Hunds-Rose (Hagebutte)
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Die meisten von uns kennen das alte Kinderlied “Ein Männlein steht im Walde”. Wusstest du, dass dieses Lied der Hagebutte gewidmet ist? Hundsrose heißt sie offiziell, doch in vielen Gegenden ist der Name Hagebutte viel verbreiteter. Der Name Hagebutte leitet sich von ihren Früchten ab, den Hagebutten. Hundsrosen sind sehr verbreitet und im Herbst siehst du überall die roten Früchte leuchten.

Steckbrief

Lateinischer NameRosa canina
Andere NamenHagedorn, Hagrose, Dornrose, Hagebuttenstrauch, Schlafdorn, Hetschpetsch, Heckendorn
FamilieRosengewächse (Rosaceae)
Erntemonateganzjährig
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten, Früchte, Knospen, Samen
Blattformeiförmig, eilanzettlich, lanzettlich
Blütenfarberosa, weiß
FundorteWege, Wegrändern, Böschungen, Gärten, Parkanlagen
Verwechslungs­gefahrmit anderen Rosen, die aber auch ungiftig sind und in ähnlicher Weise vervendet werden können.
Giftigkeitungiftig
Besondere Inhaltsstoffeätherische Öle, Carotinoide, Eisen, Flavonoide, Gerbstoffe, Lykopin, Magnesium, Natrium, Pektin, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E (Tocopherol), Vitamin K, Vitamin P
Eigenschaftenabführend, blutstillend, entgiftend, entzündungs­­hemmend, kräftigend, krampflösend, schmerzstillend
Hilft beiAthrose, Bronchitis, Erkältungen, Harnsteine, Hautentzündungen, Husten, Magen­schleimhaut­entzündungen, Nierensteine, Rheuma, Verstopfung

Anwendungen

Neben Sanddorn sind Hagebutten die heimischen Früchte mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt. Sie fallen nicht, wie andere Früchte, einfach vom Strauch, sondern bleiben auch im reifen Zustand an den kleinen Ästen hängen. Selbst im Schnee sind sie noch oft zu finden und können auch dann weiterhin geerntet und verzehrt werden.

Aus unserer Kindheit sind uns Hagebuttenkerne als Juckpulver bekannt. Kleine, feine Härchen mit Widerhaken umgeben die winzigen Kerne, welche sich nicht nur als Juckmittel eignen, sondern auch als Tee bei Blasen- und Nierensteinen helfen können.

Hagebutten solltest du immer erst im vollreifen Zustand ernten. Sie sind dann tief orange oder rot und schmecken angenehm süß-säuerlich. Matschige Früchte, auch nach dem Frost, können ebenso geerntet und verzehrt werden.

In der Ernährung

Einen wertvollen Beitrag zur Ernährung leisten die Früchte vor allem wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin-C, welches in den entkernten Fruchtschalen sitzt. Das gesunde Fruchtmark von den Kernen zu befreien kann ziemlich mühsam sein. Am einfachsten ist es wohl, beim täglichen Spaziergang ein paar Früchte zu ernten, zu entkernen und direkt zu verspeisen oder sie als Teevorrat für den Winter zu trocknen.

Zur Herbstzeit gebe ich auch gern ein paar entkernte Früchte in meinen morgendlichen Smoothie.

Hagebutten zu Fruchtaufstrich zu verarbeiten ist schon etwas aufwendiger. Aber es lohnt sich, das Ergebnis ist sowohl köstlich als auch gesund.

Es gibt zwei Methoden, Hagebutten zur Weiterverarbeitung zu entkernen:

  • Hagebutten in meditativer Arbeit alle einzeln entkernen und anschließend durchwaschen, um alle Juckhärchen zu entfernen. So entkernte Früchte können wie anderes Obst auch zu Marmeladen oder ähnlichem verarbeitet werden.
  • Hagebutten ganz in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Aufkochen und für etwa 15 Minuten köcheln lassen. Mit einem Pürierstab pürieren oder mit einem Stampfer zu Mus verarbeiten. Die Masse anschließend durch ein Sieb streichen. Das durchgestrichene Mus kann dann nach Belieben weiterverarbeitet werden. Der Nachteil ist, dass durch das lange Kochen einiges vom Vitamin C zerstört wird.

Doch nicht nur die Früchte können verzehrt werden, auch die Blüten und Blätter sind essbar. Junge Blätter im frühen Frühjahr werden klein geschnitten in Eintöpfe, Suppen oder Gemüsegerichte gemischt.

Zarte, leicht süßlich duftende Blüten in Apfelsaft ausgekocht ergeben ein köstliches Gelee. Als essbare Dekoration werden sie über süße und herzhafte Speisen gegeben. Sie sind direkt nach dem Erblühen am aromareichsten und sollten am frühen Morgen bis 10 Uhr geerntet werden.

Hundsrosenknospen können genauso wie die Blüten verwendet werden.

Aus den gerösteten Kernen kann ein Kaffee gekocht werden, er gilt in Chile als gutes Heilmittel gegen Magenschleimhautentzündung.

Wie du aus Hagebutten eine fruchtige Tomatensauce herstellst, erfährst du hier.

Heilende Anwendungen

Bereits im Mittelalter wurden Hagebutten bei Bluthusten, Ruhr und Durchfall verordnet. Heute werden sie volksheilkundlich gegen Erkältungskrankheiten und zur Stärkung des Immunsystems meist als Tee getrunken und in der Medizin wird aus den Früchten und Kernen ein Pulver zur Behandlung von Arthrose hergestellt.

Tee

Wie du wohlschmeckenden Tee aus Hagebutten und Kernlestee zubereitest, erfährst du hier.

Körperpflege mit Rosenblüten

Hundsrosenblüten können mit Meersalz gemischt als Badesalz verwendet werden. Ich stelle mir mein eigenes Blütenbadesalz her, indem ich verschiedene Blüten dann sammle, wenn sie mir begegnen, und Lage für Lage mit Meersalz in ein großes Glas gebe. Im Winter mische ich das Blütensalz gut durch und gebe 2-3 Esslöffel davon mit ins Badewasser.

Aus den Kernen wird wertvolles Rosenöl gepresst. Es kann bei Falten und anderen Hautproblemen helfen und wird häufig in Pflegemittel gemischt.

Rosenöl aus den Blüten ist leicht selbst herzustellen und findet sowohl zur Körperpflege als auch in der Küche Verwendung. Blütenblätter in ein Schraubglas geben und mit warmem Öl übergießen. Wichtig dabei ist, alle Blätter mit Öl zu bedecken. Glas verschließen, gelegentlich schütteln und für drei Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. Dann abseihen und dunkel verwahren.

Erkennung und Sammeltipps

Die Hagebutte ist eine der besten Vitamin-C Quellen der Welt, weit besser als Zitrusfrüchte. Finde heraus was sie sonst noch alles kann und dir helfen kann!
"Illustration Rosa canina1" by Otto Wilhelm Thomé - Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé; Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz - 1885, Gera, Germany - www.biolib.de. Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons.

Die Hunds-Rose ist ein ein bis zu drei Meter hoher, dorniger Strauch, der in Hecken, an Weg- und Waldrändern oder in Parkanlagen zu finden ist.

  • Die Blätter sind wechselständig angeordnet und in 3-7 Einzelblättchen gefiedert
  • Sie sind eiförmig mit gezähntem Rand
  • Die Zweige hängen häufig in Bögen und sind mit Stacheln versehen
  • Die Blüten stehen auf ca. zwei cm langen Stielchen und haben fünf Blütenblätter
  • Sie sind meist schwach rosafarben und duften angenehm
  • Die Früchte sind meist elliptisch-länglich mit einer Größe von 1-2 cm
  • Sie sind rot oder orange und auch im reifen Zustand noch hart

Die Haupterntezeit der Hagebutten ist Ende September und Oktober.

Achtung:
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt deinen Arzt oder Apotheker zu Rate!
  • Brigitte Schmaus

    Liebe Redakteure! die Hagebutte ist zweifellos eine gesunde Frucht, aber das Lied „Ein Männlein steht im Walde“ bezieht sich definitiv auf einen Fliegenpilz!!!

    • http://www.smarticular.net Mark

      Danke für den Hinweis liebe Brigitte. Dachte ich auch immer, aber so eindeutig ist das gar nicht, schau mal hier der entsprechende Beitrag auf Wikipedia und das Zitat vom Musikwissenschaftler Hans-Josef Irmen:

      „Tatsächlich wächst die Hagebutte nicht im Wald allein, sondern zumindest am Waldesrand, ‚am Rain‘, und ihre Früchte stehen zahlreich beisammen. Hoffmann weist dem Ratenden in der ersten Strophe einen falschen Weg, jedermann denkt zuerst an den Fliegenpilz. Erst wenn als weiteres Indiz der zweiten Strophe das ‚schwarze Käppelein‘ bekannt wird, ist klar, dass es sich um die Hagebutte handelt. Der Widerspruch zwischen beiden Strophen lässt darauf schließen, dass der Dichter inkompatible Vorlagen zu vereinigen suchte.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_M%C3%A4nnlein_steht_im_Walde

      • Brigitte Schmaus

        Vielen Dank! – Wieder was gelernt – und das im eigenen Fach!
        Ich kannte auch nur die 1. Strophe, die 2./3 wurde bei uns in Kärnten nie gesungen…… Die Erklärung von Irmen klingt aber sehr plausibel….. Könnte allerdings sein, dass sich von dem nordrheinischen Liedgut soweit nach Süden nur eine Strophe verbreitet hat.

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