Wilder Majoran (Dost, Oregano)
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Dost ist ein sehr aromatisches Gewürzkraut und ist nahe verwandt mit dem beliebten Küchenkraut Majoran. Zudem ist er ein hilfreiches Heilkraut, welches schon im Mittelalter gebräuchlich war und neben Krankheiten auch vor Dämonen sowie bösen Geistern schützen sollte. Auf Bienen und Schmetterlinge üben Dostblüten eine große Anziehungskraft aus und werden reichlich von ihnen besucht.

Steckbrief

Lateinischer NameOriganum vulgare
Andere Namenwilder Majoran, Frauendost, Berghopfen, Bergwohlverleih, Wohlgemut, Mutterkraut, Lungendost
FamilieLippenblütler (Lamiaceae)
ErntemonateJun-Okt
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten, Triebe
Blattformeiförmig
Blütenfarberosa, rot, violett
FundorteSteinbrüche, mager und trockene Wiesen, Böschungen, Hecken
Verwechslungs­gefahrkeine bekannt
Giftigkeitungiftig
Besondere Inhaltsstoffeätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Harze
Eigenschaftenanregend, antiseptisch, appetitanregend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, verdauungsanregend
Hilft beiAppetitlosigkeit, Blähungen, Erkrankungen der Galle, Husten, Unterleibsschmerzen, Verdauungsprobleme, Zahnfleischentzündungen

Anwendungen

Wilder Majoran gehört zu den Bettstrohkräutern, die früher den Frauen zur Geburt ins Bett gelegt wurden. Dies rührt wahrscheinlich von seinen krampflösenden und antiseptischen Eigenschaften her. Außerdem regt Dost den Milchfluss an und soll den Menschen fröhlich und wohlgemut machen.

In der Ernährung

Zum Würzen lässt sich Dost sehr vielseitig einsetzen. Er wird ähnlich wie Oregano aus dem Gewürzregal verwendet, ist aber nicht so stark im Geschmack. So passt Dost besonders gut zu Pizza, Pastasaucen, Salaten, aber auch zu Gemüse- und Käsegerichten.

Traditionell werden die blühenden Zweige zur Mittagszeit gesammelt und frisch verwendet oder getrocknet. Als Gewürz dienen sowohl die Blüten als auch die Blätter. Ältere, verholzte Stängel können zum Aromaspenden in Suppen und Eintöpfen mitgekocht und vor dem Servieren entfernt werden.

Für Gewürzsalz eignet sich Dost ebenso hervorragend. Mehr zu Wildkräuter-Gewürzsalz findest du hier.

Salzige Dosttaler

Als appetitanregendes und verdauungsförderndes Gebäck eignen sich Dosttaler. Mit nur wenigen Zutaten sind sie schnell zubereitet.

Du benötigst:

  • 100 g weiche Margarine oder Butter
  • 200 g Mehl, ich nehme besonders gern Vollkorndinkelmehl, du kannst aber auch jedes andere Mehl nutzen
  • 2 EL Kräuteressig
  • 2 Handvoll Dost
  • 1/2 TL Salz
  • optional geriebener Käse

Die Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Dost etwas kleinschneiden
  2. Mehl, Margarine, Dost, Essig und Salz mit der Hand zu einem Teig verarbeiten
  3. Gegebenenfalls Käse vorsichtig unter den Teig kneten
  4. Kleine Teigstücke von etwa Walnussgröße abstechen, zu einer Kugel und dann einem Taler formen
  5. Bei 150 °C 40 Minuten ausbacken

Sollte der Teig zu stark kleben, gib ihn für 1-2 Stunden in den Kühlschrank und forme erst dann die Dosttaler.

Gewürzöl mit Dost

Ganz leicht kannst du mit ein paar trockenen Dostzweigen und Olivenöl ein feines Würzöl für die mediterrane Küche herstellen. Lasse die Dostzweige für eine Woche im Olivenöl ziehen und nimm sie dann wieder heraus oder seihe das Öl ab.

Heilende Anwendungen

Die stimulierende Wirkung des Dost auf unser Nervensystem kann gut für ein Kräuterkissen genutzt werden. Darüber hinaus kann er Traurigkeit und leichte Depressionen vertreiben.

Früher wurde Dost zum Brauen von Heilbieren verwendet, da er krampflösend und verdauungsanregend wirkt.

Tee

Gegen Husten, Verdauungstörungen, besonders Blähungen und Völlegefühl sowie Mund- und Rachenentzündungen kann ein Tee mit Dost helfen. Außerdem wirkt der Tee schmerzstillend sowie krampflösend und kann bei Unterleibskrämpfen und Gallenbeschwerden angewendet werden.

Erkennung und Sammeltipps

Dost ist nicht nur ein herrliches Würzkraut, sondern kann auch für die Gesundheit eingesetzt werden. Früher wurde er sogar für Heilbiere verwendet.
Dost ist auf trockenen, mageren Wiesen, in Steinbrüchen und an Böschungen zu finden. Er ist gut zu erkennen am “Oregano”- Duft.

  • Er wird etwa 50 cm groß und wächst leicht buschig
  • Die Stängel sind rundlich und behaart
  • Die Blätter sind eiförmig und haben einen glatten Rand
  • Sie sind leicht behaart und werden bis zu 4 cm lang
  • Die Blüten sind rosa-rot-violett und stehen in kleinen Knäueln am Ende der Stängel
  • Sie sind lippenförmig
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