Gemeiner Augentrost
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Schon der Name verrät, wofür die Pflanze seit alters her verwendet wird: Der Augentrost (Euphrasia officinalis) dient vor allem als Heilmittel bei Augenleiden. Die Form seiner Blüten erinnert zudem an Augen, was die Wirkung schon unseren Vorfahren naheliegend erscheinen ließ. Der gemeine Augentrost kommt in fast allen Ländern Europas vor, andere Augentrostarten sind fast weltweit verbreitet. Auch der gute Ruf des Augentrosts ist grenzüberschreitend – in Frankreich wird er beispielsweise Casselunette (Brillenbrecher) genannt, im Englischen Eyebright (Augenglanz).

Steckbrief

Lateinischer Name Euphrasia officinalis (auch Euphrasia rostkoviana)
Andere Namen Wiesen-Augentrost, Großer Augentrost, Augendank, Lichtkraut, Weihbrunnkessel, Augustinuskraut, Gibinix, Grummetblume, Herbstblümle, Heuschelm, Milchschelen, Milchdieb, Wegleuchte, Adhil
Familie Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) – früher als Braunwurzgewächs (Scropholariaceae) klassifiziert
Erntemonate Jul-Okt
Verwendbare Pflanzenteile Blätter, Blüten, Stiele, Triebe
Blattform eiförmig
Blütenfarbe gelb, violett, weiß
Fundorte Wiesen, trockene Ufer, lichte Wälder
Giftigkeit ungiftig
Besondere Inhaltsstoffe ätherische Öle, Aucubin, Bitterstoffe, Catalpol, Euphrosid, Flavonoide, Gerbstoffe, Rhynantin
Eigenschaften abschwellend, antibakteriell, appetitanregend, entzündungs­­hemmend, schmerzlindernd, verdauungsfördernd, zusammenziehend
Hilft bei Bindehautentzündung, Gerstenkorn, Grippe, Heuschnupfen, Husten, Lidrandentzündungen, Magen-Darmbeschwerden, Schnupfen, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl

Anwendungen

Insbesondere in der alternativen Medizin und der Homöopathie hat Augentrost seinen Stammplatz bei Problemen und Entzündungen der Augen und Schleimhäute, wie etwa Bindehautentzündung, Gerstenkorn und Lidrandentzündung sowie Husten, Schnupfen, Heuschnupfen und Verdauungsbeschwerden.

Die Pflanze wird während der Blütezeit meist wild geerntet, vereinzelt aber auch als Kulturpflanze gezogen.

Heilende Anwendungen

Augentrost kann innerlich und äußerlich angewendet werden, zum Beispiel als Tee zum Trinken oder für Kompressen und Augenbäder. Entweder werden Blüten und Kraut dafür frisch verarbeitet oder getrocknet.

Die innerliche Anwendung ist ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen möglich. Bei der äußerlichen Behandlung ist eine möglichst keim- und schwebstofffreie Zubereitung erforderlich, um Schäden am Auge zu vermeiden.

Augentrost-Aufguss

Als Grundlage für heilsame Anwendungen mit Augentrost dient meist ein Aufguss, der wie Heilkräuter-Tee zubereitet wird:

  1. Einen Esslöffel frischen Augentrost oder einen gehäuften Teelöffel getrocknetes Augentrostkraut mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen und etwa zehn Minuten lang ziehen lassen.
  2. Durch einen feinen Papierfilter oder ein dicht gewebtes Tuch abgießen, um auch kleinste Pflanzenteilchen abzuseihen, die das Auge reizen könnten.
  3. Für eine der folgenden Anwendungen am Auge etwas abkühlen oder ganz erkalten lassen.

Augentrost-Kompressen gegen Bindehautentzündung und Augenreizungen

Bindehautentzündungen und Augenreizungen können mit Augentrost-Kompressen mehrmals täglich behandelt werden. Dafür ein Mulltuch oder einen Waschlappen in den frisch zubereiteten Aufguss tauchen, leicht auswringen und auf das Auge legen. Von Sekret verklebte Augenlider bei Bedarf vorsichtig abwischen. Bis zum Erkalten einwirken lassen.

Reste des Aufgusses können zur Unterstützung der Behandlung als Tee getrunken werden.

Bei entzündlichen Erkrankungen unbedingt für jedes Auge und jede Behandlung frische Kompressen verwenden, um keine Keime zu übertragen.

Augentrost-Augenbad

Eine intensivere Wirkung kann durch ein Augenbad mit Augentrost erzielt werden. Damit die Spülung das Auge nicht unnötig reizt, werden dem frisch zubereiteten und auf Körpertemperatur abgekühlten Aufguss einige Körnchen Salz zugegeben, um ihn einer isotonischen Kochsalzlösung (neun Gramm Salz je Liter Wasser) anzunähern. Über ein Waschbecken gebeugt das Unterlid herunterziehen und den Augapfel vorsichtig mit der Lösung spülen. Mehrmals blinzeln, um die Lösung im Auge zu verteilen.

Einfacher in der Anwendung ist eine spezielle Augenbadewanne: Das kleine Gefäß mit dem Aufguss füllen, ans Auge drücken und das Auge “unter Wasser” öffnen. Für das andere Auge neu befüllen. Bei Entzündungen die Augenwanne außerdem vor jeder Anwendung gründlich reinigen und abspülen.

Augentrost und Fenchel bei geschwollenen Lidern und müden Augen

Um Überlastungen und Schwellungen der Augen zu lindern, können Augentrost-Kompressen durch die beruhigende Wirkung des Fenchels noch verstärkt werden. Dafür einen halben Teelöffel Fenchelsamen zerstoßen, mit einem gestrichenen Esslöffel getrocknetem Augentrost mischen und mit 250 Milliliter Wasser einen Aufguss zubereiten. Regelmäßig angewendet sollen diese Kompressen auch Tränensäcke bekämpfen.

Innerliche Anwendung bei Atemwegserkrankungen

Als Tee getrunken kann Augentrost Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen lindern. Den Aufguss wie oben beschrieben zubereiten und mehrmals täglich eine Tasse davon einnehmen.

Der Name sagt es bereits: Augentrost ist bekannt für seine Heilwirkung bei Augenproblemen - und das schon seit dem Altertum. Heute findet die Pflanze vor allem in der alternativen Medizin und Homöopathie Verwendung.

Um die Schleimhäute der Atemwege zu kräftigen und Erkältungen auf diese Weise vorzubeugen, bis zu sechs Wochen lang täglich zwei Tassen des Tees trinken.

Innerliche Anwendung bei Magenbeschwerden

Auch bei Magen-Darm-Beschwerden und wenn die Magenschleimhaut gereizt oder entzündet ist, hilft ein Tee aus Augentrost. Ebenso wie zur Stärkung der Atemwege kann der Tee kurartig über mehrere Wochen zweimal täglich getrunken werden.

Erkennung und Sammeltipps

Der Name sagt es bereits: Augentrost ist bekannt für seine Heilwirkung bei Augenproblemen - und das schon seit dem Altertum. Heute findet die Pflanze vor allem in der alternativen Medizin und Homöopathie Verwendung.

Der Augentrost ist eine einjährige, krautige Pflanze, die in Mitteleuropa hauptsächlich auf Wiesen und in lichten Wäldern wächst – im Gebirge bis in Höhen von etwa 2300 Metern. Die zwischen fünf und dreißig Zentimeter kleine und zierliche Pflanze ist ein Halbschmarotzer, sie entzieht anderen Pflanzen über ihre Saugwurzeln Nährstoffe. So erklärt sich ihr Name “Milchdieb”, da sie auf diese Weise das Wachstum von Gräsern auf der Weide verschlechtern und den Ertrag des Milchviehs mindern kann.

Die Pflanzen zeigen einen Saisondimorphismus – je nach Jahreszeit entwickeln sie sich im Wuchs etwas unterschiedlich. Zu erkennen sind sie an folgenden Merkmalen:

  • durchschnittlich 15 Zentimeter hoch
  • aufrechte, drüsige und behaarte Stängel, die sich im oberen Bereich verästeln
  • grasgrüne, eiförmige und gezähnte Blätter
  • kleine, violett geäderte Blüten mit gelbem Punkt im unteren Bereich, die an Augen erinnern
  • Blütezeit zwischen Juli und September
  • zweiklappige Kapselfrüchte, die ihre Samen als Wind- und Tierstreuer verbreiten, Fruchtreife von September bis Oktober
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