Gemeines Leinkraut
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Das Leinkraut ist, wenn überhaupt, eher als Zierpflanze denn als Heilkraut bekannt. Mit den kleinen, gelben Löwenmaulblüten sieht es auch sehr hübsch aus und man sieht dieser zarten Blume nicht an, dass sie sehr bitter und unangenehm schmeckt. Aus diesem Grund ist sie nicht zum Verzehr geeignet. In der Volksmedizin führt das Leinkraut als Heilkraut eher ein Randdasein. Dabei hat es einige wertvolle Inhaltsstoffe, die bei der Heilung so mancher Krankheiten eine gute Unterstützung leisten können.

Steckbrief

Lateinischer Name Linaria vulgaris
Andere Namen Kleines Löwenmaul, gelbes Löwenmaul, Echtes Leinkraut, Lammkraut, Feigblätterkraut, Wilder Flachs, Froschmaul, Hasenmäuler, Flachskraut, Frauenflachs, Harnkraut, Kathrinenblume, Kathrinenkraut, Gelbes Löwenmaul, Maulaffen
Familie Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Erntemonate Jul-Sep
Verwendbare Pflanzenteile Blüten
Blattform nadelförmig
Blütenfarbe gelb
Fundorte trockene Wegränder, Böschungen, Schotterhalden
Verwechslungs­gefahr Eventuell mit dem Löwenmäulchen, das aber auch ungiftig ist.
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Schwangere sollten das Leinkraut nur äußerlich nutzen.
Besondere Inhaltsstoffe Ameisensäure, Apfelsäure, Gerbsäure, Glykosid Linarin, Gummi, Linarin, organische Säuren, Peganin, Zitronensäure
Eigenschaften abführend, entgiftend, entzündungs­­hemmend, harntreibend
Hilft bei Augenröte, Fisteln, Geschwüre, Hämorrhoiden, Harnsteine, Harnwegs­­entzündungen, Hautentzündungen, Juckreiz, Krebs, Magen­schleimhaut­entzündungen, Nierensteine, Ödeme, Verstopfung, Wassersucht, Wunden

Anwendungen

Das Leinkraut kann insbesondere bei Hämorrhoiden und Verstopfung helfen und die Harntätigkeit anregen. Äußerlich wird das Leinkraut bei Hautunreinheiten und Juckreiz angewendet.

Es hält lästige Insekten fern und so wurde das Kraut früher in der Landwirtschaft unter die Einstreu gemischt. Starke Abkochungen des Leinkrautes in Milch dienten als Fliegengift.

Das gelbblühende Kraut ist ein Färbemittel und wurde von unseren Vorfahren unter anderem zur Blondfärbung der Haare genutzt.

Heilende Anwendungen

Tee

Zur inneren Anwendung wird das Leinkraut als Tee getrunken. Dafür werden die Blütentriebe gesammelt und frisch oder getrocknet als Tee aufgegossen. Einen Teelöffel Leinkraut pro Tasse Tee mit kochendem Wasser aufgießen und fünf Minuten ziehen lassen. Unterstützend bei Verstopfung, Magenschleimhautentzündung, Blasenentzündungen und Harnsteinen, getrunken werden maximal zwei bis drei Tassen am Tag.

Tinktur

Statt des Tees kann aus dem Kraut auch eine Tinktur hergestellt werden. Die Tinktur wird traditionell empfohlen bei Magenschleimhautentzündung.

Abkochung

Für die äußere Anwendung wird eine Abkochung aus zwei Esslöffeln Kraut auf 250 ml Wasser hergestellt.

Sie wirkt gegen Juckreiz, ist entzündungshemmend und hilfreich bei Hämorrhoiden. Zur unterstützenden Behandlung wird ein Baumwolltuch oder Lappen in dem Sud getränkt und auf die schmerzenden Stellen aufgelegt.

Ich nehme die Leinkrautabkochung bei brennenden oder roten Augen. Sie kann auch bei Hautverfärbungen, Unreinheiten der Haut, schwer heilenden Wunden und Geschwüren angewandt werden.

Salbe

Es kann auch eine Salbe mit Leinkraut hergestellt werden, diese wird besonders bei Hämorrhoiden und schlecht heilenden Wunden angewandt.

Diese Salbe kannst du ganz leicht selbst herstellen. Du benötigst:

  • etwa 5 g Leinkrautblüten
  • 35 g Kokosöl oder Kokosfett
  • 10 g Olivenöl
  • Gefäß für die fertige Salbe, z.B. einen Salbentiegel

So gehst du vor:

  1. Kokosöl in einem kleinen Töpfchen auf ganz niedriger Flamme schmelzen
  2. Olivenöl und Blüten hinzugeben
  3. Eine halbe Stunde mit geschlossenem Deckel auf niedrigster Flamme köcheln lassen
  4. Langsam abkühlen und 12-24 Stunden ziehen lassen
  5. Dann wieder erwärmen, bis die Salbe flüssig ist, abseihen und in ein Salbentöpfchen geben

Erkennung und Sammeltipps

Das Leinkraut ist wunderschön aber nicht besonders schmackhaft. Dennoch kann es in bei Leiden wie Hämorrhoiden und Verstopfung helfen!
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé [Public domain, GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Ursprünglich ist das Leinkraut eine Steinpflanze, weshalb es auch auf steinigen Böschungen, auf Schuttplätzen und trockenen Wegen zu finden ist.

  • Es wird 20-60 cm hoch
  • Der Stengel ist glatt, leicht kantig und biegsam
  • Die Blätter sind nadelartig und werden etwa 2-4 cm lang
  • Sie sind wechselständig angeordnet
  • Die vielen Blüten sitzen traubenartig auf dem dünnen Stengel
  • Sie sind gelb und lippenförmig und etwa 1-2 cm groß
  • Die Samen sind fast kugelförmig und 5-10 mm groß

Anbautipps

Das Leinkraut ist recht anspruchslos und mag sandigen, kalkhaltigen, leichten, eher trockenen Boden. Die Pflanze vermehrt sich über Samen und auch über Triebwurzeln.

Achtung:

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!