Ingwer
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Das, was wir landläufig als „Ingwer“ bezeichnen, ist das Rhizom oder auch der Wurzelstock einer Pflanze, die ein wenig an Bambus, Schilf oder Zuckerrohr erinnert. Ingwer wächst hauptsächlich in den Tropen und Subtropen, wird aber auch in Frankreich angebaut. Du kannst ihn aber auch selbst züchten, um jederzeit frischen und unbelasteten Ingwer für deine Hausapotheke gegen Magenbeschwerden, Halsschmerzen, Entzündungen und Reiseübelkeit zur Hand zu haben!

Steckbrief

Lateinischer Name Zingiber officinale
Andere Namen Ingwerwurzel, Immerwurzel, Ingber, Imber, Zingiberis rhizoma
Familie Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe ätherische Öle, Borneol, Cineol, Gingerol, Vitamin C
Eigenschaften appetitanregend, entzündungs­­hemmend, schmerzlindernd
Hilft bei Appetitlosigkeit, Brechreiz, Gelenkentzündungen, Magen-Darmbeschwerden, Reiseübelkeit, Seekrankheit, Übelkeit

Anwendungen

Was oft als Ingwer-Wurzel bezeichnet wird, ist botanisch betrachtet ein Rhizom, der unterirdische Teil der Ingwer-Pflanze, welche separat Wurzeln ausbildet. Du kannst die Ingwer-Knolle roh essen, damit herzhafte und süße Gerichte sowie Gebäck und Getränke anreichern und sogar Saft aus der Wurzel pressen. Auch gegen Reisekrankheit, Übelkeit und Appetitlosigkeit empfiehlt sich das scharfe Gewürz.

In der Ernährung

Ingwer wird bei uns traditionell in der Weihnachtsbäckerei verwendet und findet hauptsächlich in der asiatischen Küche Verwendung als fruchtig scharfes Gewürz. Du kannst daraus aber auch ganz einfach einen Tee aufbrühen oder deine Fruchtsäfte und Smoothies damit aufwerten.

Wenn der Ingwer gerieben wird, empfiehlt es sich, die dünne Schale zuvor mit einem Löffel abzuschaben. Bei anderen Anwendungen kann sie aber auch an der Knolle verbleiben, denn sie ist essbar. Je frischer und knackiger das Stück Wurzel ist, desto intensiver ist der Geschmack. Vorsicht: empfindliche Gaumen empfinden oft schon geringe Mengen als zu scharf!

Ingwersirup

Ingwersirup ist so vielseitig, egal zu welcher Jahreszeit! Du kannst damit Smoothies aufpeppen, Drinks mixen, Tee aromatisieren, Limonade herstellen, Obstsalate würzen, Suppen, Gemüsegerichte, Salatsaucen und Marinaden abschmecken, Kuchen durchtränken, heißer Schokolade einfeuern und viel mehr.

Du brauchst für etwa 400 ml Ingwersirup:

  • 200 g frische Ingwerwurzel
  • 1 Zitrone
  • 250 g Zucker
  • 500 ml Wasser

Wenn du mehr Schärfe und Aroma verträgst, nimm gerne mehr Ingwer.

So bereitest du den Ingwer-Sirup zu:

  1. Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden. Ideal ist, ihn über eine scharfe Reibe in sehr kleine Stücke zu reiben.
  2. Zitrone auspressen und den Saft zusammen mit den Ingwer-Stücken in einen Topf geben.
  3. Mit Wasser auffüllen und den Zucker unterrühren. Wenn du braunen Zucker nimmst, bekommt dein Sirup ein karamelliges Aroma.
  4. Mit weißem Zucker dominiert mehr der Ingwer.
  5. Den Sud mindestens 20 Minuten köcheln lassen.
  6. Durch ein feines Sieb gießen.

Fülle den Sirup noch kochend heiß in eine Flasche mit Schraubverschluss bis möglichst direkt unter den Rand, damit er sich lange hält.

Heilende Anwendungen

Wissenschaftliche Studien haben mit Sicherheit belegt, dass Ingwer gegen Erbrechen, Seekrankheit und Reisekrankheit hilft – und das, ohne müde zu machen.

Ein Bestandteil im Ingwer hemmt außerdem ein Enzym, das bei Schmerzen im Körper aktiv wird. Ist dieses Enzym gehemmt, sind die Schmerzen abgemildert. Das Prinzip funktioniert wie bei einer Schmerztablette, nur etwas magenschonender und natürlicher. So wirkt Ingwer leicht schmerzstillend, sodass er gerne bei Gelenkentzündungen, beispielsweise Rheuma, eingesetzt wird.

Ingwer führt dazu, dass Verdauungssekrete vermehrt ausgeschüttet werden und somit die Verdauung unterstützt wird.

Seine ätherischen Öle können Bakterien abtöten und wirken bei Husten schleimlösend, weswegen Ingwer insbesondere in der Erkältungszeit Hochsaison hat.

Die scharfen ätherischen Öle bringen deinen Kreislauf in Schwung, der Blutdruck steigt, die Herzfrequenz erhöht sich leicht. Hast du allerdings bereits Bluthochdruck, solltest du Ingwer nur sparsam verwenden.

Ingwertee gegen Halsentzündungen und Magenbeschwerden

Nur im frischen Ingwer sind die wirksamen ätherischen Öle noch komplett erhalten, daher solltest du für einen heilsamen Ingwer-Tee auf Pulver verzichten.

Schneide frische Ingwerwurzel klein oder reibe sie mit einer Gemüsereibe. Koche den Ingwer nun in Wasser zirka 10 Minuten und gieße den Sud dann durch ein Sieb. Honig wirkt ebenfalls heilend, damit kannst du süßen.

Den warmen Tee Schluck für Schluck trinken. Taste dich an eine recht hohe Ingwerkonzentration im Tee langsam heran, denn Ingwer kann, wenn du zu viel davon nimmst, sehr scharf sein!

Ingwer gegen Reisekrankheit

Statt Reisetabletten kannst du in Zukunft kandierten Ingwer ins Handgepäck stecken. Natürlich kann man ihn kaufen, aber es macht Spaß, Ingwer selbst zu kandieren. Du brauchst nur drei Zutaten:

  • 250 g Ingwer
  • 400 g Zucker
  • 500 ml Wasser

So gehst du vor:

  1. Den Ingwer schälen und in Würfel, Stäbchen oder Scheiben schneiden.
  2. Ingwer in etwas Wasser weich kochen.
  3. Das Kochwasser auf einen halben Liter auffüllen und Zucker hinzufügen.
  4. Alle drei Zutaten etwa 20 Minuten vor sich hin köcheln lassen und dann den Topf samt Inhalt über Nacht abkühlen.
  5. Am nächsten und übernächsten Tag das Köcheln wiederholen, bis das Wasser fast verdunstet ist.
  6. Die Ingwerstücke gut abtropfen lassen und zum Trocknen auf ein Backblech legen.
  7. Ist die Oberfläche fast trocken, den Ingwer in Zucker wälzen.

Ingwer-Tinktur

Eine Alternative zur frischen Knolle ist eine Ingwer-Tinktur, die du leicht mit Alkohol oder Essig herstellen kannst.

Anbautipps

Ingwer - Das beliebte Gewürz aus der asiatischen Küche schmeckt nicht nur lecker, sondern kann auch bei Übelkeit, Halsweh, Verdauungsproblemen und sogar Entzündungen helfen!

Um Erfolg bei deiner Ingwer Zucht zu haben, solltest du darauf achten, ein besonders gutes Stück Ingwer einzupflanzen. Idealerweise stammt es aus kontrolliert biologischem Anbau und wurde somit nicht gegen Austreiben bestrahlt. Wähle ein Stück, das besonders prall und frisch ist und auf dem du einzelne Vegetationspunkte, auch „Augen“ genannt, erkennst.

Für jede Ingwerpflanze benötigst du einen Topf, der möglichst weit ist, da die späteren Ingwerrhizome sich darin in die Breite ausbreiten.

Wenn du mehrere Pflanzen züchten möchtest, schneide deine Ingwerknolle aus dem Laden in fünf bis zehn Zentimeter große Stücke. Achte darauf, dass immer mindestens ein „Auge“ pro Stück vorhanden ist.

Hat dein Stück Ingwer nur eine Schnittfläche, dann setze die Schnittfläche nach unten in die Erde und bedecke das Stück Ingwer leicht mit Erde. Hast du ein Stück Ingwer, das zwei Schnittflächen hat, lege es flach auf die Erde im Topf und drücke die Erde von der Seite gut an, bedecke es aber auch nur leicht mit Erde.

Nicht zu viel gießen, damit dein Setzling nicht anfängt, zu faulen! Die Erde sollte immer feucht, aber nie richtig nass sein.

Bis die ersten grünen Triebe aus der Wurzel oder Erde sprießen, kannst du den Topf auch mit einer lichtdurchlässigen Folie abdecken. So entsteht ein Mini-Gewächshaus und der Ingwer kann besser Wurzeln schlagen und austreiben.

Nach ungefähr 10 Monaten ist es soweit: Deine erste Ingwer-Ernte kann kommen! Deine Pflanze ist nun mit 80 bis 120 Zentimetern groß und kräftig und du kannst die frischen Wurzeln ernten.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!