Gelber Steinklee
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Vom Steinklee existieren in Europa und Asien etwa 20 Arten, jedoch ist der Echte Steinklee der wichtigste unter ihnen, wenn es zu medizinischen Anwendungen kommt. Er wirkt durchblutungsfördernd und steigert den venösen Rückfluss. Deshalb wird er vorwiegend bei schweren Beinen, Wassereinlagerungen, Krampfadern und anderen Venenleiden eingesetzt. Schon Hippokrates soll den Echten Steinklee bei eitrigen Entzündungen verwendet und von seiner entzündungshemmenden Wirkung gewusst haben. Aber auch gegen Migräne, Rheuma, Bronchitis und vielen weitere Erkrankungen kann der Echte Steinklee Linderung verschaffen. Dank seines intensiven Duftes wird er auch gerne in Kräuterkissen verarbeitet oder zum Aromatisieren von Gerichten und Getränken verwendet.

Steckbrief

Lateinischer NameMelilotus officinalis
Andere NamenHonigklee, Gewöhnlicher Steinklee, Gebräuchlicher Steinklee, Echter Steinklee, Bärenklee, Mottenklee, Meliotenklee, Goldklee, Schotenklee, Mottenkraut, Wetterklee, Siebenzeit
FamilieHülsenfrüchtler (Fabaceae)
ErntemonateMai-Aug
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten
Blattformunpaarig gefiedert
Blütenfarbegelb, weiß
FundorteUnkrautflure, Wege, Bahndämme, Ufer, Schuttplätze, Wege, Steinbrüche
Verwechslungs­gefahrvor der Blüte leicht mit anderen Kleearten zu verwechseln
Giftigkeitungiftig
WarnungenBei Einnahme von Blutverdünnern, wie z.B Aspirin ist von der Einnahme des Steinklees abzuraten. Auch während der Schwangerschaft sollte er nicht eingenommen werden.
Besondere InhaltsstoffeBenzoesäure, Cholin, Cumarin, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Saponine, Schleimstoffe
Eigenschaftenberuhigend, entkrampfend, entzündungs­­hemmend, schleimlösend, verdauungsfördernd, wassertreibend, wundheilend, zusammenziehend
Hilft beiArthritis, Blutergüsse, Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Furunkel, Gelenkerkrankungen, Geschwüre, Hämorrhoiden, Kopfschmerzen, Krampfadern, Magen-Darmbeschwerden, Migräne, Prellungen, Quetschungen, Rheuma, Schwellungen, Schwere Beine, Thrombose, Venenentzündungen, Verdauungsprobleme, Verstauchung, Wadenkrämpfe, Wassereinlagerungen

Anwendungen

Das blühende Kraut des Honigklees wird hauptsächlich äußerlich bei Venenleiden, Krampfadern und schweren Beinen eingesetzt. Ferner wird er innerlich als Tee oder Tinktur gegen die gleichen Beschwerden eingenommen. Die Blüten duften aufgrund seines enthaltenen Cumarins beim Trocknen intensiv nach Heu, weshalb sie sich zum Aromatisieren von Speisen und Getränken sowie zum Herstellen von Kräuterkissen eignen.

In der Ernährung

Die Blüten des Echten Steinklees können zum Aromatisieren von Speisen und Getränken, z.B. Limonaden und Likören genutzt werden.

Steinklee-Marmelade

Echter Steinklee passt gut zu Früchten wie Kirschen, Marillen oder Johannisbeeren, die zur gleichen Zeit reifen wie die Steinkleeblüten. Probiere doch einmal eine Marillen-Steinklee-Marmelade aus!

Du brauchst:

  • 500 g Früchte
  • 250 g Gelierzucker (2:1)
  • 2-3 EL Steinkleeblüten

So bereitest du die Marmelade zu:

  1. Steinkleeblüten vom Stängel abstreifen und mindestens 24 Stunden anwelken lassen.
  2. Früchte waschen und gegebenenfalls entsteinen.
  3. Früchte mit Gelierzucker nach Packungsangabe einkochen.
  4. Zum Schluss Steinkleeblüten hinzufügen und pürieren.
  5. In desinfizierte Schraubgläser füllen und verschließen.

Heilende Anwendungen

Äußerlich wird Echter Steinklee in Form von Ölen, Salben und Kräuterkissen als Auflage bei Venenentzündungen, Gelenkschmerzen und schweren Beinen verwendet, denn sein hoher Gehalt an Cumarinen wirkt blutverdünnend. Ein Tee oder eine Tinktur kann bei Bronchitis und Durchblutungsstörungen helfen.

Steinklee-Tinktur

Eine Tinktur aus Echtem Steinklee ist schnell hergestellt und kann innerlich bei Bronchitis, Durchblutungsstörungen und Migräne helfen. Diese innerliche Einnahme ergänzt die äußerliche Anwendung des Öls oder einer Salbe aus Echtem Steinklee.

Dafür brauchst du:

  • Eine Handvoll getrocknete Steinkleeblüten
  • Ansatzalkohol mit mind. 40 % Alkohol wie z.B. Prima Sprit
  • Ein Schraubglas
  • Tinkturfläschchen, z.B. diese

So stellst du die Steinklee-Tinktur her:

  1. Blüten in das Schraubglas geben und vollständig mit Alkohol aufgießen.
  2. Drei bis vier Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen.
  3. Abseihen und in eine Tinkturflasche füllen.

Von der Tinktur kannst du zwei bis dreimal täglich 10 bis 20 Tropfen einnehmen.

Steinklee-Tee

Bei einer Bronchitis sowie bei Durchblutungs- und Verdauungsstörungen kann ein Tee getrunken werden, denn er wirkt schleimlösend, verdauungsregulierend und durchblutungsfördernd. Eine langfristige Einnahme des Tees kann Besenreisern vorbeugen. Er wirkt zudem venenkräftigend und kann die äußerliche Anwendung einer Steinklee-Salbe unterstützen. Für einen Tee brauchst du lediglich getrocknete Steinkleeblüten und etwas Wasser.

So bereitest du Steinklee-Tee zu:

  1. Überbrühe ein bis zwei Teelöffel blühendes Steinklee-Kraut mit 250 ml kochendem Wasser.
  2. Lasse das Ganze zehn Minuten ziehen und seihe dann ab.

Du kannst den Tee nach Belieben mit Honig oder einem anderen Süßungsmittel süßen. Trinke täglich mindestens zwei bis drei Tassen davon.

Steinklee-Öl

Steinklee-Öl kann direkt auf die Haut bei Entzündungen, Prellungen, Wunden sowie Rheuma, Venenschwäche, Krampfadern und Gelenkschmerzen aufgetragen werden oder als Salbengrundlage dienen. Besonders bei schweren Beinen, die häufig bei langen Autofahrten oder Flügen entstehen, ist das Öl oder eine selbstgemachte Steinklee-Salbe hilfreich. Der Echte Steinklee soll die Blutgerinnung hemmen, Thrombose vorbeugen und den Rückfluss des Blutes in den Venen verbessern.

Für das Steinklee-Öl brauchst du:

  • 250 ml Pflanzenöl, z.B. Sonnenblumenöl
  • Eine Handvoll getrocknetes Steinkleekraut
  • Schraubglas
  • Braunglasflasche, z.B. diese

Gehe wie folgt vor:

  1. Steinklee in das Schraubglas füllen und mit Öl bedecken.
  2. Verschließen und vier bis sechs Wochen an einem schattigen Ort ziehen lassen.
  3. Täglich schütteln um Schimmelbildung vorzubeugen.
  4. Mit einem Sieb filtern und das Öl in eine Braunglasflasche füllen.

Das Öl ist etwa solange haltbar, wie das das verwendete Pflanzenöl.

Andere Anwendungen

In der Landwirtschaft wird Echter Steinklee zusammen mit Indischem und Weißen Steinklee für Heu oder Silage verwendet.
Im Kleiderschrank hilft der Geruch der Steinkleeblüten Motten zu vertreiben.

Erkennung und Sammeltipps

Nutze den herrlich duftenden Echten Steinklee für Kräuterkissen, aromatische Getränke, Venensalben gegen schweren Beinen, Krampfadern, Besenreiser und viel mehr.

Der zweijährige Steinklee bevorzugt steinige und kalkhaltige Standorte und kann eine Wuchshöhe zwischen 30 und 100 Zentimeter erreichen.

  • Die wechselständigen Kleeblätter besteht aus drei gezähnten Fiederblättern.
  • Die Nebenblätter sind ganzrandig.
  • Die Blüten bestehen aus einem traubigen Blütenstand.
  • Blütezeit ist von Juni bis September.
  • Die Blüten haben die typische Form der Schmetterlingsblütler und sind gelb.
  • Die Blüten duften stark nach Honig.
  • Der Steinklee bildet eine lange bis zu 90 cm lange Pfahlwurzel aus.
  • Die Wurzelknöllchen enthalten stickstoffbindende Bakterien.

Vor der Blüte kann der ebenfalls nach Heu duftende Weiße Steinklee leicht mit dem Echten Steinklee verwechselt werden. Er blüht allerdings weiß und besitzt weniger starke Heilkräfte als sein gelber Verwandter.

Anbautipps

Wenn du den Echten Steinklee im Garten haben möchtest, kannst du seine Samen nach der Blütezeit im August/September ernten und auf offenen Boden aussäen. Achte auf einen kalkreichen, trockenen Boden und einen sonnigen Standort.

Achtung:
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