Die Lupine ist als Heilpflanze weniger bekannt. Für die Gesundheit sind hauptsächlich die nährstoffreichen Kerne der Süßlupine von Bedeutung. Sie haben einen sehr hohen Gehalt an Proteinen, insbesondere essentielle Aminosäuren. Zudem sind sie reich an Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen wie Eisen.

Ein regelmäßiger Verzehr von Lupinenkernen kann verdauungsfördernd als auch Blutzucker- und Cholesterinspiegelsenkend wirken.

Vom Einsatz anderer Lupinenarten ist abzuraten, da der Gehalt an Wirkstoffen je nach Sorte sehr stark schwankt. Je bitterer der Samen ist, desto stärker ist zudem der Gehalt an giftigen Alkaloiden. Solche Samen müssen lange gewässert und gekocht werden, bis sie für den Verzehr geeignet sind.

Früher wurden Lupinensamen gekaut, um gegen Darmparasiten wie Würmer zu wirken. Auch gegen Ekzeme und Hautgeschwüre war die Lupine ein beliebtes Heilmittel. Dafür wurden die Kerne gekocht, gemörsert und Umschläge mit dem Lupinenbrei auf die betroffenen Hautpartien gelegt.

Anwendungen im Garten

Die Lupine ist eine hervorragende Gründüngungspflanze. Ihre Wurzeln reichen bis zu zwei Meter in die Erde und lockern so auch tiefe Bodenschichten natürlich auf. Damit ermöglichen sie der Nachkultur, den Boden leichter zu durchwurzeln. An den Wurzeln der Lupine siedeln sich außerdem sogenannte Knöllchenbakterien an, die aufgenommenen Stickstoff speichern. Auf diese Weise reichern Lupinen den Boden mit Stickstoff an, den viele nachfolgenden Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen.

Lupinen können nach dem Abernten von Obst und Gemüsebeeten im Herbst ausgesät werden. Viele Wildformen sind winterhart und wachsen auch noch bei niedrigen Temperaturen. Im Frühjahr werden die Lupinen einfach abgemäht und in den Boden eingearbeitet. Wurzeln und Blätter werden zersetzt und verbessern die Bodenqualität.

Erkennung und Sammeltipps

Lupinen sind nicht nur dekorative und bienenfreundliche Zierpflanzen im Garten. Die Süßlupine, die durch Züchtung von giftigen Alkaloiden befreit wurde, besitzt auch einen hohen Gehalt an Proteinen und ist eine regionale und gesunde Alternative zu Soja.

Die Lupine ist eine ein- oder mehrjährige krautige Pflanze, die meist Höhen von 30 bis 150 Zentimetern erreicht. Einige Sorten werden aber auch noch deutlich größer. Ihre Pfahlwurzel reicht bis zu zwei Meter in die Erde und kann auch verdichtete Schichten auflockern. An ihren typischen Blüten und Blättern ist sie leicht zu erkennen:

  • Die handförmig gefiederten Blätter bestehen aus 5 bis 28 einzelnen lanzettlich geformten Blättchen.
  • Die Schmetterlingsblüten stehen in aufrechten Trauben oder Ähren.
  • Die dichten Blütenkerzen sind bis zu 50 Zentimeter lang.
  • Die Blütezeit dauert von Ende Mai bis Anfang August.
  • Die Blüten öffnen sich, beginnend mit den untersten jeder Kerze.
  • Die Fruchtreife setzt ab September ein.
  • Die Frucht ist eine Hülsenfrucht mit mehreren rundlichen Samen.

Anbautipps

Für den Anbau verzehrbarer Süßlupinen, verwende ausschließlich Samen aus vertrauenswürdigen Quellen. Die Samen von selbst angebauten Pflanzen eignen sich allerdings nicht für eine zweite Aussaat, da die daraus entstehenden Pflanzen wieder vermehrt giftige Bitterstoffe enthalten können. In unseren Breiten hat die Süßlupine eine einjährige Lebensdauer.

Lupinen bevorzugen einen sonnigen Standort, um ihre volle Pracht und Größe zu entfalten. Am besten gedeihen sie auf kalkarmen Böden mit mäßig viel Wasser. Die Aussaat kann im Mai direkt ins Freiland erfolgen. Es ist ebenfalls möglich, die Pflanze im Topf auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen. Dafür sind kleinwüchsige Arten allerdings deutlich besser geeignet.

Lupinen sollten nur wenig gedüngt werden, da die Pflanzen sonst anfälliger für Schädlinge und Krankheiten werden. Gänzlich ungeeignet sind Dünger mit hohem Stickstoffanteil. Bei einem starken Wuchs und an sehr windigen Standorten empfiehlt es sich, den Stängel der Pflanze an einer Stütze zu fixieren, um sie vor dem Umknicken zu schützen.

Nach der Blüte kann die Lupine zurückgeschnitten werden, um eine Nachblüte anzuregen. Sobald die Blüten verwelkt und Samenschoten reif sind, können diese geerntet und für das Folgejahr aufbewahrt werden. Bei größeren Exemplaren der Staudenlupine können die Wurzelstöcke auch geteilt werden. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!