Gemeine Nachtkerze
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Die Nachtkerze ist eine sehr wohlschmeckende Pflanze. Sie bringt ab Juni große, wunderschöne, gelbe Blüten hervor. In der frühen Heilkunde war die Nachtkerze bei den Indianern hoch geschätzt, doch in Europa blieb sie als Heilpflanze noch lange ungenutzt. Erst die Entdeckung, dass ihre Samen Gamma-Linolensäure enthalten, machte die Nachtkerze bekannt. Seitdem spielt sie auch bei uns eine wichtige Rolle in der Heilpflanzenkunde.

Steckbrief

Lateinischer NameOenothera biennis
Andere NamenAbendlicht, Rübenwurzel, Nachtrose, gelber Nachtschatten, Schinkenwurzel
FamilieNachtkerzengewächse (Onagraceae)
ErntemonateFeb-Okt
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten, Knospen, Samen, Triebe, Wurzeln
Blattformlanzettlich
Blütenfarbegelb
FundorteBöschungen, Schutthalden, Gärten
Verwechslungs­gefahrkeine bekannt
Giftigkeitungiftig
WarnungenEpileptiker sollten die Nachtkerze meiden, da vermutet wird, dass Gamma-Linolsäure in höherer Dosierung die Gefahr von epileptischen Anfällen steigern kann.
Besondere InhaltsstoffeEiweiß, Flavonoide, Gamma-Linolensäure, Lignin, Linolsäure, Ölsäure, Phytosterole, Zellulose
Eigenschaftenberuhigend, blutreinigend, entspannend, entzündungs­­hemmend, krampflösend
Hilft beiAkne, Arthritis, Asthma, Bluthochdruck, Ekzeme, entzündete Gelenke, hohe Cholesterinwerte, Husten, Leberschäden, Magen-Darmerbeschwerden, Neurodermitis, prämenstruelles Syndrom

Anwendungen

Die Nachtkerze ist vielfältig verwendbar, als Nahrungsmittel wegen ihres milden Geschmacks, sowie als Heilmittel wegen ihrer wertvollen Inhaltstoffe. Bekannt ist sie vor allem wegen der enthaltenen Gamma-Linolensäure, welche sich sehr positiv auf das Bindegewebe auswirken kann.

In der Ernährung

Die köstlichen, schönen Blüten und auch die Knospen esse ich im Salat, auf dem Butterbrot oder streue sie auf gekochte Speisen.

Die Blätter können vor der Blüte geerntet und wie Spinat gedünstet werden.

Die wertvollen Samen können in Gebäck verarbeitet werden oder im Mörser zerkleinert oder einer in einer Pfeffermühle gemahlen und über Müsli und Salat gestreut werden.

Die Wurzel kann sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden. Sie schmeckt gekocht ähnlich wie Schwarzwurzel.

Die Wurzel hat eine kräftigende Wirkung und kann bei der Genesung von langwierigen Krankheiten helfen.

Heilende Anwendungen

Zu Heilzwecken werden insbesondere die Samen verwendet. Sie enthalten zehn Prozent Gamma-Linolensäure, damit gehört die Nachtkerze zu den Hauptlieferanten dieser wertvollen, mehrfach ungesättigten Fettsäure.

Gamma-Linolensäure hat vielfältige positive Wirkungen auf den Körper, unter anderem wirkt sie entzündungshemmend und blutreinigend, unterstützt das Nervensystem und hilft bei Arteriosklerose und Hautproblemen.

Die Samen werden einfach, wie oben beschrieben, verzehrt. Mit Hilfe einer Ölpresse kann man das wertvolle Nachtkerzenöl aus den Samen pressen, dieses Öl findet auch in der Kosmetik Verwendung.

Tee

Die Blätter finden in der Heilkunde ebenso Verwendung. Ein Tee aus den beruhigenden Blättern wird bei Magen-Darm-Erkrankungen, Husten und Bluthochdruck eingesetzt. Einen Eßlöffel der Blätter mit 500 ml kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Tagesdosis beträgt drei Tassen und hat eine entkrampfende und entspannende Wirkung.

Erkennung und Sammeltipps

Die Nachtkerze ist nicht gemein, sondern einfach nur wunderschön. Wie du die Blüten, Samen und Wurzeln in der Küche nutzen kannst, erfährst du hier!
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora (www.biolib.de) [Public domain, via Wikimedia Commons

Die Nachtkerze ist zweijährig. Im ersten Jahr ist nur die am Boden anliegende Blattrosette zu sehen. Sie zu erkennen erfordert etwas Übung. Im zweiten Jahr entwickeln sich dann der Stängel und die Blüten und die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 50 bis zu 200 cm. Im blühenden Zustand ist die Nachtkerze, die auch in der Dunkelheit blüht, am einfachsten zu bestimmen.

Mache dich zuerst mit der blühenden Pflanze vertraut und halte dann im nächsten Jahr am gleichen Ort nach einjährigen Nachtkerzen Ausschau.

  • Die Blätter der Blattrosette im ersten Jahr sind verkehrt-eiförmig und bis zu 30 cm groß
  • Der Stil ist behaart, kantig und hart
  • Die Blätter im zweiten Jahr setzen wechselseitig am Stil an, sind länglich-lanzettlich und haben einen leicht gewellten Rand
  • Sie sind am ganzen Stängel verteilt und können bis zu 22 cm lang werden
  • Die Blütenknospen sind grün
  • Die Blüten haben eine intensive gelbe Farbe und vier große Blütenblätter
  • Die Samen sind bis zu vier cm groß und dann reif, wenn die Samenkapseln braun und trocken sind
  • Die dicke Pfahlwurzel kann im Herbst bei der einjährigen oder im Frühjahr bei der zweijährigen Pflanze vor der Entwicklung des Blütensprosses geerntet werden

Anbautipps

Die Nachtkerze ist auch zum Anbau geeignet. Sie liebt ein sonniges Plätzchen und ist, was den Boden betrifft, sehr anspruchslos.

Achtung:
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