Gewöhnlicher Löwenzahn
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Der Löwenzahn mit seiner leuchtend gelben Blüte, der wunderschönen Pusteblume und seinen markant zahnigen Blättern ist eine der einprägsamsten Pflanzen in Mitteleuropa. Dieses Kraut oder Gewächs sollte dir aber nicht nur dank Peter Lustig und Fritz Fuchs etwas sagen, denn es ist eine tolle Ergänzung für deinen Speiseplan. Von der Wurzel bis zur Blüte sind alle Pflanzenteile verwertbar. Sie können beim Abnehmen helfen, als Muntermacher wirken, deine Speisen schmackhafter machen und vieles mehr.

Steckbrief

Lateinischer NameTaraxacum officinale
Andere NamenEchter Löwenzahn, Gemeiner Löwenzahn, Gebräuchliche Kuhblume, Gemeine Kuhblume, Butterblume, Pusteblume, Bettseicher, Pfaffenröhrlein, Sonnenwirbel, Mönchskopf und viele mehr
FamilieKorbblütler (Asteraceae)
ErntemonateMrz-Okt
Verwendbare PflanzenteileBlätter, Blüten, Knospen, Wurzeln
Blattformschrotsägeförmig
Blütenfarbegelb
FundorteWiesen, Äcker, Wegränder, Lichtungen
Verwechslungs­gefahrGewöhnliches Ferkelkraut, Milchkraut (Schaftlöwenzahn, Leontodon) sind leicht dank ihrer soliden Stängel zu unterscheiden
Giftigkeitungiftig
Hinweise zur GiftigkeitOft wird vor dem Milchsaft in den Stängeln der Löwenzahnblüte gewarnt. Gerade bei älteren Pflanzen enthält der weiße Saft verstärkt Bitterstoffe, Harze und Triterpene. Beim Verzehr größerer Mengen können sie zu Magen-Darm-Beschwerden führen.
Besondere InhaltsstoffeBitterstoffe, Cholin, Inulin, Kalium, Magnesium, Phosphor, Vitamin A, Vitamin B2, Vitamin C
Eigenschaftenabführend, harntreibend
Hilft beiAllergien, Appetitlosigkeit, Arteriosklerose, Bronchitis, Ekzeme, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Gallenschwäche, Gallensteine, Gelenkerkrankungen, Gicht, Hämorrhoiden, Hautleiden, Hühneraugen, Husten, Kopfschmerzen, Leberschwäche, Magenschwäche, Nierensteine, Pickel, Rheuma, Verstopfung, Warzen, Wassersucht, Wechseljahrsbeschwerden

Anwendungen

Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig, vom Salat, über den Tee bis hin zum Kaffeeersatz.

Der Löwenzahn wirkt entwässernd und auch leicht abführend. So wird er zur Reinigung der Nieren eingesetzt, besonders bei einer Neigung zur Bildung von Nierensteinen.

Bei Leber- und Gallenbeschwerden kommt der Löwenzahn zum Einsatz und auch bei Gelenkschmerzen und Abnutzungserscheinungen an Gelenken und Bandscheiben kann er helfen.

In der Ernährung

Die jungen Blätter enthalten weniger Bitterstoffe und können vielseitig eingesetzt werden. Besonders im Frühjahr gibt es viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten für leckeren Löwenzahn-Salat. Ob allein, mit anderen Wildpflanzen, Tomaten, Zucchini oder Pilzen – junge Löwenzahnblätter sind eine fantastische Grundlage für einen grünen oder bunten Salat. Für etwas Biss sorgen Sonnenblumen-, Kürbis- oder Wassermelonenkerne. Die Blätter sind aber den ganzen Sommer und bis spät in den Herbst hin nutzbar und können auch noch kurz vor dem Winter dein Immunsystem stärken.

In den Blättern ist verstärkt Vitamin C und Provitamin A enthalten. Zur Dekoration kannst du auch ein paar Blüten hinzugeben.

Die Blätter, Stängel und Blüte eignen sich als Grundlage für eine leckere Suppe.

  1. Eine halbe Zwiebel mit Öl leicht anbraten
  2. Löwenzahnblätter hinzugeben und kurz erhitzen
  3. Wasser und nach Geschmack Lauch, Tomaten, Karotten oder andere Wildpflanzen dazu geben
  4. 20-30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen
  5. Mit einem Pürierstab oder Mixer pürieren
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Frische Blätter kann man zusammen mit anderem Gemüse mit einem Entsafter zu Frischsaft verarbeiten. Da bei dieser Vorgehensweise aber viele Nährstoffe im Trester verbleiben, empfiehlt sich die direkte Zugabe zu grünen Smoothies.

Mit den Blüten lässt sich leicht ein Löwenzahn-Sirup als Alternative zu Honig herstellen.

In Zeiten des Mangels wurde immer wieder auf verschiedene heimische Pflanzen zurückgegriffen, um Kaffee-Bohnen zu ersetzten. Als Muckefuck (aus dem Französischen eingedeutscht: Mocca faux – falscher Kaffee) bezeichnet man schwachen Kaffee, der entweder gestreckt ist, oder mit Ersatzmitteln wir z.B. Getreide, Eichel oder Zichorienwurzel hergestellt wird.

Auch aus Löwenzahnwurzeln lässt sich ein milder Kaffee brühen, dessen Geschmack allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Zur Herstellung stichst du die länglichen Wurzeln des Löwenzahns. Wie du diese verarbeitest, ist auf smarticular.net hier beschrieben.

Im Herbst enthalten die Wurzeln weniger Bitterstoffe und du kannst sie wie Gemüse verwenden.

Heilende Anwendungen

Ein Aufguss oder Sud aus Löwenzahnblättern wird traditionell gegen Frühjahrsmüdigkeit und leichte Kopfschmerzen eingesetzt. Seine anregende Wirkung auf die Verdauungsorgane und den gesamten Stoffwechselprozess macht ihn aber auch zu einem fantastischen Fastenbegleiter. Wie du den Tee herstellst, erfährst du hier auf smarticular.net.

Hautpflege

Die Blüten des Löwenzahns erhellen das Gemüt und man sag, dass er das Bewusstsein klärt und Zufriedenheit sowie Selbstachtung lehrt. In Pflegeprodukten helfen sie trockener und rissiger Haut bei der Selbstheilung und lindern Gelenkschmerzen, Muskelkater und Verspannungen. Diese Rezepte mit Löwenzahnblüten kannst du leicht selbst herstellen:

Weitere mögliche Anwendungen

Es gibt noch viel mehr interessante Anwendungen für den Löwenzahn. Dazu gehören unter anderem Gelee und Likör. Was ist deine Lieblingsanwendung? Hinterlasse uns unten einen Kommentar!

Erkennung und Sammeltipps

Gemeiner Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé [Public domain, GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Es gibt verschiedene Arten des Löwenzahns, die teilweise schwer voneinander zu unterscheiden sind. Da die Hauptmerkmale und Anwendungsgebiete aber sehr ähnlich sind, wurden sie unter der Sammelart Taraxacum officinale zusammengefasst.

Eine Verwechslungsgefahr besteht lediglich mit dem verwandten Schaftlöwenzahn und dem Gewöhnlichen Ferkelkraut. Im Gegensatz zum hier beschriebenen Löwenzahn sind die Stängel dieser beiden Pflanzen nicht hohl.

Der Löwenzahn ist weit verbreitet auf Wiesen und Feldern, an Wegrändern und macht sich auch im Garten breit.

Beim Sammeln sind junge, zartgrüne Blätter zu bevorzugen. Sie enthalten noch nicht so viele Bitterstoffe wie ältere Blätter. Die ersten Blätter kannst du auch schon früh im Jahr ernten, in manchen Jahren schon im März.

Anbautipps

Der Löwenzahn verbreitet sich schnell auf natürliche Art und wird von vielen Gärtnern eher als Unkraut anstatt als Nutzpflanze angesehen. Wer einen penibel gepflegten, grünen Rasen wünscht, kann dem Löwenzahn wenig abgewinnen.

Wenn du aber den Löwenzahn in deinem Garten haben möchtest, sammle ein paar der weißen Pusteblumen und setze die Samen in deinem Garten aus. Am besten eignen sich sonnige bis halbschattige Flächen. Die Pflanzen sind nicht anspruchsvoll aber sprießen besser in feuchten, nährstoffreichen Böden.

Setze die Samen circa einen Zentimeter tief in die Erde mit mindestens 30 Zentimeter Abstand, damit sich die Wurzeln und Blattkränze voll entfalten können. Sähen kannst du im August und September, oder du lagerst die Samen über den Winter und sähst sie im März oder April.

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