Topinambur
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Topinambur stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika. Im 17. Jahrhundert nach Europa gelangt gehörten ihre Knollen dort lange Zeit zu den Grundnahrungsmitteln, bis sie von der Kartoffel weitestgehend verdrängt wurden. Mittlerweile erlebt die großwüchsige, mit der Sonnenblume verwandte Pflanze zurecht eine kulinarische Renaissance, denn ihre Knollen sind nicht nur schmackhaft, sie enthalten auch eine ganze Reihe gesunder Inhaltsstoffe. Im Anbau ist Topinambur pflegeleicht und stellt wenig Ansprüche an Bodenbeschaffenheit sowie Standort. Einmal angepflanzt breitet sie sich gerne großflächig aus.

Steckbrief

Lateinischer NameHelianthus tuberosus
Andere NamenErdbirne, Erdartischocke, kleine Sonnenblume, Knollensonnenblume, Jerusalem-Artischocke, Indianerknolle, Ewigkeitskartoffel
FamilieKorkblütler
ErntemonateJan-Mai, Okt-Dez
Verwendbare PflanzenteileWurzeln
Blattformeilanzettlich
Blütenfarbegelb
FundorteGärten, Waldrändern, Wegesrändern
Giftigkeitungiftig
Besondere InhaltsstoffeEisen, Essentielle Aminosäuren, Inulin, Kalium, Kalzium, Kieselsäure, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Salicylsäure, Schwefel, Selen, Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E (Tocopherol), Zink
Hilft beiDarmsanierung, Diabetes

Anwendungen

Topinambur gehörte bis ins 18. Jahrhundert hinein zu den Grundnahrungsmitteln in Europa. Nachdem sie von der Kartoffel weitestgehend verdrängt wurde, baute man die Knolle vorwiegend als Viehfutter an, bis sie im Zuge der Neuentdeckung alter Gemüsesorten wieder vermehrt den Weg in die Küche fand.

Der Topinambur ist kalorienarm und enthält eine große Fülle an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen sowie Inulin. Bei Menschen mit Gewichtsproblemen oder Stoffwechselstörungen kann die Aufnahme von Topinambur in ihren Speiseplan zu einer Linderung der Beschwerden beitragen.

In der Ernährung

In der Küche eignet sich Topinambur als kalorienarme, ballaststoffreiche Alternative zu Kartoffeln. Die Knolle wird auch als Diabetiker-Kartoffel bezeichnet, da sie statt Stärke das für Diabetiker gut verträgliche Kohlenhydrat Inulin enthält. Topinambur-Knollen schmecken etwas süßlicher als Kartoffeln und lassen sich gekocht und roh verzehren.

Topinambur-Suppe

Zu den bekanntesten Rezepten gehört eine Cremesuppe mit Topinambur. Dafür benötigst du 500 Gramm Topinambur, eine große Kartoffel, einen Viertelliter Milch, 600 Milliliter Wasser, einen Esslöffel Öl, Salz und Pfeffer sowie etwas Muskatnuss. Topinambur und Kartoffeln schälen und würfeln, in Öl andünsten, Milch und Wasser dazugeben, 15 Minuten köcheln lassen. Suppe pürieren, noch einmal kurz aufkochen und mit Gewürzen abschmecken.

Heilende Anwendungen

Das in Topinambur enthaltene Inulin stabilisiert den Blutzuckerspiegel und entlastet somit die wichtigen Stoffwechselorgane Bauchspeicheldrüse und Leber. Deshalb eignet sich die Knolle besonders für Diabetes Typ II Erkrankte als gut verträgliche Alternative zu stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie der Kartoffel. Gleichzeitig fördert Inulin eine ausgewogene Darmflora und kann deshalb beispielsweise im Rahmen einer Darmsanierung zur Wiederansiedlung gesunder Darmbakterienstämme beitragen.

Topinambur Tinktur

Eine heilsame Tinktur aus Topinambur kannst du dir leicht selbst herstellen. Neben der Herstellung einer klassischen Tinktur auf Alkohol-Basis eignet sich hier auch ein alkoholfreies Rezept für eine Tinktur auf Essig-Basis. Von der fertige Tinktur nimmst du zur Darmpflege dreimal täglich einige Tropfen ein.

Anwendungen im Garten

Bei optimaler Versorgung mit Feuchtigkeit und Nährstoffen erreicht Topinambur schnell eine stattliche Wuchshöhe von bis zu drei Metern. Die Stängel stehen in dichten Bündeln zusammen und eignen sich optimal als pflanzlicher Sichtschutz während der Sommermonate. Seine zahlreichen sonnengelben Blüten machen ihn zudem zu einer schön anzuschauenden Zierpflanze.

Erkennung und Sammeltipps

Die kalorienarme, ballaststoffreiche Knolle hilft bei Diabetes sowie Stoffwechselproblemen und unterstützt die Bildung einer gesunden Darmflora.
Bei optimalen Bedingungen kann Topinambur eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern erreichen. Man findet ihn in Gärten, aber auch verwildert am Wegesrand. Topinambur lässt sich an folgenden Merkmalen gut erkennen:

  • Schmaler, hoher Wuchs
  • Laubblätter lanzettförmig, bis 25 Zentimeter lang und 10 Zentimeter breit
  • Blätter stehen gegenständig, nur die oberen stehen wechselständig
  • Stängel rauhaarig
  • Leuchtend gelbe, aufrechte Blüten
  • Blütezeit September bis Oktober
  • 4-10 Zentimeter große, mit dünner, hellbrauner bis rosa-lila gefärbter Haut überzogene Knollen

Anbautipps

Topinambur gehört zu den besonders anspruchslosen Gewächsen, was die Bodenbeschaffenheit und den Standort angeht. Ideale Wachstumsbedingungen findet er auf lockerem, leicht sandigem Boden vor. Zudem bevorzugt er einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Einmal im Garten angesiedelt breitet sich Topinambur ohne weiteres Zutun schnell aus, indem er unterirdisch viele Rhizome bildet. Um eine unkontrollierte Ausbreitung der Knollenpflanze und damit einhergehend eine Verdrängung anderer Pflanzenarten zu verhindern, empfiehlt sich die Verwendung von Wurzelsperren oder der Anbau in Töpfen. Im Gegensatz zur Kartoffel ist Topinambur winterhart und treibt, oberflächlich verschwunden, im nächsten Gartenjahr wieder neu aus.

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