Gänseblümchenöl selber machen – hilft bei kleinen Wunden, Quetschungen, Schwangerschaftsstreifen und mehr
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Jeder kennt die kleine Blume, doch kaum einer weiß um die vielen möglichen Anwendungen des Gänseblümchens. Mit Vitamin A und C, vielen Gerb-, Bitter- und Schleimstoffen und den Mineralien Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium bietet es eine Reihe von wichtigen Inhaltsstoffen, die innerlich und äußerlich angewandt bei kleinen Verletzungen genauso wie bei Ausschlägen und Hautunreinheiten helfen können. Als Wund- und Heilmittel steht es Arnika und Ringelblume in nichts nach. Nicht umsonst wird das Gänseblümchen auch “Arnika des Nordens” genannt.

In unseren Breitengraden kannst du es beinahe überall auf nicht zu hoch gewachsenen Wiesen finden und von Frühjahr bis tief in den Herbst hinein pflücken und für dich nutzen. Eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten ist ein Ölauszug der Blütenköpfe, den du sehr einfach selbst ansetzen kannst.

Anwendung von Gänseblümchenöl

Ein Ölauszug mit Gänseblümchen wirkt vor allem äußerlich aufgetragen Wunder. So kann bei kleinen Wunden oder Schnitten ein Auftupfen auf die Haut eine schnelle Schmerzlinderung und ein Abklingen der Wunde bewirken. Dazu einfach mehrmals täglich die betroffene Stelle mit einem in Öl getränkten Tuch abtupfen.

Die im Gänseblümchen enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe machen die Haut geschmeidiger und können so zum Beispiel helfen, Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen. Eine regelmäßige Ölmassage der für Dehnungsstreifen anfälligen Stellen hilft den unschönen Hautrissen entgegenzuwirken.

Früher waren Gänseblümchen heilig und standen für Unschuld und Reinheit. Auch heute sollten wir uns an ihrer Schönheit erfreuen und ihre Wirkstoffe nutzen.
von Cristina Fernandez

Es kann auch als Öl zur Hautreinigung genutzt werden. Dabei das Öl vorsichtig auf der trockenen Haut verreiben und mit einem feuchten Tuch abnehmen. Zur Hautpflege wird das Öl auf die nasse Haut aufgetragen und nur vorsichtig abgetupft. Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe helfen mit, die Anfälligkeit für Bakterien und Pilze zu mindern und Unreinheiten und Trockenheit zu bekämpfen. So kann ein Öl aus Gänseblümchen selbst bei Akne, Neurodermitis oder Herpes unterstützend wirken.

Gänseblümchenöl selbst herstellen

Für das heilende Gänseblümchenöl brauchst du nichts weiter als ein Glas voll frisch gesammelter Gänseblümchenblüten und ein geeignetes Basisöl. Welches Öl sich dafür am besten eignet, kannst du weiter unten nachlesen. In diesem Rezept verwende ich Distelöl, weil es besonders vitaminreich ist und es auch in gut sortierten Lebensmittelgeschäften erhältlich ist.

1. Gänseblümchenblüten sammeln und für eine Weile im Schatten liegen lassen, damit kleine Krabbeltiere noch fliehen können.

2. In ein Glas geben und so weit mit Öl aufgießen, dass alle Pflanzenteile bedeckt sind.

3. Das Glas in ein Wasserbad stellen und vorsichtig erhitzen. Besonders schonend werden die Wirkstoffe bei einer Temperatur um die 40 °C herausgelöst.

Mach dir die zahlreichen Wirkstoffe des Gänseblümchens in einem selbst gemachten Pflegeöl zu Nutzen! Wie einfach das geht, erfährst du hier.
4. Etwa 90-120 Minuten ziehen lassen. (Bei 60-80 °C reichen 60 Minuten.)

5. Danach von Herd nehmen und weitere 1-3 Tage verschlossen und bei Zimmertemperatur ziehen lassen.

Mach dir die zahlreichen Wirkstoffe des Gänseblümchens in einem selbst gemachten Pflegeöl zu Nutzen! Wie einfach das geht, erfährst du hier.
6. Die Blüten durch einen Filter oder Nussmilchbeutel abseihen und das Öl in Braunglasflaschen abfüllen.

Mach dir die zahlreichen Wirkstoffe des Gänseblümchens in einem selbst gemachten Pflegeöl zu Nutzen! Wie einfach das geht, erfährst du hier.

Bei der Haltbarkeit deines selbstgemachten Gänseblümchenöls kannst du dich am ursprünglichen Verfallsdatum des Basisöls orientieren.

Solltest du das Öl weiterverwenden wollen für eine Gänseblümchensalbe oder eine Creme, kannst du es getrost auch bis 60 °C erhitzen, da das in der Salbe verwendete Bienenwachs erst bei dieser Temperatur schmilzt und das Öl später entsprechend erwärmt werden muss.

Tipp: Sehr viel schonender werden die Wirkstoffe des Gänseblümchens ohne Erhitzen herausgelöst. So ein Kaltauszug nimmt aber auch deutlich mehr Zeit in Anspruch. Dazu werden die mit Öl übergossenen Blüten gar nicht erhitzt, sondern drei bis fünf Wochen an einem warmen, aber schattigen Ort stehen gelassen und täglich einmal geschüttelt. Das Schütteln hilft, die Wirkstoffe besser herauszulösen und Schimmelbildung zu verhindern.

Unterschiedliche Basis- und Zusatzöle

Bei der Wahl deines Basisöles solltest du dir überlegen, welche Eigenschaften des Endproduktes dir wichtig sind. Sonnenblumenöl zum Beispiel ist regional erhältlich und preiswert, hat aber bei Weitem keine so lange Haltbarkeit wie das Olivenöl. Dafür kann der relativ starke Eigengeruch in einigen Fällen als störend empfunden werden.

Besonders duftneutral und hautpflegend ist Jojobaöl, welches du in Bioläden, Reformhäusern oder online findest. Auch Mandel- und Arganöl sind als besonders hautverträglich bekannt. Am besten probierst du aus, welches Öl für deine Haut am besten geeignet ist.

Neben den Basisölen kann ein ätherisches Öl ein guter Zusatz für dein Gänseblümchenöl sein. Gerade Cistrose, Lavendel oder das weniger bekannte Immortellenöl unterstützen das Gänseblümchen in seiner wundheilenden, desinfizierenden und schmerzstillenden Wirkung.

Wie verwendest du das Gänseblümchenöl? Teile deine Erfahrungen und Tipps unten in den Kommentaren!

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