Krause Glucke
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Mit seiner bizarren Form, die optisch irgendwo zwischen Badeschwamm, Gehirn und Blumenkohl liegt, ist die Krause Glucke nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch ein echtes Vitalstoff-Bündel. Als parasitärer Pilz nistet sich die Krause Glucke mit großer Vorliebe am Fuße von Nadelbäumen ein. In unseren Breiten vor allem als delikater Speisepilz bekannt, hat sich die Krause Glucke dank ihrer heilkräftigen, in jüngster Zeit durch die Wissenschaft bestätigten Wirkungen einen festen Platz in der Naturheilkunde gesichert.

Steckbrief

Lateinischer Name Sparassis crispa
Andere Namen Fette Henne, Bärenschädel, (Krauser) Ziegenbart, Riesenmorchel, Faisterling, Feisterling, Morchel-Bockpilz, Pilzkönig, Blumenkohlpilz, Feistling, Judenbart, Bärentatze, Echte Holzhühner
Familie Gluckenverwandte (Sparassidaceae)
Erntemonate Aug-Nov
Verwendbare Pflanzenteile Fruchtkörper
Fundorte Unter Nadelbäumen, vor allem unter Kiefern, fast immer an gleicher Stelle
Verwechslungs­gefahr Breitblättrige Glucke, Glucken-Becherling, Tannenstachelbart, Ästiger Stachelbart, Bauchwehkoralle, Eichhase, Korallenpilz, Klapperschwamm, Hahnenkamm
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Beta-Glucan, Eisen, Folsäure, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Selen, Vitamin A, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin E (Tocopherol), Vitamin K, Zink
Eigenschaften antibakteriell, antimykotisch, blutdrucksenkend, cholesterinsenkend, entzündungs­­hemmend, immunstärkend, wundheilend
Hilft bei Bluthochdruck, Diabetes, Geschwüre, Hautleiden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hoher Cholesterinspiegel, Immunschwäche, Infektionskrankheiten, Pilzinfektion, Wundheilung

Anwendungen

Seine im Volksmund verbreiteten Namen Krause Glucke und Fette Henne soll der Pilz seiner Ähnlichkeit mit einem brütenden Haushuhn verdanken – allerdings nur aus weiter Entfernung.

Als typischer Speisepilz der Sommer- und Herbstsaison lässt sich die Krause Glucke mit ihrem milden, nussigen Aroma auf unterschiedlichste Art in der Küche verarbeiten.

Besonders im osteuropäischen Raum hat sich der Pilz zudem seit Jahrhunderten einen Namen als Heilpilz gemacht und wird bei der Behandlung von Immunschwäche, Geschwüren und Pilzinfektionen eingesetzt.

In der Ernährung

Die Krause Glucke ist einer der Pilze, die sich gehackt wunderbar in einer Pilzpfanne oder einem Omelett machen. In dünne Streifen geschnitten, wird sie zur leckeren Einlage in Suppen und Eintöpfen.

Krause Glucke zubereiten: Waschen oder putzen?

Während die meisten Pilze lediglich geputzt werden, sollte die Krause Glucke aufgrund ihrer verwinkelten Strukturen, in denen sie Fremdkörper und Getier beherbergen könnte, vor der Zubereitung gewaschen werden.

Dafür den Fruchtkörper zunächst vom Strunk befreien, in Stücke schneiden und sorgsam unter fließendem Wasser waschen.

Weil der Fruchtkörper im trockenen Zustand sehr zerbrechlich ist, hat es sich auch bewährt, ihn mit kochendem Wasser zu übergießen. Auf diese Art wird er elastisch und kann unproblematisch gewaschen werden.

Krause-Glucke-Rezept: Fette Henne in Rahmsoße auf Pasta

Für zwei Portionen dieses cremigen Krause-Glucke-Rezeptes brauchst du:

  • 250 g Krause Glucke (geputzt und gewaschen, siehe oben)
  • 250 ml süße Sahne bzw. Obers oder Nidel
  • 20 ml Weißwein (oder alternativ Gemüsefond)
  • 1 Zwiebel
  • 200 g Fettuccine (oder eine andere Pastasorte)
  • 1 Bund frische glatte Petersilie
  • 1 Prise Muskat
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Öl oder Butter zum Anbraten

Und so einfach lässt sich die Krause Glucke zubereiten:

  1. Zwiebeln fein hacken und in etwas Öl oder Butter glasig anbraten.
  2. Währenddessen einen Topf mit Wasser aufsetzen und die Fettuccine darin al dente kochen.
  3. Die Krause Glucke in mundgerechte Stücke schneiden und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben.
  4. Nach etwa fünf Minuten mit Weißwein ablöschen und mit Sahne aufgießen.
  5. Gehackte Petersilie und Muskat dazugeben und bei mittlerer Hitze einkochen lassen.
  6. Die fertige Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Die Pasta auf einem Teller anrichten und mit der Krause-Glucke-Rahmsoße servieren.

Krause Glucke als Würzmittel

Aus der Krausen Glucke lässt sich mit wenig Aufwand auch ein universell einsetzbares Würzmittel herstellen, das vielen Gerichten eine besondere Note verleiht. Dafür am besten gleich mehrere Krause Glucken in feine Scheiben schneiden, die Pilze trocknen und zu Pulver vermahlen. Auch eine Würzmischung aus verschiedenen Pilzen lässt sich so ganz einfach herstellen.

Heilende Anwendungen

Die Krause Glucke ist ein wahres Energiebündel an Mineral- und Vitalstoffen, darunter die Vitamine A, E, K, B2, B2 und B6 sowie Folsäure, Magnesium, Selen, Calcium, Mangan, Eisen, Zink und Kupfer.

Dank ihrer positiven Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, den Cholesterinspiegel und infizierte Wunden hat der alkoholische Extrakt des Pilzes seit Generationen einen festen Platz in der russischen Volksheilkunde.

Klinische Studien mit Pilz-Extrakten aus Sparassis crispa bestätigen heute die positive Wirkung der Krausen Glucke. Mögliche Indikationen sind neben Bluthochdruck und Diabetes auch Begleit- und Folgeerkrankungen, wie z. B. Wundheilungsstörungen.

Darüber hinaus hat der Cocktail an Inhaltsstoffen antimykotische Eigenschaften, sodass die Krause Glucke bei Pilzinfektionen der Haut und der inneren Organe Verwendung findet werden kann.

Die in den Zellwänden des Pilzes reichlich vorhandenen Beta-Glucane (etwa 40 Prozent der Trockenmasse) stärken außerdem nachweislich das Immunsystem.

Tonikum zur Immunstärkung: Krause-Glucke-Tinktur

Als prophylaktisches Mittel zur Steigerung der Immunität und zur Behandlung von Infektionen können die Inhaltsstoffe der Krausen Glucke in Form einer selbst gemachten Tinktur extrahiert werden.

Für eine Krause-Glucke-Tinktur eine Handvoll frischer Pilze in ein Schraubglas geben, mit 300 Milliliter 40-prozentigem Ansatzalkohol (z.B. Wodka) übergießen und fest verschlossen für vier Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen (mazerieren). Im Anschluss die Tinktur durch ein Seihtuch filtern, die Pilze dabei gut auspressen und in dunkle Flaschen abfüllen.

Von dieser Tinktur können dreimal täglich 20 Tropfen (in Wasser, Tee oder Saft gemischt) vor jeder Mahlzeit eingenommen werden. Die Kur wird nach drei Monaten der Anwendung sieben Tage pausiert und anschließend in der gleichen Weise solange wiederholt, bis der erwünschte Effekt erreicht ist.

Krause Glucke in Pulverform

Wer auf den positiven Effekt des Pilzes auf Immunsystem und Hautgesundheit nicht verzichten möchte, aber eine alkoholische Darreichform ablehnt, kann den Pilz auch wie oben beschrieben zu einem Pulver verarbeiten.

Der Biochemiker, Autor und Medizinalpilzexperte Martin Powell empfiehlt einen gestrichenen Teelöffel des Pulvers täglich zur Krankheitsbehandlung.

Zur prophylaktischen Immunstärkung und zur Vorbeugung gegen Krankheiten reicht bereits eine deutlich niedrigere Tagesdosis von einer Prise.

Erkennung und Sammeltipps

Die Krause Glucke ist nicht nur ein bizarr anzusehender Gourmetpilz, sondern auch ein volksheilkundlicher Helfer bei zu hohem Cholesterinwert und Blutdruck.
Die Fette Henne liebt sandige Böden und nistet sich besonders gern am Wurzellauf von Nadelbäumen ein – bevorzugt unter Waldkiefern. Willst du den Krause-Glucke-Pilz finden, lohnt es sich deshalb ganz besonders, am Fuße dieser Bäume zu suchen. Hin und wieder setzt sich der Pilz auch an anderen Bäumen oder Stümpfen ab.

So erkennst du die Krause Glucke:

  • Der Pilz hat eine ockergelbe Farbe. Der Fruchtkörper ist kraus verästelt.
  • Der Fruchtkörper ist jung meist faustgroß. Ältere Exemplare können größer als ein Fußball werden.
  • Der Stiel gleicht dem versteckten Strunk des Blumenkohls und ist im reiferen Stadium nicht mehr zu sehen.
  • Das Fleisch der Krausen Glucke ist weißlich, riecht würzig und schmeckt nussig.
  • Die Sporen haben eine blass gelbliche Färbung.

Hinweis: Sammle und verwerte die Krause Glucke besser nur, solange der Pilz noch weiß oder gelblichweiß ist. Ältere, bereits bräunliche Exemplare haben einen bitteren Geschmack und können Verdauungsstörungen hervorrufen.

Da der Pilz als Parasit über Verletzungen an den Wurzeln des Wirtsbaumes in dessen Kernholz eindringt, ruft er eine Braunfäule hervor, deren Geruch an Terpentin erinnert.

Die Verwechslungsgefahr mit anderen Pilzen ist sehr gering. Die breitblättrige Glucke – ebenfalls ein Speisepilz – sieht der Krausen Glucke am ähnlichsten, bevorzugt jedoch Tannen und Fichten. Da sie in Deutschland aber auf der Roten Liste der gefährdeten Pilze steht, solltest du sie nicht sammeln. Andere mögliche Doppelgänger sind ebenfalls essbar.

Achtung:

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