Einjähriger Beifuß
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Artemisia annua. Was klingt, wie ein Zauberspruch, verfügt tatsächlich über ganz besondere Kräfte. Seit mehr als 2000 Jahren wird die Pflanze in der chinesischen Volksmedizin angewandt, doch erst Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckte und isolierte man den höchst antiviralen Wirkstoff Artemisinin aus ihr. Im Deutschen trägt die kurzlebige Artemisia-annua-Pflanze wegen ihrer Verwandtschaft mit dem Gemeinen Beifuß den Namen Einjähriger Beifuß. Der Gattungsname Artemisia geht vermutlich – wegen der Wirksamkeit bei vielen Frauenleiden – auf die griechische Göttin Artemis zurück, die als Hüterin der Frauen und als Geburtshelferin verehrt wurde.

Steckbrief

Lateinischer Name Artemisia annua
Andere Namen Einjähriger Wermut, Qing Hao, Sweet Annie Plant, Wormwood Sweet Annie, Sweet Wormwood
Familie Asteraceae (Korbblütler)
Erntemonate Jun-Sep
Verwendbare Pflanzenteile Blätter
Blattform fiederteilig
Blütenfarbe gelb
Fundorte ursprüngliche aus Asien. Wird heute auf der ganzen Welt angebaut
Giftigkeit ungiftig
Warnungen Der Kontakt mit dem Einjährigen Beifuß (Pflanze und Pollen) kann bei Allergikern Heuschnupfen auslösen.
Besondere Inhaltsstoffe Artemisinin, ätherische Öle, Beta-Sitosterol, Bor, Cumarin, Eisen, Essentielle Aminosäuren, Flavonoide, Kalium, Mangan, Menthol, Phosphor, Schwefel, Thymol, Vitamin E (Tocopherol), Zink
Eigenschaften antibakteriell, antiviral, fiebersenkend, fungizid, krampflösend, verdauungsfördernd
Hilft bei AIDS/HIV, Alzheimer, Arthritis, Asthma, Augenentzündung, Azidose, Bakterielle Erkrankungen, Blasenentzündung, Bluthochdruck, Borreliose, Demenz, Diabetes, Durchfall, Entzündungen, Epilepsie, Hämorrhoiden, Hautprobleme, Immunschwäche, Krebs, Magen-Darmbeschwerden, Malaria, Menstruationsbeschwerden, Morbus Parkinson, Pilzerkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Würmer

Anwendungen

Der Einjährige Beifuß ist heute über einen großen Teil Eurasiens verbreitet und wird aufgrund der außerordentlichen Heilwirkung rund um den Globus angebaut und verarbeitet.

Seit der Entdeckung des Wirkstoffes Artemisinin ist dieser eines der erfolgreichsten Mittel im Kampf gegen den multiresistenten Malaria-Erreger. Er verspricht zudem neue Hoffnung bei der Behandlung auch anderer parasitischer Erreger sowie bei Viruskrankheiten wie HIV/Aids. Am Max-Planck-Institut in Potsdam wird aktuell die Wirksamkeit von Artemisia annua gegen Covid-19 erforscht, nachdem global von Behandlungserfolgen mit Artemisinin-Präparaten berichtet wurde.

Auch wenn der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) eine ähnlich lindernde Wirkungen besitzt wie der Einjährige Beifuß, sollten beide nicht miteinander verwechselt werden. Letzterer verfügt aufgrund des genannten Artemisinin-Gehalts über ein deutlich höheres Potential in der modernen Medizin.

In der Ernährung

Artemisia-annua-Blätter sind reich an Eiweiß – darunter essenzielle und nicht-essenzielle Aminosäuren – und damit eine hervorragende Proteinquelle für Menschen mit einem erhöhten Eiweißbedarf wie Sporttreibende, Veganer sowie Kinder und Jugendliche im Wachstum. Auch in puncto gesunde Fett- und Ölsäuren sowie Kohlenhydrate hat die Pflanze einiges zu bieten.

Der Einjährige Beifuß ist zudem eine regelrechte Vitamin-E-Bombe und damit ein Superheld zum Schutz der Zellwände und zur Neutralisierung von Umweltgiften.

Heilende Anwendungen

Die Wirkung von Artemisia annua ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt. Entsprechend wird der Einjährige Beifuß für seinen Einfluss auf die Immunabwehr sowie gegen fieberhafte Erkrankungen und Entzündungen eingesetzt.

Wie bei allen Heilpflanzen wird stark diskutiert, ob eine medizinische Therapie mit dem isolierten Wirkstoff Artemisinin erfolgen sollte oder mit der gesamten Pflanze, in der entsprechend viele verschiedene Inhaltsstoffe miteinander in Wechselwirkung stehen und sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.

Dies sind neben Artemisinin über 600 gesundheitlich bedeutsame Wirkstoffe, unter anderem Flavonoide, Menthol, Cumarin, Thymol, Beta-Sitosterol und ätherische Öle. Die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe unterstützen die Arbeit der Gallenblase, Leber und der Bauchspeicheldrüse. Der einjährige Beifuß ist damit auch ein ausgezeichneter Verdauungsförderer.

Artemisia annua besitzt einen auffallend hohen Oxygen-Radical-Absorbance-Capacity-Wert (ORAC), der die Fähigkeit beschreibt, in welchem Umfang ein Nahrungsmittel freie Radikale einfangen kann und somit antioxidativ wirkt. So hilft der Einjährige Beifuß dem Körper bei degenerativen Erkrankungen wie Rheuma oder Arthrose und kann ihn auch bei Diabetes, Krebs, Borreliose, Parasiten und Pilzbefall stärken.

Typischen Praxisbeispiele für die Anwendungen Artemisia annua sind außerdem

  • Magenkrämpfe
  • Menstruationsbeschwerden
  • Blähungen
  • Fiebrige Erkrankungen
  • Durchfälle

Der antivirale Einjährige Beifuß (Artemisia annua) hat in jüngster Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Er verspricht Hilfe gegen Covid19, Malaria und HIV.

Tee aus Einjährigem Beifuß

Die traditionelle und gleichzeitig häufigste Art der Einnahme von Einjährigem Beifuss ist die als Tee. Dafür übergießt du ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Krautes mit einer Tasse 80 Grad heißen Wassers und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Im Anschluss den Artemisia-annua-Tee abgeseiht und in kleinen Schlucken trinken. Der Tee kann ein- bis dreimal täglich getrunken werden.

Tipp: Wie in der Pflanzenheilkunde üblich, empfiehlt es sich, nach sechs Wochen Daueranwendung von Artemisia annua eine einwöchige Pause einzulegen, da sonst ein Gewöhnungseffekt im Körper eintreten könnte. Danach kann die Therapie fortgesetzt werden.

Artemisia-annua-Tinktur

Außer als Heißauszug kann der Einjährige Beifuß auch als (selbst gemachte) Tinktur eingenommen werden. Durch Alkohol als Lösemittel lassen sich dazu auch weniger wasserlösliche Wirkstoffe ausschöpfen. Je nach Krankheit werden von dieser Tinktur zehn bis 50 Tropfen eingenommen.

Der antivirale Einjährige Beifuß (Artemisia annua) hat in jüngster Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Er verspricht Hilfe gegen Covid19, Malaria und HIV.

Artemisia-Salbe bei Hämorrhoiden, Dermatitis, Fußpilz und Neurodermitis

Eine weitere Darreichungsform des Einjährigen Beifußes ist die Artemisia-Salbe. Diese kommt bei Hämorrhoiden, Dermatitis (auch Windelausschlägen), Fußpilz und Neurodermitis zum Einsatz.

Du kannst eine Heilsalbe selber machen, indem du folgende Zutaten verwendest:

  • 10 g Artemisia-annua-Blätter (gerebelt oder pulverisiert)
  • 50 ml kaltgepresstes Olivenöl
  • 50 ml Rizinusöl
  • 10 g Bienenwachs

Zur Herstellung die Öle und das Kraut im Wasserbad eine Stunde lang bei mittlerer Temperatur simmern lassen und dabei beständig umrühren. Als Konsistenzgeber Bienenwachs in der warmen Mischung auflösen und die fertige Creme zum Abkühlen in sterile Tilgen füllen. Nach Bedarf anwenden.

Einjähriger Beifuß als Pulver

Wer den Einjährigen Beifuß prophylaktisch in seine Ernährung integrieren möchte, der kann das Pflanzenpulver aus Artemisia annua auch unter Speisen, grüne Smoothies oder Joghurt mischen. Dabei reicht bereits ein halber Teelöffel am Tag.

Erkennung und Sammeltipps

Der antivirale Einjährige Beifuß (Artemisia annua) hat in jüngster Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Er verspricht Hilfe gegen Covid19, Malaria und HIV.

Wer den Einjährigen Beifuß von Juni bis September in der freien Natur sammeln möchte, findet ihn in Deutschland vor allem entlang der Elbe, wo er im Uferbereich nach Abfluss des winterlichen Hochwassers gedeiht. Vereinzelt findet man Artemisia annua auch an anderen Orten.

  • Der unbehaarte, braune Stängel des Einjährigen Beifußes ist meist völlig kahl.
  • Mit den stark gefiederten, silbrig-grünen bis hellgrünen Blättern erinnert Artemisia annua an andere Artemis-Arten wie Wermut oder Ambrosia. Sie werden gesammelt, kurz bevor die Pflanze in ihrer Blüte steht (siehe unten).
  • In der Natur erreicht die einjährige Pflanze Größen zwischen einem halben bis einem Meter. In Kultur kann sie jedoch deutlich größer werden.
  • Die vielen kleinen, gelbgrünen Korbblüten sind in Rispen angeordnet und zeigen sich ab August bis September.
  • Zwischen den Fingern verrieben, verströmt die Pflanze einen auffallend aromatischen Duft.
  • Die braunen, rundlichen Samen erreichen mit nur 0,6 bis 0,8 Millimetern Durchmesser im Oktober ihre Reife.

Anbautipps

Der Einjährige Beifuß ist im Anbau sehr unkompliziert. Das Heilkraut kann im Haus vorgezogen oder ab April direkt ins Freiland ausgesät werden. Da die Samen der Artemisia annua zu den Lichtkeimern gehören, werden sie nicht mit Erde bedeckt. Bis die ersten Keimlinge zu sehen sind, vergehen zwei bis vier Wochen.

Jungpflanzen mit einer Höhe von etwa fünfzehn Zentimetern werden nach den Eisheiligen (ab Mitte Mai) aus der Vorzucht direkt ins Beet umgesetzt. Um den Pflanzen ausreichend Platz für ein üppiges Wachstum zu geben, stehen sie im besten Fall nicht weniger als einen halben Meter zueinander.

Die Erde sollte locker und fruchtbar sein. Regelmäßiges Aufharken der Beete ist von der Artemisia annua ausdrücklich erwünscht. Zum Düngen machen sich Hornspäne, Rasenschnitt und Beinwellblätter gut.

Der antivirale Einjährige Beifuß (Artemisia annua) hat in jüngster Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Er verspricht Hilfe gegen Covid19, Malaria und HIV.

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