Wildkräuter für Kinder
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Wenn Kinder schon früh an eine gesunde Ernährung herangeführt werden, ohne sie zwanghaft aufgedrückt zu bekommen, finden sie auch als Erwachsene einen leichten Zugang dazu. Für mich sind Wildkräuter ein wichtiger und schmackhafter Bestandteil einer gesunden Ernährung. Sie schenken neben reichlich Vitaminen, Mineralien und anderen Vitalstoffen viel Abwechslung. Kinder lassen sich meist schnell von Wildkräutern begeistern. Vor allem frisch gepflückt auf einem Spaziergang werden sie gern probiert. In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Wildkräuter für Kinder besonders geeignet sind.

5 beliebte Wildkräuter für Kinder

Die hier vorgestellten Kräuter zeichnen sich alle durch einen milden Geschmack aus und sind weit verbreitet. Sie sind leicht zu erkennen, haben keine giftigen Doppelgänger und können auch in größeren Mengen verzehrt werden.

1. Gänseblümchen kennt ein jedes Kind, sie werden für Blumensträuße gepflückt oder zum Kranz gebunden. Dass sie auch essbar sind, ist jedoch weniger bekannt. Sie enthalten viel Vitamin A, C und E sowie neben weiteren Mineralien große Mengen an Eisen und Magnesium. Vom Gänseblümchen können Blätter und Blüten samt Stielen verzehrt werden. Die hübschen Blütenköpfe eignen sich auch gut zur Dekoration von Speisen oder für Gänseblümchengelee.

Früher waren Gänseblümchen heilig und standen für Unschuld und Reinheit. Auch heute sollten wir uns an ihrer Schönheit erfreuen und ihre Wirkstoffe nutzen.
von Lucas Kuriger (CC-BY-ND-2.0)

2. Wiesenlabkraut ist, wie auch das Gänseblümchen, fast das ganze Jahr über zu finden. Auf Wiesen, an Wegesrändern und in Gärten, überall begegnen wir dem Labkraut. Es enthält unter anderem Kieselsäure und ätherische Öle. Geerntet werden junge, weiche Triebe, gegebenenfalls mit Blüten. Sie werden pur geknabbert, als Salat angemacht oder aufs Butterbrot gelegt.

Unter 600 Labkrautarten ist das Wiesen-Labkraut eines der häufiger anzutreffenden. Es ist eine super Salatgrundlage, kann aber auch bei vielen Leiden helfen
H. Zell (GFDL or CC BY-SA 3.0), via Wikimedia Commons

3. Vogelmiere kann sogar noch im Schnee geerntet werden, doch besonders saftig ist sie im Frühjahr. Ihr Reichtum an Mineralstoffen ist bemerkenswert, so findet sich in ihr ein Vielfaches mehr an Magnesium, Kalium, Kalzium und Eisen als im Kopfsalat. Darüber hinaus sind in der Vogelmiere viele wichtige Stoffe wie Selen, Gamma-Linolensäure und die Vitamine A, B und C enthalten. Vogelmiere schmeckt unter anderem pur, zu Rührei oder mit Frischkäse.

Vom Gärtner oft verflucht, ist dieses Kraut doch einer unserer besten Freunde. Es schützt die Erde, schmeckt in vielen Speisen und ist ein starkes Heilkraut
von 영철 이 (CC-BY-SA-2.0)

4. Brennnesseln sind für Kinder eher negativ behaftet, mit diesen brennenden Pflanzen wollen sie nichts zu tun haben. Sie sind allerdings unglaublich vielseitig und enthalten reichlich Eisen und Eiweiß. Hat man Kindern einmal gezeigt, wie sie Brennnesseln ernten und verzehren können, ohne von den Brennhaaren eine schmerzhafte Lektion zu erhalten, machen sie dies gern nach und weihen auch ihre Freunde ein. Dazu wird ein Brennnesselblatt oben und unten zwischen zwei Finger genommen und abgezupft, ohne dass der Blattrand mit den Brennhaaren berührt wird. Das Blatt wird jetzt zu einem kleinen Päckchen gefaltet und ein wenig mit den Fingern gedrückt, sodass alle Brennhaare zerstört werden. So vorbereitet kann das Brennnessel-Päckchen einfach aufgefuttert werden.

Große Brennnessel (Urtica dioica)
von J Brew [CC-BY-SA-2.0]
5. Giersch ist ein wahres Mineralienwunder, er gehört wahrscheinlich zu den gesündesten Wildkräutern überhaupt. Das oft als Unkraut verteufelte Grün hat einen aromatischen Geschmack, woran sich Kinder manchmal erst gewöhnen müssen. Junge, zart-grüne Blätter sind neben dem Rohverzehr besonders für Kochgerichte als Spinatersatz geeignet. Blühender Giersch hat einen ähnlichen Blütenstand wie andere Doldenblütler, wozu auch sehr giftige Vertreter gehören. Deshalb ist bei dieser Pflanze besondere Vorsicht geboten, er ist aber an seinen markanten Blättern und kantigen Stängeln leicht zu erkennen.

Der Gärtner will Girsch bekämpfen und entfernen. Dabei könnte er dieses immer nachwachsende Wildgemüse achten und sinnvoll in Ernährung und Heilung nutzen

Neben diesen Wildkräutern gibt es natürlich zahlreiche weitere, die auch von Kindern gern probiert und gegessen werden. Viele Kinder trinken auch grüne Smoothies, lieben Wildkräuterlimonade oder süße Leckereien mit Gundermann, während ungesüßter Kräutertee meistens nicht so gut ankommt.

Gute Erfahrungen bei meinen Kindern und ihren Freunden habe ich mit dem folgenden Rezept gemacht.

Kartoffelbrei mit Giersch

In diesem Gericht ist der Giersch sehr sanft vertreten. Für drei bis vier Portionen benötigst du:

  • 1 kg mehlige Kartoffeln
  • 2 Handvoll Giersch
  • 80 ml Milch
  • 20 g Butter
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Kartoffelstampfer

Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Kartoffeln schälen, waschen und in Salzwasser gar kochen.
  2. Giersch sehr fein schneiden.
  3. Butter in einem kleinen Pfännchen bei mittlerer Temperatur zum Schmelzen bringen und den Giersch für etwa drei Minuten darin anbraten lassen.
  4. Kartoffeln abgießen.
  5. Gierschbutter, Milch und Gewürze zu den Kartoffeln geben und zu einem feinen Brei stampfen.

Serviert mit einem Spiegelei und ein paar Tomatenstücken ist dies ein feines Kindergericht.

Regeln für das Sammeln von Wildkräutern

Natürlich gelten auch hier die allgemeinen Regeln für das Sammeln und Nutzen von Wildkräutern. Diese solltest du besonders beachten, wenn du Kinder an das Thema heranführst. Sammle mit ihnen nur leicht erkennbare Pflanzen und mache sie mit den Regeln vertraut.

Du siehst, es ist gar nicht so schwer, Kinder für Wildkräuter zu begeistern. Welche Erfahrungen hast du mit Kindern und Wildkräutern gemacht? Lass die anderen Leser und uns daran teilhaben.

Früh übt sich, auch wenn es um das Thema gesunde Ernährung geht. Mit diesen Wildpflanzen kannst du Kinder behutsam an die kostbare Natur heranführen.

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