Gundermann
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Der Name Gundermann oder auch Gundelrebe rührt von der Heilkraft dieses Krautes bei Eiter, denn dieses wurde früher oft “Gund” genannt. Gundermann ist ein wichtiger Bestandsteil der Gründonnerstagssuppe, die aus neunerlei Kräutern am Gründonnerstag zubereitet wurde und in manchen Gegenden noch heute gekocht wird. Ein alter Brauch bei unseren Vorfahren war es, Kränze aus den langen und biegsamen Stengeln des Gundermann zu winden. Die Kränze waren ein Zeichen der Verbundenheit mit der Natur und den Göttern.

Steckbrief

Lateinischer NameGlechoma hederacea
Andere NamenBlauhuder, Gundam, Erdkränzl, Buldermann, Donnerrebe, Hederich, Erdefeu, Grundrebli, Gundelrieme, Huder, Zickelkräutchen, Silberkraut, Soldatenpetersilie
FamilieLippenblütler Lamiaceae
Erntemonateganzjährig
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten, Triebe
Blattformherzförmig, nierenförmig
Blütenfarbeblau, violett
Fundortefeuchte Wiesen, lichte Wälder, Gärten, Böschungen
Verwechslungs­gefahrRote Taubnessel, kriechender Günsel, Knoblauchsrauke, Ehrenpreis, alle diese Pflanzen sind giftfrei und haben nicht den typischen Gundermanngeruch
Giftigkeitungiftig
WarnungenGundermann ist zwar für den Menschen ungiftig, aber für manche Tiere giftig, insbesondere Pferde.
Besondere Inhaltsstoffeätherische Öle, Bitterstoffe, Cholin, Flavonoide, Gerbstoffe, Kalium, Saponine, Vitamin C
Eigenschaftenauswurffördernd, entzündungs­­hemmend, krampflösend, schleimlösend, trocknend, wundheilend, zusammenziehend
Hilft beiBlasenprobleme, Bronchitis, Ekzeme, Gallensteinkoliken, Halsschmerzen, Husten, Lungenentzündungen, Nierenprobleme, Schwäche, Zahnfleischentzündungen, Zahnschmerzen

Anwendungen

Der Gundermann ist ein wundervolles Heilmittel, wenn es um langwierige Krankheiten geht. Er hilft bei schlecht heilenden eitrigen Wunden und auch eitriger Bronchitis, Harnwegserkrankungen oder Schnupfen. Überall da, wo Eiter und Schleim fließt, ist Gundermann angesagt.

Doch nicht nur heilen kann der Gundermann, er ist ebenso ein leckeres Würzkraut, welches vielfältig in der Küche verwendet werden kann.

Bei allen Anwendungen werden die Blätter, Triebe und wenn vorhanden die Blüten genutzt.

In der Ernährung

Der Gundermann gehört, wie viele unserer Küchenkräuter (Pfefferminze, Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut und andere), zu den Lippenblütlern. Er riecht und schmeckt aromatisch und wird auch “Wilde Petersilie” genannt. So vielfältig wie wir Petersilie verwenden, kann auch der Gundermann verwendet werden.

Mit dem Gundermann lassen sich viele leckere Gerichte zaubern, da sein Aroma auch zu Süßen Speisen passt:

Eiscreme, Schokoblättchen, Giersch-Gundermann-Limonade sind einige leckere Verführungen, die du mit den Blättern des Gundermann zubereiten kannst.

Die Blüten sind eine feine Dekoration auf Smoothies oder Nachspeisen.

Ein Rezept für die Gründonnerstagssuppe mit Gundermann findest du hier.

Hier findest du ein Rezept für Wildkräuterfrischkäse gegen Frühjahrsmüdigkeit, für welches du auch den Gundermann verwenden kannst. Eine schmackhafte Alternative für Veganer sind diese Rezepte für Wildkräuter-Brotaufstriche.

Heilende Anwendungen

Für die innere Verwendung wird ein Tee gekocht, eine Tinktur bereitet, Saft gepresst oder das Kraut in Milch gekocht.

Gundermann enthält viele ätherische Öle, daher wurde früher das Kraut in Milch gekocht. Dabei werden die Öle durch den Fettgehalt der Milch gebunden und verfliegen nicht so leicht. Für die Zubereitung in Milch eignet sich vor allem fette Milch. Zwei Esslöffel des frischen Krautes mit 500 ml Milch aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und warm trinken. Die mit den fettlöslichen Heilstoffen zubereitete Milch eignet sich auch als Kräftigungsmittel.

Tee

Für den Tee werden zwei Esslöffel des Krautes mit 500 ml kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten zugedeckt ziehen gelassen. Bei Erkältungserscheinungen, Blasen- und Nierenproblemen und Verschleimung der Lunge zwei Tassen am Tag trinken. Außerdem ist der Tee appetitanregend und kann Schmerzen lindern.

Der Tee kann auch zu Waschungen oder Auflagen für Wunden genutzt werden. Als Mundspülung hilft er bei Zahnschmerzen und eitrigen Zahnfleischentzündungen.

Saft

Mit einer Kräuterpresse kann aus der Gundelrebe ein Kräutersaft gepresst werden. Bei Beschwerden dreimal täglich einen Esslöffel (Kinder einmal täglich einen Esslöffel) einnehmen.

Wer keine Kräuterpresse besitzt, kann das Kraut auch mit etwas Wasser im Smoothiemixer zerkleinern und gegebenenfalls noch durch ein Tuch seihen.

Tinktur

Die Tinktur kann aus dem Saft der Gundelrebe oder aus den fein geschnittenem Kraut hergestellt werden. Der Saft wird zur gleichen Menge mit hochprozentigem Alkohol vermischt oder das geschnittene Kraut mit dem Alkohol übergossen, so dass alles bedeckt ist.

Für drei Wochen ziehen lassen, dann abseihen und in eine dunkle Tropfflasche füllen.

Badezusatz

Bei schlecht heilenden, eitrigen Wunden oder Geschwüren kann auch ein Badezusatz mit helfen. Dazu wird eine Handvoll Kraut auf je ein Liter Wasser gegeben und aufgekocht. Für ein Vollbad empfehlen sich fünf Liter Gundermannbadezusatz.

Wunderblättchenöl

Eine Besonderheit ist das sogenannte Wunderblättchenöl. Es wird zum Einreiben schlecht heilender Wunden verwendet.

Für das Wunderblättchenöl benötigt man zwei große Hände voll frisches Gundermannkraut, diese in ein Schraubglas geben und wie Sauerkraut zusammenstampfen. Sind die Blättchen eng zusammengepresst, das verschlossene Glas für einige Tage an einen warmen und sonnigen Ort stellen. Am Boden des Glases bildet sich eine Flüssigkeit, diese wird abgeseiht und in einer dunklen Flasche kühl verwahrt. Das Öl wird im Hochsommer, am besten um Sonnenwende, hergestellt.

Erkennung und Sammeltipps

Als Würzkraut ist der Gundermann eine Bereicherung für jede Küche. Er hilft als Heilkraut bei eitrigen Wunden, Bronchitis, Harnerkrankungen und Schnupfen.
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora (www.biolib.de) [Public domain, via Wikimedia Commons

Der Gundermann wächst in Bodennähe und kriecht die Erde entlang. Man findet ihn in lichten Wäldern, auf feuchten Wiesen und an Mauern. Er versteckt sich gern und manchmal musst du etwas nach ihm suchen. Oft ist er auch im Beet zwischen Erdbeeren zu sehen.

  • Der Stengel ist vierkantig, was aber erst zu sehen ist, wenn er etwas fester wird.
  • Zur Blütezeit von April bis Juni stellt sich der Stengel auf.
  • Die Blätter stehen gegenständig mit einem kurzen Stiel am Stengel.
  • Sie sind rundlich und gewellt oder gekerbt und etwa 0,5-3 cm groß.
  • Die blauvioletten Blüten sind sehr klein und lippenförmig.
  • Sie wachsen direkt am Stengel bei den Blättern.

Beim Pflücken kann man das typische Gundermannaroma riechen. Die Pflanze ist das ganze Jahr über zu finden und wächst auch unter der Schneedecke weiter.

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