Kornblume
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Die Kornblume stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und wurde zusammen mit Getreide-Saatgut in die ganze Welt exportiert. Bereits seit Jahrhunderten wird sie als universelle Heilpflanze genutzt. Weil die als Ackerunkraut geltende Pflanze durch üppigen Umgang mit Dünger und Unkrautvernichtungsmitteln fast ausgerottet wurde, stand sie lange Zeit unter Naturschutz. Heute hat sich ihr Bestand wieder etwas erholt und sie wird nicht mehr als gefährdet angesehen.

Steckbrief

Lateinischer Name Centaurea cyanus
Andere Namen Zyane, Blaue Kronblume, Kornnelke, Blaumütze
Familie Korbblütler (Asteraceae)
Erntemonate Mai-Sep
Verwendbare Pflanzenteile Blüten
Blattform lanzettlich
Blütenfarbe blau, rosa, violett, weiß
Fundorte Feldränder, Wegränder
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Polysaccharide, Schleimstoffe
Eigenschaften antibakteriell, entzündungs­­hemmend, harntreibend, verdauungsfördernd, wundheilend
Hilft bei Augenentzündung, Blähungen, Fieber, Kopfschmerzen, Nervosität, Unruhezustände, Verdauungsprobleme

Anwendungen

Die Kornblume ist für Bienen und Hummeln eine beliebte Futterpflanze. Aber auch wir Menschen können sie kulinarisch, sowie für gesundheitliche Zwecke nutzen.

In der Ernährung

In der Küche finden nur die Blüten Anwendung. Dafür werden die einzelnen Röhrenblüten verwendet, nicht aber die Blütenkelche, da sie durch den hohen Gehalt an Bitterstoffen wenig schmackhaft sind.

Die frischen Blüten können auf diversen Speisen wie Salaten, Wildkräuterfrischkäse, Desserts, Kuchen, Käsepralinen oder kalten Platten als Dekoration dienen.

Heilende Anwendungen

Die Kornblume galt lange Zeit als universelle Heilpflanze und wurde sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt. Schlecht heilende Wunden, Fieber und Augenerkrankungen waren die Hauptanwendungsgebiete. Heutzutage spielt sie in der Heilkunde keine große Rolle mehr, da es viele andere Heilpflanzen mit einem größeren Wirkungsspektrum gibt.

Die Blüten werden deshalb nur selten pur verwendet, sondern meist in Kombination mit anderen Heilkräutern. Durch ihre vielzähligen Wirkstoffe ist sie als Beikraut gegen unzählige Beschwerden einsetzbar. In vielen Teemischungen wird sie beispielsweise als sogenannte Schmuckdroge verwendet, da sie diese optisch aufwertet.

Tee

Kornblumenblüten werden meist zu Teemischungen wie Hustentee, Blasentee oder Sandmännchentee beigegeben. Für die Anwendung als Tee können die gesamten Blüten mit Kelchen verwendet werden.

Für einen Kornblumentee wird ein Esslöffel Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und nach zehn Minuten Ziehzeit abgeseiht. Der Tee hat eine leicht verdauungsfördernde, ausschwemmende und entzündungshemmende Wirkung.

Blaue-Blüten-Tinktur

Als Bestandteil von Tinkturen ist die Kornblume eine beliebte Zutat. Eine bekannte Anwendung ist die Blaue-Blüten-Tinktur. Traditionell werden dafür die blauen Blüten von neun verschiedenen Heilpflanzen verwendet. Diese können zum Beispiel Ysop, Lavendel, Wegwarte, Gundermann, Ehrenpreis, Borretsch oder andere Kräuter sein. Die Tinktur soll insbesondere bei Unruhezuständen, Nervosität, Stress und Konzentrationsstörungen hilfreich sein.

Zubereitung der Tinktur:

  1. Getrocknete oder frische Blüten in ein verschließbares Glas geben.
  2. Mit 40 prozentigem Alkohol, zum Beispiel Wodka auffüllen, bis alle Blüten vollständig bedeckt sind.
  3. Drei bis vier Wochen an einem schattigen Ort ruhen lassen, dabei gelegentlich sanft schütteln.
  4. Tinktur durch ein feines Sieb oder Tuch passieren und zur Aufbewahrung in Flaschen aus Braunglas füllen, zum Beispiel in Tropfflaschen.

Bei Bedarf werden zehn bis fünfzehn Tropfen der Tinktur bis zu dreimal täglich verdünnt mit Wasser oder Tee eingenommen.

Erkennung und Sammeltipps

Die auffällige blaue Kornblume ist nicht nur hübsch anzusehen, sie kann auch in der Küche und für die Gesundheit genutzt werden.

Die Kornblume ist eine einjährige, krautige Pflanze und kann eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen. Sie bevorzugt sonnige und freiläufige Standorte. Häufig ist die Kornblume am Rande von Getreidefeldern zu finden, wodurch sie ihren Namen hat. An ihren typischen Blüten und Blättern ist sie leicht zu erkennen:

  • Der kantige Stängel ist filzig behaart.
  • Die lanzettlichen Blätter sind wechselständig angeordnet und behaart.
  • Die Blätter in Bodennähe sind größer als die in Richtung Pflanzenspitze.
  • Am Rand der körbchenförmigen Blüte stehen etwa 30 Röhrenblüten.
  • Im Zentrum der Blüte befinden sich dunklere Hüllblätter.
  • Die Blütezeit ist von Ende Mai bis September.

Anbautipps

Die Kornblume bevorzugt einen sonnigen Standort und lockeren Boden. Häufig ist sie am Rande von Feldern, Kiesgruben und Wegen zu finden. Ihr Wasserbedarf ist gering und Staunässe mag sie nicht. Zudem ist sie ein Bioindikator, der anzeigt wie stark gedüngt wurde, denn Überdüngung verträgt sie überhaupt nicht.

Wenn die einjährige Pflanze im Garten oder auf dem Balkon angepflanzt werden soll, empfiehlt es sich bei der Samenwahl darauf zu achten, dass es sich um Samen der echten Kornblumen handelt. Denn die oft erhältlichen Ziersorten haben keine Heilwirkung. In vielen Wildblumen-Samenmischungen für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln ist die Kornblume ein fester Bestandteil.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!